Sólstafir - In Blood and Spirit

Solstafir

Band: Sólstafir

Album: In Blood and Spirit

Label: Season of Mist

Release Date: 08.11.2013

Genre: Progressive Black Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Undir Jokli
02. Blodi og Anda
03. The Underworld Song
04. Tormentor
05. 2000 Ar
06. Ei Vid Munum Idrast
07. Bitch in Black
08. I Viking
09. Arstidir Daudans

Recording-Lineup:
Adalbjörn Tryggvason - Guitars, Vocals
Gudmundur Óli Pálmason - Drums
Svavar Austmann - Bass

Besten Dank an Season of Mist zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

SÓLSTAFIR haben sich in den letzten Jahren ihres Schaffens von dem Status eines Geheimtipps verabschiedet und sind, ohne großes Aufhebens darum zu machen, zu einer der führenden Bands progressiver Metalmusik geworden. Blieb der einzigartige Sound der Isländer zuvor nur wenigen Auserwählten vorbehalten, wurde die Musik während der letzten Sommer auf vereinzelten Headlinershows auch im deutschsprachigen Raum erstmals einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. „Season of Mist“ legt  in diesem Zuge nun das Debütalbum „In Blood and Spirit“ neu auf, welches ursprünglich bei dem mittlerweile geschlossenen Label „Ars Metalli“ ausgekoppelt wurde. Gerade den eingefleischten Fans dürfte die Musik dieses Albums bereits bekannt sein, weshalb wir dieses Release diesmal unter mehreren Blickwinkeln betrachtet haben:

Welche Musik wird geboten?
Alle Neueinsteiger seien behutsam darauf vorbereitet, dass SÓLSTAFIR anno 2002 noch anderen musikalischen Pfaden gefolgt sind als heute. Gerade die Gitarrenarbeit zeigt zwar deutlich in welche Richtung die weitere Entwicklung der Band führen wird, allerdings befand sich die Durchschnittsgeschwindigkeit damals noch auf einem wesentlich höheren Niveau. Zudem hatte Herr Tryggvason zu diesem Zeitpunkt noch nicht entdeckt, welches Talent er für markanten Klargesang besitzt. Statt einer gefühlvollen Stimme, glänzt der Bandleader deshalb mit schrillem Keifgesang. Die Kompositionen sind bereits angefüllt mit verspielten Tempiwechseln und Stonerrock-Passagen, allerdings sind die Blackmetaleinflüsse auf diesem Output nicht zu leugnen. Fans von „Svartir Sandar“ oder „Köld“ ist somit ein vorsichtiges Probehören zu empfehlen, bevor sie sich hinterher über die Anschaffung der Platte ärgern. Nichtsdestotrotz klingen die Songs allesamt unglaublich vielseitig und genial. Die Auseinandersetzung mit diesem Material kann deshalb jedem wärmstens empfohlen werden.

War ein Rerelease wirklich notwendig?
Mir ist nicht bekannt, dass die Stücke nochmals neu eingespielt oder zumindest neu gemastert worden wären. Somit stellt sich die meiner Ansicht nach berechtigte Frage danach, warum eine Neuauflage überhaupt notwendig war. Die Antwort ist einfach: Die letzte Veröffentlichung wurde über „Oskorei Music“ vertrieben, deren letztes Lebenszeichen bereits ein paar Jahre in der Vergangenheit liegt. Somit war es bisher gar nicht so einfach sich das Debüt der Ausnahmemusiker anzueignen. Dies ändert sich nun mit dieser Wiederveröffentlichung. Als kleinen Kaufanreiz haben sich „Season of Mist“ sogar ein kleines Extra einfallen lassen, welches für Fans noch wesentlich interessanter sein dürfte als das eigentliche Album. Dem Langspieler wurde eine Bonus-CD beigefügt, auf welcher die Demoaufnahmen aus den Jahren 1997 – 1998 enthalten sind. Leider liegen mir die Bonustracks weder vor (weshalb ich sie auch nicht in der Tracklist aufgeführt habe), noch sind sie mir aus anderer Quelle bekannt. Ich kann über deren musikalische Qualität deshalb leider keine Aussage treffen. Mir ist allerdings zu Ohren gekommen, dass sich SÓLSTAFIR in diesem Zeitraum noch stark durch den Bereich des Vikingmetals beeinflusst zeigten. Da gerade die Aufnahmen aus dem Jahre 1998 niemals zuvor ausgekoppelt wurden (auch nicht als Tape oder Vinyl) wird gerade älteren Fans die Möglichkeit geboten, ihre Lieblingshits erstmals in ihrer ursprünglichen Fassung zu hören.

Fazit: Bei Rereleases stellt sich mir immer Frage, wer von diesen Veröffentlichungen wirklich profitiert. Da die Musik jedem Vergleich trotzt und auch in der Qualität Ihresgleichen sucht, kann ich sie diesmal glücklicherweise jedem Leser empfehlen, der das Album noch nicht in irgendeiner Form in seinem heimischen Regal stehen hat. Durch das durchaus interessante Bonusmaterial sollten allerdings auch die absoluten Diehards eine Anschaffung in Erwägung ziehen.

Hardy für Lady-Metal.com

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