Sakrileg - Sakrileg

Sakrileg

Band: Sakrileg

Album: Sakrileg

Label: Cursed Records

Release Date: 01.10.2012

Genre: Black Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Propaganda
02. In jener Nacht
03. Ein Feldpostbrief
04. Ignoranz
05. Abschiedsbrief (meiner toten russischen Freundin)
06. Samstag
07. Chain
08. Verloren
09. Outroduktion (Verderbtheyd)

Lineup:
Feanor Omega – Vocals, Guitars
Morbid Florist – Guitars, Fiddle
Mikhail - Bass
Tigris - Drums

Besten Dank an Cursed Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

SAKRILEG gehören zu den wenigen Bands dieser Tage, die sich noch richtig Zeit zum Musizieren nehmen. Schon seit 2009 treffen sich die drei Gründungsmitglieder um ihren melodischen Blackmetal zu spielen, ohne einen offiziellen Langspieler auszukoppeln. Dies wird sich in den kommenden Wochen ändern. Das gleichnamige Debüt-Album steht in den Startlöchern und kann in Auszügen bereits über Soundcloud probegehört werden. Uns liegt glücklicherweise der gesamte Langspieler vor, weshalb ich meinen Eindruck der Scheibe gerne mit euch teilen möchte.

Eine Sirene gibt noch kurz ein letztes Warnsignal von sich und schon geht es mit dem Opener „Propaganda“ so richtig auf die Zwölf. Wer die ersten Sekunden nicht zur Flucht genutzt hat, wird es auch während dem Rest des Albums nicht schaffen. Kaum ist der erste Song vorbei, haben mich SAKRILEG schon für sich gewonnen. Textlich wird nie in heidnische, satanistische oder gar kosmische Bereiche eingetreten. Stattdessen handeln beinahe alle Songs von Krieg, Tod und Zerstörung. Fans von ENDSTILLE oder NEGATOR sollten somit zumindest lyrisch voll auf ihre Kosten kommen. Jesus Freaks, Green-Peace-Anhänger und Hobbyweltverbesserer sollten sich stattdessen genau überlegen, ob sie nicht lieber zur aktuellen Platte von WOLFGANG PETRY greifen möchten.

Musikalisch wird durchgehend auf einem sehr hohen Niveau agiert. Für besonders erwähnenswert halte ich die schön dezent abgemischte Fidel. Mir ist keine Stelle aufgefallen, an der mich dieses Instrument gestört hätte (und normalerweise bin ich anfällig für zu viel Gedudel). Insgesamt erinnert mich der Stil dieser Musik stark an die Kollegen von EISBLUT, SCHATTENREICH, WEIDENBAUM und THRENODIA. Gerade Fans dieser Gruppen sollten sich dringend mit dem neuen Album von SAKRILEG auseinandersetzen.
Doch vorsicht: Dieser Stoff macht süchtig!

Als Schmankerl haben sich SAKRILEG für ihr Debüt einen ganz besonderen Coversong ausgesucht. Anstatt einfach nur einen bekannten Gassenhauer nachzuspielen, haben die Jungs versucht zwei absolute Kulthits miteinander zu kombinieren. In dem Stück „Abschiedsbrief“ wurde der Text von EISREGENs „Meine tote russische Freundin“ mit der Melodie von NARGAROTHs „Abschiedsbrief des Prometheus“ hinterlegt. Das Ergebnis wirkte für mich im ersten Moment ein wenig Irritierend, da ich beide Stücke kenne und erst nach minutenlanger Spielzeit auf den Trichter kam, welche Symbiose sich gerade ihren Weg in meinen Gehörgang bahnt. Hat man sich erst mal an diese Verbindung gewöhnt und kann dem Song seine volle Aufmerksamkeit widmen, schlägt er allerdings ein wie eine Splitterbombe. Die Umsetzung wird der schrägen Idee absolut gerecht, weshalb diese Neuinterpretation sicherlich in naher Zukunft zum Standardrepertoire der Underground-Clubs gehören wird.

Meine persönlichen Favoriten finden sich mit „Propaganda“ und „Ein Feldpostbrief“ gleich auf der ersten Hälfte des Albums. Dies ist allerdings mein ganz individueller Eindruck. Stark bleiben die Songs bis zum Outro, weshalb sicherlich jeder Hörer seine eigenen Lieblinge entdecken, hegen und pflegen wird. Jetzt wird’s nur noch Zeit, dass ich die Truppe live erleben darf. Mitschreibereit bin ich mittlerweile: „So war es Spätsommer...“

Fazit: Gespielt wird auf SAKRILEG Blackmetal im typisch deutschen Stil. Egal ob man auf VARGSHEIM, GRAUPEL oder andere Bands aus diesem Sektor steht, die Jungs um Sänger Omega sollten mit ihrem Hang zur Perfektion für jeden Patronengurtträger etwas zu bieten haben. Stets mit einem morbiden Touch und klasse Vocals beinhaltet das Album neun spitzen Songs, die auch von ihrer Qualität kaum voneinander abweichen. Wer Blackmetal mag, wird SAKRILEG lieben. Ich denke dem bleibt nichts hinzuzufügen!

Hardy für Lady-Metal.com

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