Imperium Dekadenz - Dis Manibvs

Imperium Dekadenz

Band: Imperium Dekadenz

Album: Dis Manibvs

Label: Season of Mist

Release Date: 26.08.2016

Genre: Black Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. In Todesbanden
02. Only Fragments Of Light
03. Still I Rise
04. Dis Manibvs
05. Pantheon Spells
06. Vae Victis
07. Volcano
08. Somnia
09. Pure Nocturnal Rome
10. Seikilos  

Lineup:
Vespasian – Drums, Guitars, Bass, Keys
Horaz – Vocals, Guitars, Keys

Besten Dank an Season of Mist zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Es freut mich immer sehr, wenn ich ein Release rezensieren darf, dessen Schöpfer aus dem wilden Süden stammen. Ein besonderes Vergnügen bereitet es mir jedoch, wenn die Band – wie ich selbst – aus Baden-Württemberg kommt. IMPERIUM DEKADENZ spielten schon regelmäßig in der Lokalszene (in Großerlach damals tatsächlich sogar mit DER WEG EINER FREIHEIT als Vorband), noch bevor sie bundesweit immer mehr Fans unter ihrem Namen auf Konzerte zogen. Heute gehört es schon beinahe zum guten Ton, sie auch auf größeren Veranstaltungen, wie dem Ragnarök- oder dem Wolfszeit-Festival, zu sehen. Die Qualität der letzten Platten lässt bei mir nur einen Kommentar zu: Der Erfolg sei ihnen gegönnt. Anlass dieser Rezension ist allerdings nicht das Schwelgen in Erinnerungen, sondern das schon fünfte Album „Dis Manibvs“, welches kürzlich veröffentlicht wurde. Ob dieser Output an die geschaffenen Standards anschließen kann, haben wir für euch nun einmal angetestet.

Schon auf der Split-EP mit VARGSHEIM wurde deutlich, dass es IMPERIUM DEKADENZ in erster Linie darauf ankommt, eine emotionale Atmosphäre zu erzeugen. An diesem Sachverhalt hat sich auch 2016 nichts geändert. Und auch die genutzten Stilmittel sind weitestgehend gleichgeblieben. So startet der Langspieler zunächst mit einem kurzen Instrumentalpart. Doch auch im weiteren Verlauf des Albums werden Synthesizer und Akustikeinlagen gezielt eingesetzt, um einen besinnlichen Rahmen abzugrenzen, in welchem sich der getragene Blackmetal entfalten kann.

Die Songs bieten ziemlich genau das, was ich von IMPERIUM DEKADENZ erwartet habe. Die Leadgitarre spielt i.d.R. verträumte Melodien, welche unterschiedlichste Traumbilder auf die Leinwand der eigenen Fantasie zaubern. Damit die Songs hierbei nicht im Kitsch versinken, spielt die Rhythmusgitarre immer wieder eingängig rockige Riffs, auf welche auch problemlos gebangt werden darf. Im Gegensatz zu älteren Releases der Band verlassen sich die Musiker bei ihrer aktuellen Struktur jedoch beinahe ausschließlich auf den Midtempo-Bereich. Kurze Ausraster oder wütende Blitzkrieggefechte sind hingegen kaum noch zu finden. Trotz aller Qualität muss ich tatsächlich zugeben, dass mir diese spontanen Stil- und Tempiwechsel auf „Dis Manibvs“ fehlen. Das Wort „traummalerisch“ beschreibt das Album, meiner Ansicht nach, recht passend. Um das Konzept rund werden zu lassen, wurden aber Irritationen oder Experimente weitestgehend in der Kiste gelassen. Auf einem Folgerelease würde ich mir deshalb wünschen, dass wieder etwas wilder über den musikalischen Rahmen hinausgemalt wird. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass ich hier auf hohem Niveau „meckere“.

Fazit: IMPERIUM DEKADENZ liefern mit „Dis Manibvs“ eines ihrer stärksten Alben ab. Musikalisch wird eher ruhiger Blackmetal geboten, welcher punktuell aber auch äußerst rotzig daherkommt (z.B. am Anfang des Songs „Volcano“). Zwar waren die beiden Baden-Württemberger in der Vergangenheit schon aggressiver und experimentierfreudiger, das ändert allerdings nichts daran, dass dieses Album einen tollen Soundtrack für einen schönen Abend (zu zweit?) bietet.

Hardy für Lady-Metal.com