Red Machete - Electric Power

Red Machete

Band: Red Machete

Album: Electric Power

Label:
Self Released

Release Date: 15.06.2013

Genre: Hard Rock

Rezensent: Hardy

Tracklist:

01. High Volume Rock N Roll
02. City Of Angels
03. Be Prepared
04. Lonely Streets
05. New Way

Lineup:
Marco Hadzic – Vocals, Guitars
Jürgen Daller – Bass
Klaush Fischer – Drums

Besten Dank an Red Machete für diesen kleinen Geheimtipp

Beurteilung

Die Mitglieder der jungen Hardrockband RED MACHETE aus Österreich musizieren nun seit fünf Jahren zusammen und sehen dies als Anlass, ihre zweite EP zu veröffentlichen. Über die Bühne gegangen ist das Ganze in Eigenregie und somit ohne Drahtseil, Fallschirm oder doppelten Boden. Der Versuch Musik aus den Siebzigern neu aufzulegen und an die heutige Zeit anzupassen wirkt dabei ohnehin schon wie der Akt eines Trapezkünstlers. Die Balance zwischen Retrosound und modernen Erwartungen zu halten gelingt nicht vielen Bands. GRAVEYARD und die wiederauferstandenen BLACK SABBATH zeigten allerdings, dass dieses Unterfangen nicht zwangsläufig unmöglich ist. Welches Niveau „Electric Power“ erreicht, sollt ihr gerne erfahren und nachdem es sich hierbei nur um eine EP handelt, nehmen wir den Output diesmal Track by Track unter die Lupe.

High Volume Rock N Roll: Der Opener des Albums beginnt mit einem langsam gehaltenen Standard-Riff und verlangt zunächst keinem der Musiker allzu viel Leistung ab. Warum wurde an den Anfang der Scheibe nicht ein etwas fetziger Song gesetzt? Die Antwort kommt mit dem Einsatz der Vocals. Die Stimme befindet sich in einer ungeahnten Höhe und ist kurz davor die Gläser in Omas Wandschrank zum bersten zu bringen. Zu dieser Art Gesang passt das lässige Midtempo ganz ausgezeichnet. Gäbe es noch ein Keyboard könnte dieser Song auch ohne weiteres von BOSTON stammen.

City Of Angels: Mit Song numero zwei wird der Regler für den Groovefaktor gleich nochmal deutlich nach oben gedreht. Die Gitarre klingt nach PINK CREAM 69 oder alten BACKYARD BABIES. An der Geschwindigkeit wurde allerdings noch nichts weiter verändert. Der Sound vermittelt das Gefühl, mit Holzfällerhemd und kühlem Bier mitten auf einer Dachterrasse den Wind zu spüren.

Be prepared: Hierbei handelt es sich um den mit Abstand kürzesten Song der Platte. Die rotzige Attitüde verleiht dem Track schon beinahe Punk-Charakter und erinnert mittelschwer an die ruhigeren Kompositionen von THE ADDICTS.

Lonely Streets: Wie bei den vergangenen Titeln wird in mittlerem bis ruhigem Tempo musiziert. Während Bass und Schlagzeug ein simples doch solides Fundament legen, spielt sich die Gitarre mit ihrem raffinierten Riffing in den Vordergrund. Dieser Song liegt auf keinen Fall hinter den anderen zurück, liefert aber auch keine wirklich neuen Einfälle mehr. Ab diesem Zeitpunkt hätte ich mir trotz musikalisch starker Leistung etwas mehr Abwechslung gewünscht.

New Way: Der Rausschmeißer auf dieser Platte geht zum Abschluss nochmal straight nach vorne. Schrill und lässig wie eine spontane Tour auf dem neuen Motorrad klingt „Electric Power“ aus. Zurück bleibt eine wirklich gut produzierte EP, die sich hinter anderen Szenegrößen keinesfalls verstecken braucht.

Fazit:
Mit ihrer zweiten EP zeigen RED MACHETE was sie so alles zu bieten haben. Im Großen und Ganzen wird hierbei dem Sound alter Rock’n’Roll Götter wie URIAH HEEP oder THE WHO gehuldigt. Einzig etwas mehr Abwechslung zwischen den einzelnen Songs wäre wünschenswert gewesen. Nicht zuletzt ein paar Wechsel in Tempo, Stimmlage und Songstruktur brächten die Party noch etwas mehr in Schwung. Aber was soll’s? Schließlich stehen die Jungs aus Österreich mit ihrem Schaffen noch am Anfang. Ich setze jetzt meine Sonnenbrille auf, schmeiße das Haargummi aus dem Fenster und drücke nochmal auf Play!

Hardy für Lady-Metal.com

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