Sucking Leech - Common Sense

Lady_Metal

Band: Sucking Leech

Album: Common Sense

Label: Eigenproduktion

Release Date: 15.08.2015

Genre: Grind/Death/Hardcore

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Chuck The Dog Is Dead!
02. Heretic Freedom
03. EBOLA
04. Mindleech
05. Social Brain Circus
06. Don't Forget Your Roots
07. Disillusion Of Sick Illusions
08. Common Sense
09. Sit And Wait Is Not An Option
10. Doubts
11. Own Balls Therapy
12. Roadkilled - Hedgehog's Last Turn
13. Shitstorm
14. Global Killer
15. Landscape In Minor

Lineup:
Steff - Vocals
Hanson - Guitar
Reini - Bass
Reichi - Drums

Vielen Dank an Hanson für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Heute fegen mal wieder Lokalmatadore durch unseren CD-Player: SUCKING LEECH aus dem niederbayerischen Eggenfelden werfen mit "Common Sense" ihr nunmehr fünftes Langeisen in die Grind-Death-Gesellschaft. Und wie es die Jahreszahl schreibt, enthält sie auch das Album: 15 Titel, die zum ordentlichen Abschädeln einladen. Weiterhin wichtig: Cover und Booklet wurden bei diesem Werk erstmals sehr aufwendig entworfen und gestaltet, wobei jedem Song ein individuelles Bild zugrundegelegt wurde.

Mein lieber Herr Grind-Verein! Intros werden völlig überbewertet. Deshalb gibt es von Sekunde Null an auf die Zwölf. Wie ein Faustschlag nach dem anderen prügeln sich die eher kurz gehaltenen Songs - aber das gleicht die Anzahl schließlich wieder aus - durch die Lautsprecher, dass man Angst haben muss sie platzen schon ehe sie im Membran angekommen sind.
Mit den ersten fünf Songs, besonders "Chuck The Dog Is Dead", "Heretic Freedom" und auch "Social Brain Circus" hauen SUCKING LEECH mächtig auf den Putz: temporeiche Strukturen, tief gestimmte Gitarren und ebenso dröhnender Bass, flexibel angepasster Gesang.

Dissonante Gitarren-Akkorde führen des Weiteren in "EBOLA" eine gewisse Art von Morbidität in den Vordergrund, während im Death-Grind verhafteten Song "Mindleech" fette Groove-Parts für Headbang-Qualitäten sorgen.
"Don't Forget Your Roots" - eine Weisheit, die sich jeder Metalhead immer wieder vor Augen halten soll, denn das waren wohl oder übel auch oftmals die guten und ehrlichen Werte der extremen Musik. In der Old-School-Aufmachung rattert auch dieser Song durch die Gehirnzellen und animiert selbige, nicht nur die Haare sondern den ganzen Körper in Bewegung zu setzen. Was will man mehr?

Mit "Disillusion Of Sick Illusions" hauen SUCKING LEECH wiederum ordentlich auf die Tempotube, oder kurz gesagt: ein Grind Klassiker, wie er besser nicht sein könnte. Hau drauf, "Aaaaahahahahahaaa"!
Und wenn wir gerade beim Lachen sind: Sänger Steff bietet hier mindestens eine Handvoll Gesangslagen, was wohl nicht zuletzt darauf beruht, dass die Band einige Stile abgreifen möchte. Damit treffen sie in jeder Hinsicht den Nagel auf den Kopf.

Genauso wie die Inhalte ihrer Texte, in denen es sehr gesellschaftskritisch zur Sache geht. Im Grunde geht es um die Verwahrlosung, Ignoranz und den Egoismus. Weitere Themen sind der rücksichtslose Umgang des Menschen mit der Natur sowie der Konsum von jeglichen fragwürdigen Produkten und auch Medien - hier fungiert "Shitstorm" als treffender Titel.
Vielen mag das jetzt als alt bekannt vorkommen. SUCKING LEECH jedoch zelebrieren dies musikalisch hochwertig verpackt und durch die Aggressivität auch sehr eindringlich.

Das Ende des Albums gestaltet die Band mit dem zugleich längsten Song "Landscape In Minor", welcher zugleich auch mit eher mäßiger und später Midtempo-Geschwindigkeit aufwartet. Damit kreiert die Band zum Finale eine Stimmung, die zum Nachdenken anregt und aber auch gewissermaßen Sehnsucht. Vielleicht auf einen weiteren Durchgang? Auf ein Live-Konzert der Band? Oder einfach etwas, was man sich persönlich in diesem Moment vorstellt.

Fazit: Grind-Songs waren noch nie recht lang. Im Schnitt bewegen sich deshalb auch die Titel von SUCKING LEECH um die zwei bis drei Minuten. Das erklärt wiederum auch die große Anzahl, um ein rundes Album zu erhalten. Bezogen auf den letzten Absatz sei noch gesagt: Wer sich schon länger eine ordentlich aufgemachte und scheppernde Grind-Scheibe wünscht, dem sei mit "Common Sense" von SUCKING LEECH aus unserer niederbayerischen Heimat Niederbayern wieder Mal eine wahre Empfehlung vorgestellt. Der positive Nebeneffekt: hier kommen auch Death Metaller, Hardcorer und Freunde von nackenbrechenden Live-Shows voll auf ihre Kosten.

Flo für Lady-Metal.com