Nachtblut - Antik

Nachtblut

Band: Nachtblut

Album: Antik

Label: Napalm Records

Release Date: 30.09.2011

Genre: Dark Metal

Rezensent: Chris

Tracklist:
01. Antik
02. Ijobs Botschaft
03. Die Blutgräfin
04. Gedenket der Toten
05. Die Mutter die ihr Kind verlor
06. Sturz des Ikarus
07. Kreuzigung
08. Hexe
09. Des Menschen Kunst Blindheit zu säen
10. Kreuzritter

Lineup:
Askeroth - Vocals
Greif - Guitar
Sacerdos - Bass
Lymania - Keyboard
Skoll - Drums

Danke an Napalm Records für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

NACHTBLUT spielten schon bundesweit Gigs mit Bands wie Endstille oder Immortal. In der Heimatstadt Osnabrück wurden sie aber oftmals kritisiert und als bloßes Imitat der Band mit der Schlechtwetterfront im Namen dargestellt. Nun hat die junge Gruppe einen Vertrag mit Napalm Records geschlossen und bekommt die Möglichkeit ihr 2009er Debüt "Antik" noch einmal mit professioneller Unterstützung auf den Markt zu bringen.

Als erstes kann man feststellen, dass die Kritik stellenweise nicht einmal unberechtigt ist. Vor allem der Gesang und die Struktur der Riffs erinnern stark an die Könige des Dark Metals aus deutschen Landen. Hinzu untermauern dies Songtitel wie "Hexe" oder "Kreuzritter". Frontmann Askeroth nimmt dabei kein Blatt vor den Mund - aha, wieder eine Überschneidung. Jedoch ist hier durchaus ein poetischer Ansatz, und nicht nur bloße Provokation, zu erkennen. Vor allem fällt mir hier Georg Trakl ein, der sich in der Zeitenwende 20./21.Jahrhunderts literarisch mit Themen wie Kriegsleiden oder Leichenschauhäusern auseinandersetzte.

Die Niedersachen schaffen hier den Sprung in die Moderne, indem sie historisch anmutende Geschichten verarbeiten, die auch in der heutigen Zeit ihren Platz finden. Die Stärken liegen doch ganz klar in den Elementen fernab jeglicher Struktur des harten Metals. Die Keyboard-Bedienung von Lymania stellen einen guten Kontrast zur doch sehr Black-Metal-lastigen Musik dar. Diese Momente alleine wirken zwar fast wie kitschiger Gothic Metal, jedoch bilden sie mit den aggressiveren Parts eine faszinierende Mischung. Und diese kann den Hörer problemlos in die subtilen und morbiden Geschichten der Stücke hineinziehen.

Als Anspieltipp sei "Gedenket der Toten" gedacht, dass mit seinem Text eine, wohl für viele, bekannte Thematik aufgreift und diese auch durchaus emotional ergreifend umsetzt.

FAZIT: Die Band hat mit dem Schritt zu Napalm Records eindeutig an Qualität, aber vor allem an Eigenständigkeit, zugelegt. Die Produktion bietet ausreichend Platz zur Entfaltung aller Elemente und ist obendrein auch qualitativ nur geringfügig zu bemängeln. Wenn NACHTBLUT auf dem Niveau der Wiederauflage von "Antik" weiterarbeiten, können sie bald ihren ganz eigenen Stellenwert in der Szene einnehmen. Und neben Eisregen fehlt so eine Gruppe vor allem hier zu Lande. Dann wird sich wohl auch der Spott im heimischen Osnabrück in Lob und Wohlgefallen verwandeln.

Chris für Lady-Metal.com

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