Behexen - The Poisonous Path

Lady_Metal

Band: Behexen

Album: The Poisonous Path

Label: Debemur Morti Productions

Release Date: 27.05.2016

Genre: Black Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. The Poisonous Path
02. The Wand Of Shadows
03. Cave Of The Dark Dreams
04. A Sword Of Promethean Fire
05. Umbra Luciferi
06. Tyrant Of Luminous Darkness
07. Chalice Of The Abyssal Water
08. Pentagram Of The Black Earth
09. Gallows Of Inversion
10. Rakkaudesta Saatanaan

Lineup:
Hoath Torog - Vocals
Wraath - Guitar
Horns - Drums
Shatraug - Guitar

Vielen Dank an Debemur Morti Productions für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Von den finnischen Black Metallern haben sich über die Jahre hinweg doch eine gute Anzahl Bands etabliert. Keine repräsentiert den satanischen Black Metal jedoch so, wie die mittlerweile seit 22 Jahren existierenden BEHEXEN. Seit 2000 bringen sie im konstanten 4-Jahres-Zyklus ein Album . "Nightside Emanations" hinterließ einen bleibenden Eindruck und ist auch heute noch ein gern gehörtes Langeisen. Der Nachfolger der Scheibe steht seit Mai 2016 in den Läden und hört auf den Titel "The Poisonous Path". Ob das neue Album auch so giftig ist, wie seine beiden Vorgänger?

Die Antwort liefern Behexen nach einigen introduzierenden Sekunden mit dem Titelsong: ein frontales Feuerwerk! Mit ordentlicher Geschwindigkeit werden gleich zu Beginn alle Vorahnungen aus dem Weg geräumt. Die Finnen scheinen für den neuen Silberling wieder kräftig an der Tempo-Schraube gedreht zu haben. Im Mittelteil wird es dann teilweise rituell (mit Glockenklängen), ehe sich der Blastbeat wieder in seinen Thron setzt. Beide Stilmittel setzen sich in "The Wand Of Shadows" fort, wobei die Gitarrenarbeit leichte Anleihen schwedischer Kollegen nimmt. Als Beispiel könnte man ältere Watain anfügen. Schön langsam heißt es warm anziehen. In "Cave Of The Dark Dreams" bleibt das Tempo im Schnitt hoch, die stilistischen Elemente hingegen gehen eher in die epische Richtung.

Und was vorher das Tempo angerichtet hat, kann nun bei den beiden spitzenklassigen Nackenbrechern "A Sword Of Promethean Fire" und "Umbra Luciferi" ad absurdum getrieben werden. Inklusive Huldigungen an den Teufel, inklusive obligatorischer Mitsing-Qualitäten.

Man merkt nun auch, dass sich Behexen bei der diesmaligen Trackliste noch mehr Gedanken gemacht haben, um dem Album einen runderen Charakter zu verschaffen. So führen uns Behexen mit "Tyrant Of Luminous Darkness" durch gemächliche Spielart - also eine Art kurzweilige Verschnaufpause - in den zweiten Teil von "The Poisonous Path", in welchem "Chalice Of The Abyssal Water" sodann, wieder in schnellem Rhythmus, die Symbiose zwischen Epik und Brachialität herbeiführen. Ganz nebenbei bemerkt steigen mit der Epik auch die Spielzeiten der Songs an. Gut Ding will eben Weile haben.

Aber auch die alte Schule versuchen die vier Finnen abzugreifen. Für Erinnerungsmomente an frühere Tage der Band sorgt der ebenso infernale wie einprägsame Titel "Pentagram Of The Black Earth". Die zweite Hälfte dieses Songs werden dem Gesamtpaket schließlich mehr als gerecht: Erhabenheit, melodische Gitarre, Melancholie und Dramatik in einem.

Die letzten beiden Weggefährten "Gallows Of Inversion" und "Rakkaudesta Saatanaan" greifen zum Finale des jüngsten Langeisens nochmals tief in die Munitionskiste. Während ersterer mit Prägnanz und volle Geschwindigkeit punktet, belohnt der zweite die Hörerschaft als theatralisches Experiment im groovigen Low- und Mid-Tempobereich.

Fazit: Damit wäre wohl so gut wie jedes Subgenre im Black Metal abgedeckt. Von Kompromisslosigkeit über Epik, von purer satanischer Misantrophie über die alte Schule bis hin zum Atmospheric-Experiment. Es wäre kein Fehler zu sagen, dass dies das facettenreichste Behexen-Album seit Bestehen dieser Band ist. Das macht die Sache um so interessanter und attraktiver. Hierzu gibt es auch von uns eine ganz klare Kaufempfehlung, wenn es angesichts des Release-Datums nicht eh schon in Euren Regal steht.

Flo für Lady-Metal.com