Rusty Pacemaker - Blackness And White Light

Rusty Pacemaker

Band: Rusty Pacemaker

Album: Blackness And White Light

Label: Solanum Records

Release Date: 20.10.2010

Genre:
Doom / Melancholic Rock

Rezensent:
Chris

Tracklist:

01. Cell
02. You Never Had
03. My Way
04. Amok
05. Waiting For Tomorrow
06. The Human Race
07. My Last Goodbye
08. Blackness And White Light
09. Revolution
10. Mother

Lineup:
Rusty Pacemaker - Vocals, Guitars, Bass, Keyboards
Franz Löchinger - Drums

Vielen Dank an Rusty Pacemaker für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Manche Alben sind überragend, manche gut und einige einfach nur schlecht. Dazwischen liegen Veröffentlichungen, denen man nur schwerlich ein Urteil zusprechen kann. "Blackness And White Light" ist eine Scheibe aus dieser spärlich bestückten Kategorie.

Zu Beginn an sei gesagt, dass dieses Album von Künstler Rusty vollständig in Eigenproduktion entstanden ist. Die Songs wurden selbst geschrieben, die Texte verfasst und spielte fast die Gesamtheit der Instrumente selbst ein. Ledglich am Schlagzeug bekommt RUSTY PACEMAKER Unterstützung von Franz Löchinger. Sogar das Label Solanum Records wurde nur für dieses Release gegründet. Somit kommt man hier in den Geschmack einer der wenigen Alben, die von der Plattenindustrie und ihrem Kommerz vollständig unberührt sind.

In jahrelanger Indepent-Produktion entstand somit ein Werk, bei dem sich Pacemaker als musikalischer Vagabund entpuppt, der fast spielerisch diverse Genregrenzen verschwimmen lässt. Hauptsächlich gibt es doomige und melancholische Rockmusik mit weitläufigen Ambientpassagen zu hören. Aber auch drückende Stoner-Einflüsse mischen sich immer wieder dazwischen. Die Grundstimmung ist absolut düster, die Thematik des Albums bedrückend und deprimierend. Dazu wirkt der teilweise eingestreute monotone Sprechgesang mit partiell eingebauten, weiblichen Vocals sehr verstörend und formt einen Klangwald mit psychedelischem Touch. Oberhalb des Midtempos bewegen sich hier nur sehr wenige Passagen. RUSTY PACEMAKER erzählt in einer persönlich wirkenden und direkten Art über die verstörenden Momente des Lebens. Abwechslung wird nicht groß geschrieben, aber genau das transportiert das wohl gewollte Gefühl sehr gut.

Die Drums klingen blechern und die E-Gitarren treiben den Sound voran. Eigentlich ist das Album sehr roh und nackt in seiner Gesamtheit. Daher könnten gerade Freunde des 80er Jahre Metals Gefallen an "Blackness And White Light" finden. Auch gerade deshalb könnten Freunde moderner Klänge mit den knappen 60 Minuten einige Schwierigkeiten haben. Auf der anderen Seite wird das Album dadurch mit jeder Sekunde intensiver und greifbarer. Der Gesang ist dabei wahrlich kein ausgebildetes Meisterwerk, dafür aber ehrlich und gerade deshalb passend.

FAZIT: Auf jeden Fall ist die Produktion und Entstehungsgeschichte absolut lobenswert. Mehrere Künstler sollten ihre Visionen und Gedankenbilder auf solch einer Ebene in die Welt hinaus tragen. Doch gerade durch die Independent-Produktion werden die Schwächen und Stärken des Albums umso direkter bewusst. Durch eine relative Amelodiösität und Monotonie wird viel der musikalisch aufgebauten Stimmung nieder gemacht. Aber ist es nicht genau so, das Leben? Doch die meisten Songs klingen ähnlich und einprägsame Stellen sind leider Mangelware. Auf jeden Fall versprüht dieses Werk das Herzblut und die Energie des Künstlers RUSTY PACEMAKER. Gerade durch die Ecken und Kanten ist "Blackness And White Light" durchaus sehr interessant. Und auch die bedrückende Atmosphäre kann man bei anderen Werken vergeblich suchen. Für einsame, verstörte oder einfach traurige Zeiten ist dies der perfekte Soundtrack. Wer Musik aus dieser Stilrichtung vorher nicht mochte, wird auch nach der Platte seine Meinung nicht ändern. Für alle aufgeschlossenen Musikhörer bietet sich ein Album, dass auf jeden Fall ein Hörerlebnis der besonderen Art darstellt.

Chris für Lady-Metal.com

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