Solefald - Norronasongen (Kosmopolis Nord)

Solefald

Band: Solefald

Album: Norronasongen - Kosmopolis Nord

Label: Indie Recordings

Release Date: 27.10.2014

Genre: Folk Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Norrønaprogen
02. Det Siste Landskap (An Icelandic Odyssey Part IV)
03. Norskdom
04. Norrøna: Ljodet Som Ljoma (Solefald Vs. Sturmgeist & The Fall Of Rome)
05. Songen: Vargen (Solefald Vs. Sturmgeist & The Fall Of Rome)

Lineup:
Cornelius von Jackhelln - Vocals, Guitars, Melodica, Programming
Lars Are Nedland - Vocals, Programming

Besten Dank an Indie Recordings zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

SOLEFALD sind eine der vielen Bands, die zu dem immer breiter werdenden Schaffenskreis der verschiedenen BORKNAGAR-Mitglieder gezählt werden kann. Songs wie "The USA don't exist" oder "Philosophical Revolt" zeichneten sich durch komplexe Arrangements aus und fanden einen festen Platz im Herzen der Szene. Nun steht eine neue Veröffentlichung aus, welche den nicht ohne Sprachkurs verbalisierbaren Namen " Norronasongen" trägt. Was euch auf dieser alles anderen als gewöhnlichen Veröffentlichung erwartet, können wir euch selbstredend keinesfalls vorenthalten.

Zunächst einmal hat die Band schon im Voraus klargestellt, dass es sich nicht um ein neues Album handelt, sondern eine EP, die primär als Vinylveröffentlichung gedacht ist. Auf diese Weise soll vermutlich ein Vorgeschmack auf das 2015 erscheinende Album gegeben werden, ohne hierbei lediglich halbfertiges Material zu verwerten. Enthalten sind neben dem Titeltrack des geplanten Langspielers weitere neue Songs und zwei Remix-Versionen des norwegischen Undergroundprojektes STURMGEIST AND THE FALL OF ROME.

Neben dieser spannenden Zusammensetzung aus verschiedenem Songmaterial zeichnet sich das Album durch zahlreiche Gastmusiker aus. Da das Liedgut als Ode an die bildmalerischen Landschaften Norwegens gedacht ist, dürfen auch Mitglieder von WARDRUNA und IN VAIN nicht fehlen. An Sättigungsbeilage wurde somit wirklich nicht gespart. Die beträchtliche Länge der einzelnen Tracks sorgt zudem dafür, dass dem geneigten Käufer sein Geld nicht für einen kleinen Pausenfüller aus der Tasche gezogen wird. Eine knappe halbe Stunde kommt schließlich schon beinahe an eine Spielzeit heran, die andere Bands heutzutage auf ihren Alben nicht überschreiten.

Die größte Besonderheit ist bei diesem Output allerdings weder das zugrundeliegende Konzept, noch die sorgfältig gepflegte Gästeliste. Als wirklich unerwartet stellt sich nämlich die Musik heraus, die "Norronasongen" bereit hält. So wurde der bisher eingeschlagene Pfad rockiger Industrialmusik weitestgehend verlassen, um etwas völlig neues zu wagen. Die Songs zeichnen sich durch einen durchweg ruhigen Charakter aus. Von Metal ist über weite Strecken keine Spur zu finden. Stattdessen wird eine unkonventionelle Mischung aus Elektro und Neofolk gespielt. Sicherlich klingt diese Beschreibung gerade für ältere Fans der Gruppe leicht irritierend, doch tatsächlich erfinden sich SOLEFALD mit diesem Stilwechsel wieder einmal neu.

Fazit: Dieser Output schafft es, die weiten Hügellandschaften Norwegens auf eine beinahe magische Art und Weise einzufangen. Das Liedgut weicht stark von dem ab, was ich zunächst erwartet habe. Ich vermute, dass es einigen unserer Leser ähnlich gehen wird. Doch trotz (oder gerade wegen?) des neuen Stils treten SOLEFALD nicht auf der Stelle. Eben diese Form der Innovation macht "Norronasongen" zu etwas besonderem. Ich kann ein probehören jedem Freund ruhigerer Klänge somit nur wärmstens ans Herz legen.

Hardy für Lady-Metal.com

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