Ritual Killing - New Tribe

Ritual Killing

Band: Ritual Killing

Album: New Tribe

Label: Blacksmith Records

Release Date: 21.12.2012

Genre: Thrashmetal

Rezensent: Hardy

Tracklist:

01. Intro
02. Liar
03. Command me
04. My Owner
05. Deadly Thinking
06. New Tribe
07. Headhunter
08. Learn to Kill
09. Silent Earth
10. No Total Control
11. Blood Cops
12. I Do It For
13. Outro

Lineup:
Simon – Vocals
Flo - Guitars
Tom – Bass
Fabian – Drums

Danke an Ritual Killing für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

„New Tribe“ ist das Erstlingswerk der Coburger Thrasher RITUAL KILLING. Der Pressetext verspricht Musik von jungen Menschen, „die unzufrieden sind“ ohne eigentlich genau zu wissen weshalb. Ich versuche einfach mal nicht über die Sinnhaftigkeit dieser Aussage nachzugrübeln und mich stattdessen auf die Musik zu konzentrieren. Auch Metal darf schließlich noch etwas mehr beinhalten, als blinde Aggression.

Glücklicherweise bietet die Musik wesentlich mehr, als mich dieser äußerst interessante Werbesatz zunächst vermuten ließ. Zuerst muss man sich allerdings durch ein recht belangloses Intro quälen. Dumpfer Trommelsound soll wohl auf die Besonderheit dieser Band aufmerksam machen – Nämlich die Verbindung von Thrash mit exotischen Instrumenten. Ich bin mir nicht sicher, ob man dem Hörer wirklich mit einem Vorschlaghammer (Vorsicht, Metapher-Alarm: Gemeint ist natürlich das Intro) in die Fressluke donnern muss, damit er auf Didgeridoo und Trommeln aufmerksam wird, doch offensichtlich wurde sich für diese Methode entschieden.

Wer diesen ersten Track überstanden hat, wird dafür mit bereits ziemlich eigenstandigen Kompositionen belohnt. Und der eigene Sound der Band ist noch lange nicht alles! Zum einen werden die Instrumente beherrscht und sauber gespielt. Zum anderen, und das in meinen Augen das große Plus dieser Platte, wird eine enorme Abwechslung geboten ohne den roten Faden zu verlieren. Manche Songs erinnern an den groovigen Grindcore von DARGOLF METZGORE (My Owner), andere an den rockigen Thrash von EKTOMORF (Deadly Thinking, Headhunter). Durch den afrikanischen Touch werden bei mir sogar hin und wieder Assoziationen zu SEPULTURA wachgerüttelt (New Tribe, Learn to kill, I do it for).

Insgesamt wirkt dieses Werk auf mich hiermit schon recht erfrischend und facettenreich. Durch die vielen Einflüsse, die für jeden Song wieder wild aufs neue miteinander kombiniert wurden, dürfte diese Scheibe nicht nur für eingefleischte Thrasher interessant ein. Eigentlich können Anhänger aller extremen Metalgenres beruhigt ein Ohr riskieren. Vielleicht wird sich sogar der ein oder andere Hardcore-Punker akustisch zu dieser Truppe hingezogen fühlen.

Fazit:
Es ist schwer zu schreiben, welcher Zielgruppe dieser Sound gefallen und wer hingegen gar nichts mit „New Tribe“ anfangen können wird. Die Vielseitigkeit der Platte sollte RITUAL KILLING in Zukunft ein kunterbuntes Publikum bescheren. Auch spielerisch wird sich für ein Debütalbum schon ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt. Ich hoffe die Jungs sind noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt und setzen womöglich irgendwann nochmal einen drauf. Bis dahin spreche ich mal eine eindeutige Hörempfehlung aus.

Hardy für Lady-Metal.com

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