Devildriver - Trust no one

Devildriver

Band: Devildriver

Album: Trust no one

Label: Napalm Records

Release Date: 13.05.2016

Genre: Modern Metal / Melodic Death Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Testimony Of Truth
02. Bad Deeds
03. My Night Sky
04. This Deception
05. Above It All
06. Daybreak
07. Trust No One
08. Feeling Ungodly
09. Retribution
10. For What It’s Worth

Lineup:
Dez Fafara - Vocals
Diego Ibarra - Bass
Mike Spreitzer - Guitars
Neal Tiemann - Guitars
Austin D'Amond - Drums

Besten Dank an Napalm Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Metal ist für viele Menschen mehr als nur ein schlichter Auswuchs der Rockmusik. Viele leidenschaftliche Metalheads nutzen ihre Lieblingshits zur Stressbewältigung oder als Entspannungshilfe. Glücklicherweise ist diese Musikrichtung so vielseitig wie ihre Hörerschaft. So ist es nicht verwunderlich, dass sich immer wieder neue Spielarten entwickeln und manchmal sogar aus dem Nichts zu entstehen scheinen. Ein Beispiel hierfür ist die enorme Popularität, welche der Nu-Metal zur Jahrtausendwende erreichte. Bands wie LIMP BIZKIT oder KORN machten zu diesem Zeitpunkt zwar schon lange Musik, der große Durchbruch erfolgte aber erst zu dieser Zeit (ok, bei KORN vielleicht schon ein bisschen früher). Als DEVILDRIVER 2003 ihr gleichnamiges Album veröffentlichten, schlugen sie wie mit Baseballschlägern auf die gängigen Klischees dieses Genres ein. Viel zu kompromisslos und unvorhersehbar waren ihre Songs, ohne hierbei auf den notwendigen Ohrwurmcharakter zu verzichten. Seitdem hat sich bei der Band einiges getan. Viele Fanzines ordneten ihre letzten Alben sogar dem Deathmetal zu, ohne hierfür von Fans oder Gegnern gescholten zu werden. Welche Richtung die Reise nun mit dem siebten Langspieler "Trust no one" einschlägt, könnt ihr wie immer bei uns nachlesen.

Ich selbst habe die letzten Alben der Band nicht gehört und bin somit gespannt, was mich bei dem Druck auf den Play-Button erwartet. Das Album startet mit dem Up-Tempo-Kracher " Testimony Of Truth". Es wird sofort klar, dass die Band (oder die Produzenten?) diesmal viel Wert auf eine komplexe Gitarrenarbeit legten. So spielt das Leadinstrument durchgängig komplizierte Melodien, ohne auch nur einen Moment in die Banalität abzurutschen. Gesanglich hat sich Mr. Dez Fafara weit von seinem ursprünglichen Stil entfernt. Klargesang oder gesprochene Einlagen sind hier nicht mal mehr in Ansätzen vorhanden.

Auch die folgenden Tracks bleiben dem Stil des Openers treu. Ich lehne mich sicherlich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich "Trust no one" als absolutes Gitarrenalbum bezeichne. Keine Frage, auch die anderen Musiker liefern eine solide Leistung ab, die gesamte Produktion ist aber offensichtlich darauf ausgelegt, die herausragende Gitarrenarbeit in Szene zu setzen. Leider ist dieser Umstand auch eines der großen Probleme der neuen Songs. Der gesamte Output klingt sehr geplant und berechnet - ja, fast schon steril. Wo sind die unerwarteten Wutausbrüche oder scheinbar unpassenden Instrumentaleinlagen der Anfangstage? DEVILDRIVER gönnen diesmal weder sich, noch ihren Fans, auch nur eine sekundenlange Verschnaufpause. Allerdings wurden Alben dieser Art bereits schon mehrfach von Bands wie UNEARTH oder MACHINE HEAD aufgenommen - und das wesentlich eigenständiger! Insgesamt müssen sich die Kompositionen außerdem, zumindest meiner Ansicht nach, den Vorwurf gefallen lassen, durchweg sehr ähnlich zu klingen. Daran ändert leider auch alle Komplexität nichts.

Fazit: DEVILDRIVER gehörten sicherlich nie zu den prägenden Bands des Nu-Metals. Doch es steht außer Frage, dass sie dieses Genre seinerzeit ordentlich aufgemischt haben. Ich würde sogar so weit gehen, ihnen eine stilprägende Rolle für den modernen Melodic-Death nachzusagen. Es steht somit außer Frage, dass auch 2016 noch versierte Musiker unter diesem Pseudonym agieren. Leider ist die Verspieltheit und Kreativität der Anfangstage nicht mehr in voller Stärke vorhanden (was schon die internationalen Meinungen zu den beiden Vorgängerwerken vermuten ließen). Für Fans lohnt es sich sicherlich trotzdem , einmal in das neue Material rein zu hören. Ich rate aber vorsichtig dazu, nicht zu viel zu erwarten.

Hardy für Lady-Metal.com