Schattenreich - Von Gedeih Und Verderb

Schattenreich

Band: Schattenreich

Album: Von Gedeih Und Verderb

Release Date: 01.07.2011

Label: MDD Records

Genre: Black Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Intro
02. Die Feuer Brennen Hell
03. Mahnmal
04. Peststurm
05. Hochzeit
06. Das Licht
07. In Den Tod
08. Heimatlos
09. Kreuzritter
10. Unser Weg
11. Schattenreich
12. Outro

Lineup:
Anomietes - Vocals
Boppel - Guitar
Sapp - Guitar
Horus - Bass
Keltor - Drums

Danke an MDD Records für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Da freut sich das Herz eines jeden Black Metallers. Hier kommt das Erstlingswerk der bereits 2004 gegründeten 5-köpfigen Formation Schattenreich aus Deutschland mit dem Namen "Von Gedeih und Verderb". Auf dem Album befinden sich gleich zwölf Songs mit einer Gesamtspielzeit von sage und schreibe über 60 Minuten, somit ist eine gnadenlose Zitterpartie für das Publikum vorprogrammiert.

Los gehts standesgemäß mit einem anmutenden Intro, das den Hörer erst einmal auf Betriebstemperatur bringt. Mit einem leichten Einfluss von Folk in den Melodiebögen begibt man sich auf die Reise. Und da kommt auch schon der zweite Song "Die Feuer Brennen Hell", den man im Gegensatz zum vorangegangenen fast schon als Stilbruch sehen kann, denn ab nun gehts ordentlich zur Sache. Die Riffs wirken aufgrund der stärkeren Anlehnung zum Black Metal viel gefrässiger, nicht zuletzt hervorgerufen durch den ein oder anderen Mollklang. Zwischengelagtere groovige Palm-Mute-Riffs der Rhythmus-Guitar geben dem ganzen einen schönen Kontrast. Dies zeigt, dass hier kein Einheitsbrei geboten wird, sondern komplexe Strukturen zum Wohle des Hörers, damit diesen nicht die Langeweile überkommt.

Angelangt bei "Peststurm" wären hier die sehr verschiedenartig gespielten Blastbeats vom Schlagzeug hervorzuheben, die nie allzu lange auf ein und derselben Temposchwelle bleiben, sondern zwischen langsam und schnell variieren. Des Weiteren findet man in diesem Stück ein Gitarrensolo und gebettet auf den hämmernden Rhythmus der übrigen Instrumente klingt dies auch sehr gut. Mit "Hochzeit" hat das Album auch den ersten signifikanten Hochpunkt erreicht, denn es erinnert vor allem das Grundriff an Eisregen.
Stimmlich wird eine gekonnte Mischung aus druckvollem Gekrächze und höllischen Growls geboten, was wieder der Abwechslung beiträgt. Wie in einer fremden Gegend, also "Heimatlos", mutet die Stimmung dieses Songs an, die vor allem durch die Melodie während des wiederkehrenden Blastbeat-Teils und den akustischen Teilen etwa in der Mitte und am Schluss vermittelt wird, wobei letzterer zum schwermütigen Ausklang dient und deshalb noch etwas Kraft durch das Schlagzeug verliehen bekommt. Aus der Reihe tanzend ist das Intro von "Unser Teil", das ein durchwegs tiefgründiges und schweres Stück vermuten lässt, dem aber nach gut einer halben Minute jeglicher Garaus gemacht wird und mit temporeicher Instrumentalisierung wieder ein Knaller der gehobenen Klasse abgeliefert wird. Auch ein Track mit dem Namen "Schattenreich" findet sich auf dem Album, und an vorletzter Stelle bildet dieser, mit ordentlich Power getränkt, auch einen schönen Abschluss, bevor einen das "Outro" von diesem absolut fesselnden Album entlässt.

FAZIT: Strukturiert, abwechslungsreich und kraftvoll könnte man dieses Album mit drei Worten bezeichnen. Als erstes Full-Length-Album bieten Schattenreich hier ein knallhartes und mit über 60 Minuten Spielzeit vor allem langes Werk, was man im Black Metal eher selten vorfindet. Als Tour-Supporter von nennenswerten Genre-Größen wie Besatt und Darkened Nocturn Slaughtercult präsentierte sich die Formation auch schon live. Zusätzlich vom herausragenden Potential der Band zeugend sind die überwiegend gut verständlichen deutschen Texte und der eigene Stil, denn dieser ist aufgrund seiner Einzigartigkeit nicht mit anderen Bands vergleichbar.

Flo für Lady-Metal.com

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