Sons of Aeon - Sons of Aeon

lady-metal.com

Band: Sons of Aeon

Album: Sons of Aeon

Label: Lifeforce Records

Release Date:
18.01.2013

Genre: Death Metal

Rezensent: Hardy / Chris / Roba

Tracklist:
01. Faceless
02. Cold Waves
03. Burden
04. Enemy of the Souls
05. The Centre
06. Havoc & Catharsis
07. Weakness
08. Seeds of Destruction
09. Wolf Eyes
10. Black Sheep Process

Lineup:
Tony Kaikkonen - Vocals
Tapio Vartiainen - Guitars
Wille Naukkarinen - Guitars
Tommi Kiviniemi - Bass
Pasi Pasanen - Drums

Besten Dank an Lifeforce Records für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Songs 1 – 4 (Hardy):
Bei SONS OF AEON handelt es sich um ein finnisches Allstar-Projekt, in dem sich Musiker aus namenhaften Gruppen wie GHOST BRIGADE, ENDSTAND und SWALLOW THE SUN zusammengefunden haben. Allein dieser Umstand dürfte einigen Düster-Metallern bereits das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Doch genug der vielen Worte über den Hintergrund der Combo, wir wollen euch natürlich in erster Linie berichten, was sich auf der gleichnamigen Scheibe der Finnen an Musik verbirgt.

Geboten wird eine melancholische Mischung aus Death- und Doommetal. Bereits das erste Riff schaufelt eine tiefe Grube, in die sich der Hörer hineinlegen und beerdigen lassen kann. Die nach einiger Zeit einsetzende Doublebase klingt hierbei wie der Pulsschlag des Betroffenen, sobald er hört, wie die ersten Schaufeln Erde auf ihn hinab geworfen werden.

Diese morbide Stimmung kippt leider schon innerhalb des ersten Songs. An die Stelle dieser schleppenden Dampfwalze treten groovige Gitarren und teilweise recht harte Breaks. Diese Mischung wirkt im ersten Moment wirklich interessant. Allerdings wäre es mir persönlich lieber gewesen, wenn die Doompassagen mehr Raum bekommen hätten um wirken zu können. So wirkt der zweite Track „Cold Waves“ gegen Ende beispielsweise schon fast rockig (ich fühle mich mittelschwer an SUNDOWN erinnert).

Ähnlich verhält es sich auch mit den folgenden beiden Titeln „Burden“ und „Enemy of the Souls“. Die Mischung aus den verschiedenen Stilrichtungen bleibt zwar stets erhalten, allerdings liegt zumindest der Schwerpunkt dieser ersten Songs klar auf den Deathmetal-Einflüssen. Technisch gibt es bei dem ersten Drittel der Platte nicht viel zu meckern. Allerdings hätten die langsameren Elemente nach meinem Geschmack gerne mehr Platz einnehmen dürfen.

Songs 5 - 7 (Chris):
"The Centre" beginnt mit einem akustischen Intro und bleibt dabei stets im Midtempo hängen. Viel Gesang macht den Song nicht aus, dafür messerscharfe hypnotisierende Riffs. Das Stück endet dann, wie es begann und hat für mich (mal abgesehen von der Länge) eindeutig Doom-/Psychedelic-Charakter. Bester Song der Platte! "Havoc & Catharsis" geht dann schon wieder zügiger voran. Ein typischer Melodic Death Metal Song. Die Drums rattern, die Gitarren knarzen. Dazu das übliche, altbewährte Vocals. Das ist wirklich die selbe Band? Naja, rauscht trotzdem gnadenlos vorüber. "Weakness" wartet mit knappen 7 Minuten auf und schafft damit natürlich viel Spielraum für Experimente, sollte man meinen. Das Intro schlägt dann auch in diese Kerbe und hatte mich schon aufhorchen lassen. Doch dann verfällt man in alte Muster. Growls, Shouts, Riffing overdosed und Drum-Geprügel. Das Experimentelle insofern erfüllt, weil das hier wirklich ziemlich chaotisch klingt. Im Mittelteil gibts dann noch einen gedrosselten Instrumentalpart. Yeah, das ist die Stärke die man hier hören möchte! Leider wird man davon fast gänzlich verschont.

Songs 8 - 10 (Roba):
Song Nummer 8 "Seeds of Destruction" kann man getrost in die Modern Death Metal schieben. Destruktiv geht es auch von Anfang an zur Sache. Ich muss dazu sagen, dass mir der Sound sehr gut gefällt, bringt den Death super rüber. Vom Riffing könnte man Analogien zu Arch Enemy und Kataklysm ziehen, das Geschrei mutet dabei jedoch meiner Meinung nach eher Hardcore mäßig an und bildet das moderne Element der Musik. Ein finnischer Einschlag auf jeden Fall. Dieser wird vor allem im vorletzten Song Wolf Eyes sehr hörbar. Jetzt also Finnish Modern Death. Die hohen Melodielinien gepart mit eher progressiven Gitarren und dem erwähnten Geschrei, dazu noch der Songaufbau, von Riff1, Chorus, Riff1 Chorus, Riff2, Chorus, Riff 1, Ende, alles sehr typisch für das Seenland. Jedoch gibt es davon auch hunderte andere Bands, die genauso klingen. Das macht den Song aber keinesfalls schlecht, ist aber eine Nummer, die man wohl einfach mal so mitnimmt.
Der finale Track "Black Sheep Process" beginnt dann wieder mit der weniger finnischen Deathkutte. Ein nettes, den fetten Sound richtig auskostendes Intro baut Spannung auf, um dann im Midtempo dahinzuwalzen, wie eine Armee im Zeitlupenmarsch. Ein Lied, was sich auf jeden Fall im Gedächtnis einstampft.

Fazit Hardy

Die Stärken dieser Scheibe liegen meiner Ansicht nach eindeutig bei den doomigeren Tracks des Albums. Die deathmetallastigeren Songs gehen zwar auch ordentlich auf die Zwölf, mir persönlich haben es die tiefen schwarzen Abgründe allerdings noch wesentlich stärker angetan.

Fazit Chris

Wenn man sich bei kommenden Scheiben mehr auf die Doom-Elemente stützt und auch gerne mal etwas an der Songlänge schraubt könnte hier etwas richtig großes entstehen. So rauschen die meisten Songs fast schon sträflich belanglos an einem vorbei und Enttäuschung macht sich breit. Immerhin ist mit "The Centre" einer der stärksten Songs des Jahres 2012 vertreten. Das hier Musiker von Ghost Brigade oder Swallow The Sun am Start sind, kann man auch nur durchs Lesen des Infosheets erfahren. Musikalisch ist das nämlich etwas ganz anderes und als potentieller Käufer sollte man sich dem bewusst sein. Vorheriges Antesten dringend empfohlen!

Fazit Roba

Es ist eine gute Scheibe, wie es sie aber schon tausendmal gab und geben wird. Die kurzen schnellen Lieder wehen vorbei ohne hängenzubleiben und sind eigentlich nur Bruchstücke zwischen den eher epischen, langsamern Liedern, die man im Kopf behält. Der Sound ist sehr gut, die handwerklichen Fähigkeiten perfekt eingesetzt. Gutes Mittelfeld.

Hardy, Chris und Roba für Lady-Metal.com

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