Saille - Eldritch

Lady_Metal

Band: Saille

Album: Eldritch

Label: Code 666

Release Date: 10. November 2014

Genre: Symphonic Black Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Emerald
02. Walpurgis
03. The Great God Pan
04. Aklo
05. Cold War
06. Eater of Worlds
07. Red Death
08. Dagon
09. Carcosa

Lineup:
Dennie Grondelaers - Vocals
Reinier Schenk - Guitar, Bass
Jonathan Vanderwaal - Guitar, Clean Vocals
Dries Gaerdelen - Keyboards, Piano, Clean Vocals
Kevin De Leener - Drums

Vielen Dank an Code 666 für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Im Jahre 2008 durch Keyboarder Dries Gaerdelen gegründet, strebte der Musiker nach einer Melodic Black Metal Band, die seine Favoriten Tartaros, Limbonic Art und Keep Of Kalessin vereint. Enthusiastisch wie diese drei agieren SAILLE - richtig ausgesprochen "Sahl-yeh" - bis heute, denn bisher konnten sie viele Konzerte und Festivals mit Genregrößen verzeichnen. Wie ihr Erstlingswerk "Irreversible Decay" (2011) wurde auch das hier vorliegende zweite Album "Eldritch" bei Code 666 veröffentlicht. Na dann, auf geht's!

Die Belgier wollen ohne großen introduzierenden Spielereien möglichst schnell auf den wesentlichen Kern ihrer musikalischen Aussage hinaus: Fette Gitarren, druckvoller Bass, ordentlich Tempo und eine Prise Epik, die ein dezent eingesetztes Keyboard beisteuert. In den ersten beiden Songs "Emerald" und "Walpurgis" werden diese Elemente beeindruckend präsentiert. Besonders gut wirken bei letzterem die Double-Bass-Attacken. Da scheppert das Gebälk.

So merkt man schnell, dass sich SAILLE bei der strukturellen Gestaltung mächtig ins Zeug gelegt haben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Jeder Song ist ein eigenes Kapitel für sich, das den Hörer in seinen Bann zieht und zu fesseln vermag. In "The Great God Pan" und den folgenden Songs "Aklo", "Cold War" sowie "Eater of Worlds" hat man sich dafür auch gut Zeit genommen, nämlich im Schnitt gute sieben Minuten.
Was nach dem enorm temporeichen und infolgedessen ordentlich Fußmaschinen-virtuosen "Aklo" wie ein Sturm auf das Haupt fegt, macht der Anfang von "Cold War" in Form einer Ballade als kleine Verschnaufpause gut. Wenn auch nicht lange...denn das Attribut "Ballade" wird durch Fill-In-Spielereien in die ursprünglich gewohnte Schnelligkeit SAILLE's umgewandelt. Nichtsdestotrotz gewinnt dieser Song erheblicher Bedeutung durch seine einzigartige Vielfalt und Abwechslung zwischen weichen und hammerharten -auch melodischen- Passagen.

Es folgt auf das bisher Gehörte nun ein schöner Song im langsamen Bereich. Zeit vor dem Finale, um sich von "Red Death" berieseln zu lassen. Dieser vereint wiederum die instrumentale Ausdruckskraft - ja schon fast -gewalt - der Band mit ihren beiden markanten Stimmlagen. Besonders in einem fetten Break-Teil, in dem sich diese beiden, das Gekreische mit dem tiefen Growling, gegenseitig die Hände reichen. Das Ende des Albums schmückt wiederum ein zweiteiliger Song: "Carcosa". Grundsätzlich im trägen Gefilde beheimatet, lassen die fünf Dunkelfürsten zum Schluss noch einmal die Katze aus dem Sack und zeigen abermals beeindruckend, wie sie mit ihren Instrumenten umgehen können.

Fazit: SAILLE avancieren mit ihrem neuen Album "Eldritch" aus dem Underground, wie sonst keine andere Band. Das Potential ist ungeahnt und vielleicht erlebt diese Art des Black Metal mit den Belgiern mal wieder einen kleinen Aufschwung, nachdem man sie mit eingangs genannten Bands nur mit viel Fantasie vergleichen kann. Vergleiche sind ohnehin unnütz. SAILLE machen ihr eigenes Ding. Und das gekonnt und mit viel Enthusiasmus. Gerade deshalb ein Grund, dass "Eldritch" definitiv in Euer mit schnellem Black Metal gefülltes Regal gehört.

Flo für Lady-Metal.com

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