Black Messiah - Walls of Vanaheim

Black Messiah

Band: Black Messiah
    
Album: Walls of Vanaheim
    
Label: Trollzorn Records

Release Date: 30.06.2017

Genre: Pagan Metal

Rezensent:
Hardy

Tracklist:
01. Prologue – A New Threat
02. Mimir‘s Head
03. Father’s Magic
04. Mime‘s Tod
05. Call To Battle
06. Die Bürde des Njörd
07. Satisfaction And Revenge
08. The March
09. The Walls Of Vanaheim
10. Decisions
11. Mit Blitz Und Donner
12. The Ritual
13. Kvasir
14. A Feast Of Unity
15. Epilogue: Farewell

Lineup:
Zagan - Vocals, Guitars, Violin
Pete - Vocals, Guitars
Donar - Vocals, Guitars
Garm - Bass
Ask - Keyboard
Surtr - Drums, Percussions

Besten Dank an Trollzorn zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Tiefe Keyboardtöne, die ruhige Stimme eines Skalden und wilde Hintergrundgeräusche lassen das siebte BLACK MESSIAH Album zunächst eher wie ein Hörspiel klingen als nach dem neuen Langspieler der Gelsenkirchener Fellträger-Fraktion. Tatsächlich gehört der gesprochene Teil des Erzählers aber fest in das Konzept dieses Outputs. So wird wie bereits bei dem Album "First War of the World" eine keltische Sage in musikalischer Form zum Besten gegeben. Um den narrativen Charakter hervorzuheben, wechseln sich die Songs mit vorgelesenen Textzeilen, wie es vor Jahren bereits bei WINTERDOME und ihrem Opus "Weltendämmerung" der Fall war.

Ok, festzuhalten bleibt also, dass wir ein Konzeptalbum mit einem redseligen Erzähler haben. Doch was bieten BLACK MESSIAH anno 2017 musikalisch? Auf " Walls of Vanaheim" präsentieren sich Zagan und seine Feldherren musikalisch experimentierfreudig. So bewegen sich die einzelnen Stücke mal in folkigen Pagan-Gefilden ("Mimes Tod" oder " Satisfaction and Revenge") an anderer Stelle aber auch in Form symphonischen Powermetals ("Mit Blitz und Donner"). Von ihren schwarzmetallischen Ursprüngen ist rein musikalisch kaum mehr etwas übriggeblieben. Wer durch Liedgut wie "Blutsbruder" oder "Christenfeind" zu BLACK MESSIAH gestoßen ist, muss somit womöglich etwas an seiner Erwartungshaltung arbeiten.

Was sich im Gegensatz zu den letzten Veröffentlichungen jedoch kaum verändert hat, sind Zagans Texte und Gesang. So klingt seine kratzige Stimme - meines Erachtens eines der Alleinstellungsmerkmale der Band - noch gleich gestimmt wie auf dem Vorgängerwerk "Heimweh". Auch an den Wechseln zwischen deutscher und englischer Sprache hat sich nichts geändert. Hier findet sich meines Erachtens nach aber auch das größte und leider altbekannte Manko: Schüttelreime, die für das Sommerfest eines Waldorfkindergartens reichen. "Den Mjöelnir erhoben, von Böcken gezogen" oder "Zur Neige geht der Tag der Schlacht, es naht die dunkle Nacht" sind nur ausgewählte Beispiele des Reimwörterbuch-Massakers. Mein persönlicher Favorit ist jedoch: "Der Preis des Friedens WAR für mich nicht ANNEHMBAR. Die Brüder mein verlor ich weil ein Weib streitlustig WAR." Hier sehen wir ganz klar den Grund, warum Skalden über einen langen Zeitraum auf Endreime verzichteten.

Fazit: Musikalisch kann sich "Walls of Vanaheim" hören lassen und brauch sich nicht hinter Szenegrößen wie MANEGARM zu verstecken.  Diesmal wurde komplett auf das mitsingtaugliche Quoten-Trinklied verzichtet ("Wildsau", "Der Ring mit dem Kreuz"...), was dem inhaltlichen Kern des Konzeptalbums sehr entgegenkommt. Einzig die deutschen Texte zwingen mich nach wie vor zu einem leicht stereotypen Kopfkratzen. Wer sich hiervon jedoch nicht unterkriegen lässt, darf sich über ein wirklich hörenswertes Album freuen.

Hardy für Lady-Metal.com