Stormlord - Hesperia

Lady_Metal

Band: Stormlord

Album: Hesperia

Label: Trollzorn Records

Release Date: 20. September 2013

Genre: Extreme Epic Metal

Rezensent:
Flo

Tracklist:
01. Aeneas
02. Motherland
03. Bearer Of Hate
04. Hesperia
05. Onward To Roma
06. Sic Volvere Parcas
07. My Lost Empire
08. Those Upon The Pyre

Lineup:
Cristiano Borchi - Vocals
Gianpaolo Caprino - Electric, acoustic and classical guitars, keyboards, clean vocals, FX's
Andrea Angelini - Guitars
Francesco Bucci - Bass
Riccardo Studer – Orchestral programming, Piano
David Folchitto - Drums

Vielen Dank an Shure Shot Worx für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

In 20 Jahren Bandgeschichte kann man aus der Diskographie von STORMLORD neun musikalische Meilensteine herausragen sehen, welche allesamt zudem eine einzige Laufbahn der Band beschreiben. Angefangen von EP's, über CD's, einer Live-DVD und sogar einer Doppel-CD-Compilation, befinden wir uns nun im Jahre 2013 und man hat - ja es gibt noch eine Art der Steigerung - ein Konzept-Album vor sich liegen, welches zudem origineller nicht sein kann. Es geht zurück in die Zeit 29 bis 19 vor Christus. Keine Sorge, hier geht es nicht etwa um religiöse Themen, sondern um römische Geschichte, wie man sie zum Beispiel im Latein-Unterricht lernen durfte. Publius Vergilius Maro, oder kurz Vergil, nannte sich der römische Dichter, welcher den italienischen Extreme Metallern die Inspiriration mit seinem Epos "Aeneis" gegeben hat.

Des Weiteren darf man anfügen, dass die Band durch ihre doch bereits langjährige Erfahrung und Live-Tätigkeit international bekannt ist und gerade dadurch Kontakte knüpfen konnte, womit sie "Hesperia" nun auf die Strecke gebracht haben. Der Silberling wurde demnach im Heimatland Italien aufgenommen, in Finnland gemastert und das Artwork stammt aus Ungarn.
Bleibt noch die Klärung des Stils der Band, der sich als Mischung aus Death und Black Metal sowie mediterraner Volksmusik und symphonischer Musik beschreiben lässt und deshalb in Gesamtheit mit Extreme Epic Metal am besten klingt. So, jetzt aber auf ins Album und zur Musik selbst!

Nach kurzer Introduktion wird schnell klar: Extrem ist bei STORMLORD nach wie vor hoch im Kurs. Wir starten mit "Aeneas". Schonungslos lassen die Italiener eine hervorragende Kombination aus wertvoller Symphonie und Distortion auf den Hörer einwerken. Sogleich erkennt man, dass die Produktion im Gegensatz zu älteren Scheiben mehr Wert erlangt hat. Die synthetischen Klänge finden zudem einen besseren Draht zu den Gitarren, nachdem sich ihre Tonhöhen gegenseitig nicht zu weit auseinander befinden.

Percussion leiten Song Nummer Zwei "Motherland" ein und finden auch während des Songs -das sollte erwähnt sein- ihre Verwendung. Einen weiteren Aufschwung erfährt das Werk durch mediterrane Mandolinen-Spielereien. Und das alles gebettet auf ein ebenso südländisch anmutendes metallisches Kraftpaket. Vielleicht spiegelt sich gerade durch diese Elemente und den sprechenden Songtitel eine volkstümliche und heimatverbundene Facette der Italiener wieder.

"Bearer Of Hate" klingt hingegen von Anfang an weitaus brachialer. Die tragende Säule bildet eine ebenso hämmernde wie fetzende Double-Bass und nimmt damit alle weiteren Instrumente schwungvoll mit. Als Wegbereiter für den Titelsong des Albums, welcher zugleich den Mittelpunkt bildet, fungiert der "Überbringer des Hasses" jedoch nicht. Den Rhythmus übernimmt bis gut zur Hälfte auch das Keyboard, ehe es dann in gewohnter Weise vom Schlagzeug abgelöst wird. In Summe ist dieser Song eher als Metal-Ballade zu sehen. Der Gesang wurde hierfür etwas mehr ins Guturale gesetzt und überzeugt durch mehr Growling-Anteil.

Und so marschiert man auch langsam aber sicher in Richtung Finale des Albums. Doch vorher gibt es noch einiges auf die Mähnen, liebe Headbanger. Mit "My Lost Empire" und dem letzten und zugleich längsten Song "Those Upon The Pyre" geben STORMLORD noch einmal gewaltig Gummi. Moderne Gefilde ergründet die Truppe durch groovige Anteile in "My Lost Empire" und wirken fast schon schweden-tödlich damit. In gleicher Manier schreitet "Those Upon The Pyre" im Midtempo voran. Weniger Brachialität erweist sich hier als willkommenes Abschieds-Stilmittel. Eine akustische Gitarre rundet dieses Paket ab. Nachdem der Song dadurch in leichte Sphären zu verschwinden scheint, führen die Italiener noch einmal kurz die Kraft ihrer Musik vor, bis der Song ausklingt.

Fazit: Wow! Ein ganz klares "Daumen Hoch" für dieses Album. Definitiv ein Höhepunkt des Jahres 2013! Und wieder einmal kann man bestätigen, dass die Bands Südeuropas keines Falls zu vernachlässigen sind, schon garnicht in den extremen Subgenres des Metal. Und da haben STORMLORD mit "Hesperia" eindeutig die Nase vorn, um sich gegen die Größen der Szene, vor allem aus Schweden, behaupten zu können. Ein Pflichtkauf für jeden Epiker!

Flo für Lady-Metal.com

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