Solefald - World Metal, Kosmopolis Sud

Solefald

Band: Solefald

Album:
World Metal, Kosmopolis Sud

Label: Indie Recordings

Release Date: 26.01.2015

Genre: Folk Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. World Metal with black Edges
02. The Germanic Entity
03. Bububu bad Beuys
04. Future Universal Histories
05. Le Soleil
06. 2011 or a Knight of the Fail
07. String the Bow of Sorrow
08. Oslo Melancholy
    
Lineup:
Cornelius von Jackhelln - Vocals, Guitars, Melodica, Programming
Lars Are Nedland - Vocals, Programming

Besten Dank an Indie Recordings zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Nach unserer Rezension über die kürzlich erschienene EP "Norronnasongen" war ich zugegebenermaßen doch gespannt wie ein Compoundbogen auf das, was mich auf dem folgenden Album erwarten wird. Nun steht das Monstrum in den Regalen der Geschäfte und ich habe das Vergnügen, mich von den beiden Ausnahmekünstlern aus Norwegen wieder einmal so richtig irritieren zu lassen.

Dekonstruieren wir zunächst den Namen des Machwerks. Schnell fällt auf, dass sowohl Genrebezeichnung als auch Zielgruppe  explizit benannt werden. So ist die Rede von "World Metal" und "Kosmopoliten" (ist das tatsächlich der Plural von Kosmopolit??? Irgendwie klingt das für mich nicht ganz korrekt!). Nun stelle ich mir die Frage, ob ich als junger Mensch vom Rande der Ostalb tatsächlich weltgewand genug bin, um den hohen Ansprüchen an die Hörerschaft der Scheibe zu genügen. Aber was wäre das Leben ohne Risiken und Nebenwirkungen?

Ziel des Album ist es (vorausgesetzt ich habe das Konzept auch tatsächlich zu seiner vollen Gänze verstanden), Einflüsse und Mentalitäten der verschiedenen Länder und Kontinente mit der Metal- und Elektromusik SOLEFALDs zu verbinden. So beginnt die wilde Reise in Afrika (World Metal with black Edges) und geht über das Reich der alten Kelten (The Germanic Entity) bis nach Tansania (Bububu bad Beuys). Alle Kulturanthropologen unter unseren Lesern dürfen sich somit freuen. Zwar wachsen durch das Hören dieses Tonträgers nicht ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt, aber zumindest dürfte ein Durchlauf dieses Albums als interessantes Experiment fungieren.

Musikalisch wird sich wieder stärker in dem Rahmen bewegt, den man von der Band bereits gewohnt ist. Die extremen Folklore-Einflüsse der vorangegangenen EP wurden deutlich zurückgeschraubt, wodurch wieder spürbar mehr Raum für Elektrobeats und harte Gitarrenriffs zur Verfügung steht. Glücklicherweise wird eben dieser Raum perfekt ausgenutzt, um dem Hörer Metalsongs um die Ohren zu schmettern, auf welche sicherlich ebenso gut getanzt wie geheadbangt werden kann. SOLEFALD können sich somit ohne weiteres auf den Innovationspreis für den Bereich Interkulturalität bewerben.

Die exotischen Impulse aus aller Welt werden interessanterweise weitestgehend ohne besonderes Instrumental umgesetzt. Die Herren Cornelius und Lars scheinen aber auch gar nicht mehr Spielzeuge als Gitarre, Bass und Keyboard zu benötigen, um völlig unterschiedliche Klangwelten auf dieser CD zu vereinen. Kaum auszumalen, was das Duo mit einem Banjo und einer Ukulele anstellen würde. Die Bewusstseinserweiterung wäre quasi vorprogrammiert. Doch bevor ich noch Parallelen zu "Lucy in the Sky with Diamonds" ziehe (ihr wisst schon, ich spiele auf die kausal nur schwer nachzuvollziehende Kombination aus einer Kuh, Cornflakes und einem Fluss aus Milch an), möchte ich wieder zurück auf das eigentliche Thema stoßen - nämlich die musikalische Leistung auf " World Metal Kosmopolis Sud". Es ist sicher nicht allzu schwer zwischen den Zeilen zu lesen, dass ich mich von den Kompositionen durchaus fasziniert zeige. Mit "Oslo Melancholy" ist sogar wieder ein sperriger Ambient-Track vorhanden. Mir bleibt somit nichts weiter übrig, als den Daumen nach oben zu drehen und das Album allen Lesern wärmstens zu empfehlen.

Fazit:
Diesmal ist das Resümee schnell gezogen und knapp gehalten: Lieber Leser, setzte dich bitte mit diesem schicken Stück Musik auseinander! Es lohnt sich.

Hardy für Lady-Metal.com

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