Tangger Cavalry - The Expedition

Tengger Cavalry

Band: Tengger Cavalry

Album: The Expedition

Label: Metal Hell Records

Release Date: 01.06.2013

Genre: Pagan Black Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Cavalry in Thousands
02. Expedition
03. Black Steed
04. In the Storm
05. Khan
06. Hymn of the Wolf
07. Dance of Horse
08. Homeland Song
09. White Pony
10. Leader Wolf

Lineup:
Nature Zhang – Vocals, Guitars
Wang Wei – Bass
Ding Kai – Drums
Wang Xin - Matouqin

Besten Dank an Metal Hell Records für diesen kleinen Geheimtipp

Beurteilung

Selten habe ich mich so sehr darüber gefreut, ein Album für Lady-Metal probehören zu dürfen, wie in diesem Fall. Durch andere Verpflichtungen lag das gute Stück nun eine ganze Weile auf Eis und wartete darauf, gehört, genossen und begutachtet zu werden. Doch nun ist es endlich so weit: Ich habe die Ehre, dich lieben Leser, über den vierten Langspieler der chinesischen Kultcombo TENGGER CAVALRY aufzuklären.

Durch einen glücklichen Zufall konnte ich bereits das Erstlingswerk „Blood Sacrifice Shaman“ kurz nach Release mein Eigen nennen. Kennzeichen der Platte waren die Kehlkopfgesänge, welche eine interessante Neuerung für den Pagan-Bereich darstellten. Ansonsten vermochte in erster Linie die experimentelle sowie äußerst ungewohnte Mischung aus chinesischer Folklore und Blackmetal zu überzeugen. Über die Jahre hat sich an diesem Stil nichts Wesentliches geändert, lediglich an der Gewichtung der einzelnen Genre-Einflüsse wurde geschraubt. So fanden sich auf den letzten Beiden Releases bereits kaum Tracks, die eindeutig dem Extremmetal zuzuordnen wären. Stattdessen übernahm zunehmend der Einfluss kulturell-chinesischer Musik die Oberhand.

Sowohl an dem ureigenen Stil der vier jungen Herren, als auch an dem eingeschlagenen Weg hat sich nicht viel verändert. Zum vierten Mal ergänzen sich Gesang, Matouqin und Rockmusik zu einem Gesamtprodukt, dass weit mehr ist, als nur die Summe seiner Teile. Wie schon auf den Vorgängerwerken, steht klar der folkloristische Anteil im Vordergrund der einzelnen Tracks. Mir persönlich könnte an manchen Stellen zwar noch ein Scheit mehr in den Ofen geschmissen werden, allerdings ist das auf meine ganz individuellen Vorlieben zurückzuführen. Objektiv betrachtet (wie soll das bei Musik denn bitte gehen?) lässt sich festhalten, dass die in den letzten Jahren herangewachsene Fangemeinde sicherlich nichts an „The Expedition“ auszusetzen hat.

Ein meiner Ansicht nach erwähnenswerter Punkt, ist zu guter Letzt noch das aktuelle Lineup der Band. Laut Pressetext (hierauf bezieht sich auch die Aussage weiter oben) wird wiedermal zu viert musiziert. Die aktuellen Fotos zeigen allerdings eine Besetzung, die sechs Mann stark ist. Ich kann leider keine sicheren Angaben zu diesem Umstand ausfindig machen, allerdings würden die zwei potentiell zusätzlichen Mitglieder erklären, wie ein derartig komplexes Soundgewand zustande kommt.

Fazit: TENGGER CAVALRY ist meiner Ansicht nach zu einer der interessantesten Pagan-Bands geworden, die unser schöner (ach ja, das ist doch jetzt wieder zu lebensbejahend… ich meine natürlich „unser verabscheuungswürdiger“) Erdball zu bieten hat. Auch das aktuelle Album erfüllt die Erwartungen und setzt die Entwicklung der letzten Veröffentlichungen konsequent fort. Ich spreche hiermit eine klare Kaufempfehlung aus! Jeder Hörer, der nicht schon wieder Tröten oder Akkordeon in seiner geliebten Metalmusik ertragen kann, sollte sich unbedingt mit diesem Release auseinandersetzen.

Hardy für Lady-Metal.com

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