Solstafir - Berdreyminn

Solstafir

Band: Sólstafir

Album: Berdreyminn

Label: Season of Mist
    
Release Date: 26.05.2017

Genre: Heathen Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Silfur-Refur
02. Ísafold
03. Hula
04. Nárós
05. Hvít Sæng
06. Dýrafjörður
07. Ambátt
08. Bláfjall

Lineup:
Adalbjörn Tryggvason - Guitars, Vocals
Hallgrimur Jón Hallgrimsson - Drums, Vocals
Svavar Austmann - Bass
Saeþór Maríus Saeþórsson - Guitars

Besten Dank an Season of Mist zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Ganze zwei Minuten ertönt ein Schlagzeug, welches lediglich als Takthalter agiert und den Rahmen für eine gefühlvolle Bassline absteckt, bis endlich die erlösende Gitarre einsetzt und ein rockiges Riff den verkrampften Nacken zum bangen zwingt. So empfinde ich den Auftakt des neuen SÓLSTAFIR Opus "Berdreyminn" (Gesundheit!). Vor wenigen Jahren hatte ich bereits das Vergnügen meine Sichtweise auf das Vorgängerwerk "Ótta" über "Lady-Metal.com" zu veröffentlichen. Nun - qualvolle drei Jahre später - ist es an der Zeit ein weiteres Mal den verstaubten Cowboyhut aus dem Schrank zu holen, die Badewanne in den Garten zu tragen und sich auf ein neues Abenteuer einzulassen. Yippie-Ya-Yeah!

"Berdreyminn" geht den von Adalbjörns Mannen beschrittenen Weg in einer Konsequenz weiter, die bereits an Dickhäutigkeit grenzt. Die Blackmetal-Einschläge der Anfangstage waren ja bereits auf "Svartir Sandar" weitestgehend verschwunden. So wundert es nicht, dass der Hörer Keifgesang oder Powerchords auf dem neuen Output vergebens sucht. Was sich SÓLSTAFIR jedoch seit ihrer "Til Valhallar" Debüt behalten haben, ist ihre unverkennbare Detailverliebtheit, welche viele verschiedene musikalische Facetten zu einem großen Gefühlsmosaik zusammenfügt. So erinnert diesmal einzelne Songs an Achtzigerjahre-Hardrock (Isafold) während andere starke Folkloreeinflüsse offenlegen (Hula oder Dýrafjörður). Allen Stücken gemein ist jedoch nach wie vor ihre landschaftsmalerische Tiefe.

Doch was meine ich, wenn ich von "Landschaftsmalerische Tiefe" schreibe? Ich meine ein Grundgerüst aus mal gefühlvollen mal rockigen Gitarrenläufen, welche durch Adalbjörns markanten Gesang untermalt werden. Diese beiden grundlegenden Elemente bieten der Musik aber nur einen Rahmen, der mit unterschiedlichsten Farben, Stilelementen und Motiven gefüllt wird. So erklingt mal ein Piano, während an anderer Stelle symphonische Keyboardklänge beigesteuert werden oder eine im Hintergrund ablaufende Gesangspassage kaum hörbar hinter dem Horizont verschwindet. Diese Art von Musik kann sich gar nicht entfalten, wenn sie nur leise während dem Arbeiten gehört wird. Nein, sie möchte immer und immer wieder gehört bzw. neu entdeckt werden!

Fazit: SOLSTAFIR haben sich über die Jahre in die Herzen vieler völlig unterschiedlicher Menschen gespielt. Ebenso vielseitig wie diese Zielgruppe entfaltet sich auch die Musik, welche sich wie ein farbiger Schleier durch die Landschaft Islands windet. Es lässt sich sicherlich darüber streiten, ob "Berdreyminn" überhaupt noch als Metalalbum zu bezeichnen ist, aber dass es sich hierbei um qualitativ hochwertige Musik handelt, steht zumindest für mich außer Frage.

Hardy für Lady-Metal.com

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