Candlemass - Death thy Lover

Candlemass

Band: Candlemass
    
Album: Death thy Lover

Label: Napalm Records

Release Date: 03.06.2016

Genre: Doom Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Death Thy Lover
02. Sleeping Giant
03. Sinister N Sweet
04. The Goose

Lineup:

Mats Levén - Vovals
Leif Edling - Bass
Mats Björkman - Guitars
Lars Johansson - Guitars
Jan Lind - Drums

Besten Dank an Napalm Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Manchmal macht Wiedersehen, wie ein weiser Spruch uns lehrt, tatsächlich Freude. Bei anderen Menschen oder Situationen reicht ein einziger Kontakt locker für zwei Leben. Nachdem ich vor wenigen Jahren schon eine Rezension zu dem Album "Opens internal link in current windowPsalms for the Dead" schreiben durfte, bleibt mir nur festzustellen, dass ich mich über jede Auseinandersetzung mit neuem Material der Schweden CANDLEMASS sehr freue. Diesmal handelt es sich um eine EP namens "Death thy Lover". Nachdem sich die kultigen Doom-Rocker inzwischen von ihrem gefühlt hundertsten Vokalisten Robert Lowe trennten, feiert auf diesem Output nun die aktuelle Besetzung ihren Einstand. Was euch erwartet, erfahrt ihr natürlich wie immer bei uns.

Womit rechnet ein Fan bei neuem Material einer Band, welche mit ihren Instrumenten selbst die Hochzeit eines jungfräulichen Jesuiten-Paares in eine schwarze Messe verwandeln kann? Ich kann an dieser Stelle nur von mir selbst sprechen, aber ich hoffe bei dem Druck auf den Play-Button auf eine düstere Mischung aus OZZY OSBOURNE, CATHEDRAL und alten ANATHEMA. Tatsächlich werden meine Erwartungen mit dem Titeltrack, welcher zeitgleich als Opener fungiert, alles andere als enttäuscht. "Death thy Lover" glänzt durch ein eingängiges Grundriff und einen rockigen Schlagzeugbeat. Besonders hervor sticht die gesangliche Leistung des Neulings "Mats Levén". Dieser schafft es spielend während des Refrains gefühlvoll, ja beinahe zärtlich zu klingen und während der Strophen den düsteren Prediger zu mimen. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass er sich auch live die Texte der Songs merken kann. Ansonsten darf er sich sicherlich ab und an den Laptop seines Vorgängers ausleihen;-)

Auch während den folgenden drei Songs zeigen CANDLEMASS, dass sie inzwischen auf einen langen Erfahrungsschatz zurückgreifen können, was Songwriting und technisches Können betrifft. Mit "Sinister N Sweet" ist sogar wieder eine klassische Doom-Nummer vertreten, welche auch den Wünschen alteingesessener Fans gerecht werden sollte. Hier wird weitestgehend auf Mitsingtauglichkeit verzichtet. Stattdessen liegt der Fokus eindeutig auf eingängiger Gitarrenarbeit und dem langsamen Aufbau einer andächtigen Stimmung, die sich wohl am ehesten als eine Art böse Vorahnung beschreiben lässt.

Fazit: CANDLEMASS versuchen auf "Death thy Lover" die gesamte Bandbreite ihres Könnens vorzuführen. Das Spektrum reicht von rockigen Nummern (der Titeltrack oder "Sleeping Giant") über Prog-Doom ("Sinister N Sweet") bis hin zu einer schleppenden Instrumental-Nummer ("The Goose"). Das hier technisch nicht gekleckert wird, war zu erwarten. Positiv überrascht bin ich allerdings von der gesanglichen Leistung Mats Levéns. Wenn CANDLEMASS diese Vielseitigkeit auch auf dem nächsten Langspieler beibehalten können, was sicherlich keine geringe Herausforderung wird, bin ich gespannt was uns in den nächsten Jahren noch erwartet. Ich hoffe, ich darf euch wieder davon berichten, wenn es so weit ist!

Hardy für Lady-Metal.com