Sinride - Evenfall

sinride

Band:  Sinride

Album: Evenfall

Label: Eigenvertrieb

Release Date: 15.04.2012

Genre: Melodic Progressive Metal

Rezensent: Chris

Tracklist:
01. Bumerang
02. Du bist es
03. Evenfall
04. Cyclonic
05. The Mirror
06. Choice
07. In The Waters

Lineup:
Tim - Vocals, Guitar
Dirk - Bass
Denis - Keys, Backing Vocals
Nils - Drums

Danke an SINRIDE für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

2006 wurde von Tim und Denis in Hamburg begonnen, ein neues gemeinsames Musikprojekt aufzubauen (nachdem sie bereits 1995 in Lübeck gemeinsam in der Band Scamander gespielt hatten). Alles fing unter dem Namen "Cronos" an und das Lineup wurde später von Lars am Bass und 2009 von Schlagzeuger Nils komplettiert. Ihren Fokus legen sie dabei auf deutschsprachige Songs, um die unterrepräsentierte deutsche Szene des Progressive Metal zu verstärken und sich in dieser zu positionieren.

Die Musiker können auf Erfahrungen in diversen Bands, wie z.B. Eternal Reign, Reckless oder Toreador zurückblicken. Die einzelnen Songs bestehen vor allem durch einen Wechsel aus melodischen und aggressiveren Parts, die so durchaus ein rundes Ganzes erzeugen. Ich bin vor allem durch die sehr gute Produktion dieses Debütwerks beeindruckt, die man sich wahrscheinlich einiges an Zeit und auch Geld hat kosten lassen. Da merkt man dann auch schon einen gewissen Hang zur Perfektion, der sich in den Kompositionen niederschlägt. Jedes Riff, jeder Gitarrenlauf, die Drums und natürlich auch Vocals haben einen ganz angestammten Platz, der nicht nur zufällig entstanden ist. Gesangstechnisch wechselt man ebenfalls zwischen klaren, energievollen Vorträgen und härteren, an Shouts/Growls angelehnte, Passagen. Situativ kann man auch eine Art "Gangshouts" vernehmen. Als kleinen Kritikpunkt muss man aber doch die Drumbearbeitung erwähnen, die phasenweise gern etwas druckvoller hätte ausfällen können. Und was überraschend war: die deutschsprachigen Songs sind die deutlich stärkeren auf diesem Werk. Man merkt eben schlicht und ergreifend, dass der Sänger dahinter ebendieser Herkunft ist. Fällt aber wohl auch nur wegen der Verschmelzung beider Sprachen in dieser Form auf. Hier muss man auch mal eine Lanze für die deutsche Untergrund-Metalszene brechen, die in den vergangenen Jahren eine überaus wohlwollende Schwemme an qualitativ hochwertigen Eigenproduktionen auf den Markt geschmissen hat. Aber nicht nur das, sondern auch Bands, die für Innovation und die Liebe zur Musik stehen.

Am Ende fragt man sich nur, wo die versprochene Fokussierung auf deutschsprachigen Metal geblieben ist? Sind es doch hier leider gerade einmal zwei Songs, von insgesamt sieben. Da hätte ich mehr gewünscht, weil da eine Menge Potential innewohnt.

Fazit: Die cleanen Vocals sind in der Paarung mit progressiv angelegten Metalstrukturen eine wahre Ohrenfreude. Gerne hätte man zu deren Gunsten auch auf die eher härteren Gesangsdarbietungen verzichten können. Produktion, Mix und Mastering des Albums kann man nur an minimalen Stellen bemängeln. Insgesamt ist das wirklich sehr anständig. Natürlich ist deutschsprachiger Metal immer so eine Sache, die auch grandios nach hinten losgehen kann. Vor allem dann, wenn die Texte eher peinlich-deplatziert durch die Boxen katapultiert werden. Diesem Manko entziehen sich SINRIDE sehr gekonnt. Jedoch bleibt am Ende ein Beigeschmack, der exotisch und seltsam zu gleich am Gaumen haften bleibt. Progressiver Metal in deutscher Sprache ist eben doch noch eine wenig verbreitete Nische. Aber genau da könnte auch das Potential und die Zukunft für diese Band liegen. Sich einen wohlverdienten, gefestigen Platz in der Metallandschaft erspielen, durch die Ausfüllung einer bisher (fast) leeren Sparte. Wird weiterhin auf diesem Niveau gearbeitet, und man besinnt sich auf die angesprochene Teutonendarbietung, können wir uns auf weitere sündige Ausritte einstellen. Vielleicht, oder ganz sicher, dann auch mit einem Label im Rücken.

Chris für Lady-Metal.com

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