Saxorior - Saksen

Band: Saxorior

Album: Saksen

Releasedate: 18.09.2015

Label: Einheit Produktionen

Genre: Pagan Metal

Rezensent: Olli

Tracklist:
01. Hinreise
02. Saksen
03. Litus Saxonicum
04. Irminsul
05. Blutbad von Verden
06. Sax
07. Stellinga
08. Rückkehr

Lineup:
Kai-Uwe - Vocals, Gitarre
Matthias - Vocals, Gitarre
Frank - Keyboards
Tom - Bass
Andy - Drums

Vielen Dank an Einheit Produktionen für das zur Verfügung stellen des Albums

Beurteilung

Saxorior sind zurück! Seit 1994 sind die Mannen von Saxorior aktiv, wobei es nach dem letzten Album "Völkerschlacht" aus dem Jahr 2008 sehr ruhig um die Band wurde. Etwas verspätet zum zwanzigjährigen Bandjubiläum hauen sie mit "Saksen" aber nochmal einen raus.

Diese Platte wird vermutlich ziemlich gemischte Reaktionen hervorrufen. Schlecht ist die Scheibe auf keinen Fall, aber ihre Stärke ist zugleich auch ihre Schwäche. Was Fans dieser Musik als episch bezeichnen, dürften andere als langweilig empfinden.

"Hinreise" ist ein stimmungsvolles Intro, das einen mit Naturklängen, Gitarren, Synthies und einer Art gesprochenem Vorwort in der Welt der Saksen willkommen heißt. Der darauf folgende Titeltrack klingt feierlich und lädt zum Bangen und "Saksen!" gröhlen ein. Auch die restlichen Songs bieten dieselben Merkmale: die Drums sind zackig, die Gitarren nicht unbedingt filigran, aber die Riffs sind gefällig und einprägsam, während die Songs immer wieder zu Refrains steuern, die mit leicht gedämpftem Tempo die Kernaussage des Songs ins Hirn hämmern. Das ist alles gut, aber irgendwie nie herausragend.
Musikalisch ist man hier ganz klar in Deutschland: in Sachen Atmosphäre kommen mir aufgrund der Dichte häufig Falkenbach in den Sinn, während ich musikalisch eher an alte Menhir und ähnlich klingende Bands denken muss. Leider auch einer der Kritikpunkte, die Produktion wäre Ende der 90er ziemlich stark gewesen, für 2015 klingt es doch insgesamt etwas flach und drucklos. Alles plätschert gleichmäßig vor sich hin, immer gefällig, aber eben ohne Kanten und Ecken. Hier ein bißchen fettere Drums, da die Gitarren etwas in den Vordergrund stellen, man könnte schon durch einen differenzierteren Sound Highlights bauen, denn im Songwriting sind diese durchaus zu finden. Auch die Chorstellen überzeugen mich deshalb nicht wirklich, was leider so manche Stelle verpuffen lässt. Trotzdem verliert man sich in diesem Album recht schnell, denn Saxorior verstehen ihr Handwerk und kreieren eine in sich stimmige Atmosphäre und zeichnen vor dem geistigen Auge Bilder von Schlachten und alten Göttern wie nur wenig andere Bands.

Fazit:
Wie erwähnt werden sich die Geister an diesem Album wohl scheiden. Die Songs sind bis auf den Titeltrack und "Blutbad von Verden" zwar nicht besonders lang, allerdings ist das Album sehr homogen und wirkt dadurch manchmal etwas arm an Höhepunkten. Trotzdem wird hier durchweg gut gemachter Pagan geboten, der mit den Texten, soweit ich sie raushöre, ein atmosphärisch dichtes Album bildet. Liebhaber progressiver und abwechslungsreicher Musik werden hier wahrscheinlich schnell aussteigen, Fans von klassischem deutschen Pagan Metal werden hier voll bedient.

Olli für Lady-Metal.com

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