Ellende - Todbringer

Band: Ellende

Album: Todbringer

Label: Talheim Records

Release Date: 07. November 2016

Genre: Atmospheric Black Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Am Sterbebett der Zeit
02. Ballade auf den Tod
03. Verehrung
04. Scherben
05. Versprochen
06. Verachtung
07. Am Ende stirbst du allein
08. Wind (acoustic bonustrack)

Lineup:
L. G. - Gesang, Gitarre, Bass, u.v.m.
P. F. - (Live) Schlagzeug
D. B. - Live Gitarre
L. B. - Live Gitarre
S. L. - Live Bass


Vielen Dank an Lukas G. für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Da wirken noch immer die drei Songs der EP "Weltennacht": man denkt dabei an gestern und es brauche keine lange Wartezeit für den Nachfolger. Doch vergleicht man die Release-Daten, stellt man fest, dass gut zwei Jahre vergangen sind und Österreichs Vorzeige-Atmospheric Black Metal Band ELLENDE mit "Todbringer" ihr nächstes Kapitel über das Label Talheim Records auf den Markt bringt. Den interessanten Titel ziert abermals ein von Frontmann Lukas G. selbst gemaltes und tiefsinniges Bild, während das Album als aufwendiges Digi-Pack mit aufklappbarem und kreisförmigem 18-seitigen Innenleben konzipiert wurde.

"Am Sterbebett der Zeit" wird man von einer gediegenen Klaviermelodie in das Album introduziert, deren Grundakkorde in der darauf folgenden "Ballade auf den Tod" fortgeführt werden. Beeindruckend dabei sind die durchdachten Variationenwerke, wie man sie bei ELLENDE stets als prägendes Stilmittel vorfindet. Dabei wechseln die Leads stets durch die ganze Bandbreite an Instrumenten. Wenngleich das beim Schlagzeug eher nicht möglich ist, brilliert selbiges mit virtuosen Rhythmen und Fills, wofür sich Drummer P. F. verantwortlich zeigt, der neben seiner Live-Tätigkeit bereits auch die Studio-Tracks einprügelte.

Trotz der Stilbezeichnung Atmospheric konnte man in der Vergangenheit sehen, dass sich ELLENDE nicht nur in diesem Subgenre des Schwarzmetalls wohlfühlen. Vielmehr werden in den einzelnen Songs viele solcher Elemente und Momente verbaut, während jedoch auch auf das breite andere Spektrum im Black Metal zurückgegriffen wird, um aus der Kombination eine einzigartige Atmosphäre zu zaubern. Das gelingt Lukas G. bei den beiden Songs "Verehrung" und "Scherben", wobei zweiteres in seiner Überlänge enorme Spannungsbögen aufbaut und den Hörer über 15 Minuten lang einfach nur fesselt.

Darauf lässt einem das Instrumentalstück "Versprochen..." Zeit - zum nachdenken, zum sinnieren, zum genießen, zum versinken oder in Erinnerungen zu schwelgen... Nach diesem Intermezzo erweist sich der folgende Song "Verachtung" mit groovigen Rhythmen, epischen Riffs und einer gehörigen Portion Blastbeat als zeitloser Ohrwurm. Wie dem Titel zu entnehmen ist, geht es dabei inhaltlich um das Problem Mensch. "Am Ende stirbst du allein" bildet schließlich das Finale in musikalisch kompletter Machart, worauf man durch eine Akustikgitarrenversion des Songs "Wind" - der Opener des Debüt-Albums "Ellende" - von "Todbringer" entlassen wird.

Fazit: Sowohl die Artwork-Aufmachung als auch die musikalische Produktion sind einzige Kunstwerke. Wie viele Personen im Black Metal bisher so viel Leidenschaft und Herzblut in ihre Band gesteckt haben, kann man nicht wirklich beantworten. Aber es sei hinzugefügt, dass ELLENDE in dieser Hinsicht eine Vorbildfunktion einnehmen und das Feld vor allem durch individuelle Ideen und deren Umsetzung anführen. Kein Wunder, dass sich die bisherigen Pressungen so schnell in der Szene verbreiteten. So sollte das auch bei "Todbringer" sein. Von uns gibt es eine ganz klare Empfehlung.

Flo für Lady-Metal.com