Nordjevel - Nordjevel

Lady_Metal

Band: Nordjevel

Album: Nordjevel

Label: Osmose Production

Release Date: 29. Januar 2016

Genre: Black Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:

01. The Shadows Of Morbid Hunger
02. Sing For Devastation
03. Djevelen I Nord
04. The Funeral Smell
05. Denne Tidløse Krigsdom
06. Blood Horns
07. Det Ror Og Ror
08. Når Noen Andre Dor...
09. Norges Sorte Himmel

Lineup:
Doedsadmiral – Vocals, Lyrics
Nord – Bass and Guitar
Fredrik Widigs – Drums

Vielen Dank an Patricia Thomas Band Management für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Kalter und frischer Wind zog vor gut einem Jahr auf, als sich die beiden Herren Doedsadmiral und Nord entschlossen, eine neue Band zu gründen. Unter dem Namen NORDJEVEL komponieren die beiden fortan norwegischen Black Metal. Doch auch das Schlagzeug sollte nicht unbedient bleiben und so wurde hierfür der Drummer einer wahrlich prominenten Band angeheuert. Es handelt sich nämlich um Fredrik Widigs, der seines Zeichens seit 2014 für die Schießbude bei MARDUK zuständig ist. Der Clue dabei: Die drei Herren kombinieren die wichtigsten Stilelemente des norwegischen und schwedischen Black Metal. Auf diese Mischung darf man sehr gespannt sein und mit diesem Hintergrundwissen steigt auch sehr rasch das Verlangen, das neun Track starke Debut-Album "Nordjevel" endlich zu hören.

Mystik macht sich zu Beginn von "The Shadows Of Morbid Hunger" breit, die jedoch schnell durch den brachialen Start ins Geschehen verdrängt wird. Unter gehörigem Blastbeat-Gewitter rollt der NORDJEVEL-Panzer auf einen zu und lässt sich durch nichts aufhalten. Die Skandinavier legen in ganz klassischer Manier einen Song hin, der von Anfang an Ohrwurm-Qualitäten aufweist und auch immer wieder zum Headbangen anregt. Die Nachfolge tritt mit "Sing For Devastation" ein eher im Midtempo gehaltener Song an. Nach gut zwei Dritteln der Zeit wendet sich das Blatt hin zu einem absolut geilen Epik-Teil, ehe es zum Schluss hin wieder im ursprünglichen Riffing mündet. Der Song wirkt anfangs etwas geduldig, kann das Ruder aber dann doch noch rumreißen.

Highspeed gefällig? Dann auf zu "Djevelen I Nord"! Hier fühlt man sich zu Hause. Und auch hier bemerkt man wieder, dass die Kombination aus dem leicht oldschooligen Sound und einer gelungenen Brise epischen Akkordfolgen eine großartige und dennoch eigene Note bilden. Es wäre also falsch, NORDJEVEL mit irgendwelchen norwegischen oder schwedischen Landsleuten zu vergleichen. "The Funeral Smell" beweist diesen Individualismus ein weiteres Mal, erst recht durch die wenigen aber feinen Variationen einiger Riffparts.

"Denne Tidløse Krigsdom" dürfte aus den sozialen Medienprofilen der Nordmänner das mittlerweile wohl bekannteste Lied sein, deshalb werden wir nach dem Genuss der wohlklingenden norwegischen Landessprache gleich zu wieder englisch sprachigen "Blood Horns" springen, womit auch schön langsam das Finale des Albums in Sichtweite rückt. Die beste Stelle findet sich hier etwa zur Mitte: Tremolo-Picking in verschiedenen Formen und Melodien, wozu sich stets passend das Schlagzeug gesellt und je nach Stimmung kraftvoll treibend oder ordentlich groovig präsentiert. Dahingegen preschen "Det Ror Og Ror" und darauf folgend "Når Noen Andre Dor..." wieder nach alter Schule und voller Tatendrang durch die Lautsprecher-Boxen. Sollten die Membrane hier nachgeben, dann wundert Euch nicht: diese dauerhafte Schnelligkeit ist nichts für schwache Hörner.

Kommen wir am Schluss zum - mit über zehn Minuten Spielzeit - längsten Titel von NORDJEVELS Debut-Scheibe, "Norges Sorte Himmel", welcher ohne Zweifel den Gipfel des ganzen Songwritings zu bilden vermag. Auf das synthetische Intro und den stufenweisen Einmarsch folgt das Hauptthema mit seinen choralen Ausführungen. Die zweite Hälfte des Songs könnte man einfach in einem Wort zusammenfassen: Solo. Alle möglichen Tempi und Rhythmen werden hier auf den Tisch gelegt, um schließlich über das bereits bekannte Marsch-Spiel in einem Blastbeat-Outro zu münden, welches wiederum in die eingangs prästentierte Keyboard-Soundwand fadet. Kurzum: ein Rundumschlag vom feinsten...

Fazit: ...und das darf man auch auf das ganze Album rückbeziehen. Selten hat eine Band zu Beginn ihrer Karriere so einen genialen Silberling herausgebracht. Sehr wohl muss man im Hinterkopf behalten, dass es sich bei den Männern um keine Neulinge mehr handelt, aber dennoch kann man klar erkennen, dass die Chemie zwischen norwegischem und schwedischem Black Metal aufgefunden wurde und NORDJEVEL mit diesem Album ein Maximum an Songwriting und auch Produktion liefern. Für unsere Begriffe ist ihnen das absolut gelungen und deshalb darf man selbstverständlich schließen mit einer klaren Kaufempfehlung für Fans von Black Metal. Diese Scheibe sollte in keinem Regal fehlen.

Flo für Lady-Metal.com

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