Sycronomica - Neverest

Sycronomica

Band: Sycronomica

Album: Neverest

Label:
Self released

Release Date: 01.04.2013

Genre: Black Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Neverest
02. Jukai – das Meer aus Bäumen
03. Intro
04. Durch das Geäst
05. Fever Dreams
06. Painful Griefing

Lineup:
Oliver Walther - Vocals
Florian Winter - Keyboard
Johannes Jüde - Guitars
Christian Metz - Guitars
Ruben Raff - Bass
Thomas Hagl - Drums

Besten Dank an Sycronomica zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Heute nehmen wir den neuen Output „Neverest“ von SYCRONOMICA etwas genauer unter die Lupe. Während die Jungs aus Bayern in der Vergangenheit unter anderem mit Soulfood zusammenarbeiteten, wurde die aktuelle Scheibe erstmals in Eigenregie ausgekoppelt. Wir werden nun versuchen, euch einen Eindruck davon zu vermitteln, was auf dieser neuen EP zu hören ist und wie SYCRONOMICA nach mehr als zehn Jahren Bandgeschichte klingt. Erwähnenswert ist allerdings zunächst, dass es sich bei „Neverest“ um eine Compilation aus zwei neuen Songs (die beiden Opener der Scheibe) und die „Durch das Geäst“ Demo-Veröffentlichung aus dem Gründungsjahr 1996 handelt. Es macht daher Sinn, beide Teile des Releases einmal unabhängig voneinander zu inspizieren:

Die neuen Tracks:
Der Titelsong „Neverest“ wurde als Opener ausgewählt und eröffnet somit gleich das neue Machwerk. Der Song klingt recht melodisch, wobei in erster Linie das ruhige Gitarrenriff und die vordergründig abgemischten Keyboardklänge im Ohr hängen bleiben. Von Blackmetal kann kaum mehr die Rede sein, stattdessen erinnert der Stil stark an die süddeutschen Kollegen von STAHLMAGEN oder besinnlichere Stücke aus dem Hause GRAVEWORM. Die starken Gothrock-Einflüsse werden die Fans sicherlich in zwei Lager spalten. Während sich viele ältere Anhänger vor den Kopf gestoßen fühlen werden (hierzu muss leider auch ich mich zählen), steigen die Chancen, auch Hörer aus dem Darkmetal-Sektor zu rekrutieren.

Auch „Jukai – Das Meer aus Bäumen“ wirkt wie der Versuch eine Symbiose aus verträumter Kammermusik und brachialem Metalsound zu schaffen.  Tiefer Klargesang kommt dezent zum Einsatz und sorgt zusammen mit den Piano- und Orchesterklängen für eine romantische Stimmung. Im Gegensatz zum Opener kommen bei diesem Titel allerdings auch einige Blastbeats zum Einsatz, wodurch eine spürbar aggressivere Grundstimmung heraufbeschworen wird. Gerade durch die eingängigen Gitarrenläufe und den deutschsprachigen Gesang, fühle ich mich allerdings stark an frühe Stücke von EISREGEN erinnert. Leider kann meiner persönlichen Ansicht nach keiner der beiden Songs an die Erfolge der ersten Veröffentlichungen anschließen. Zu aufdringlich wirken die orchestralen Einflüsse, ohne hierbei kohärent mit den anderen musikalischen Elementen zu verschmelzen.

Die Demo-Tracks:
Während mich die ersten beiden Tracks dieser Veröffentlichung relativ kalt ließen, zaubern mir die Demosongs allesamt ein breites Grinsen auf das Gesicht. Schon das erste Album „Paths“ konnte mich mit seiner düsteren Mischung aus Melodie und wütendem Midtempo-Metal in seinen Bann ziehen. Leider war „Durch das Geäst“ auf leidliche 100 Auflagen limitiert, weshalb diese Versionen niemals einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden konnte. Hierbei handelt es sich meiner Ansicht nach um das Herzstück der Platte, welches einen wirklichen Kaufanreiz darstellt.

Fazit: Die neuen Songs wirken leider noch recht unausgereift und sogar im Vergleich zu den ohnehin schon recht melodiösen Vorgängerlaben stark symphonisch orientiert. Vielleicht wäre in diesem Fall etwas weniger wirklich mehr gewesen. Nichtsdestotrotz sollte jeder Fan über eine Anschaffung nachdenken, da die alten Demotracks mehr als hörenswert sind. Allein für die Wiederveröffentlichung der längst vergriffenen „Durch das Geäst“ Demo lohnt es sich, ein Ohr zu riskieren!

Hardy für Lady-Metal.com

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