Tervingi - Gotensaga

Lady-metal.com

Band: Tervingi

Album: Gotensaga

Label: Source of Deluge Records

Release Date: 22.03.2013

Genre: Melodic Pagan Metal

Rezensent: Julian

Tracklist:
01:Aufbruch zur großen Wanderung
02:Der Goten Eid
03:Die Seherin
04:Töchter schnellen Wassers
05:Der Hörner Ruf
06:Reka
07:Der Abschied
08:Alewars Schmiede
09:Witirichs Recken
10:Stadt aus Asche
11:Epilog

Lineup:
Johann Frey - lead, rhythm guitars & vocals
 Aria Keramati Noori - lead & rhythm guitars, speaking choirs on #2,8,10
 Todd Goldfinger - bass guitar
 Tomasz 'Nefastus' Janiszewski - drums
 Julian Pešek - keyboards

Danke an Sure Shot Worx für das Bereitstellen des Albums.

Beurteilung

"Gotensaga" ist das Debütalbum der 2011 gegründeten Band Tervingi (zu deutsch "Waldleute"). Hier halte ich ein rasantes Konzeptalbum in der Hand, dass die Geschichte der Westgoten zur Zeit der Völkerwanderung beschreibt.

Eingeleitet von einem orchestralen Intro, das von Regengeprassel untermalt wird, möchte man gewohnt klischeehaften Pagan Metal erwarten. Damit haben Tervingi allerdings nicht viel am Hut. Durch eine tiefe, sonore Gesangsstimme, sehr ungewöhnliche Melodien und rasend schnelles Drumming stechen die vier Mannen aus Tübingen überrasschend stark aus dem Pagan-Einheitsbrei hervor. Der erste Song "Der Goten Eid" gibt schon mal ein beachtliches Tempo und einen gerade zu epischen Refrain vor. "Die Seherin" setzt in Sachen Bombast mit einer Frauenstimme, genau wie das danach folgende "Töchter schnellen Wassers" gleich noch einen drauf. Mit "Der Hörner Ruf" wird das Tempo wieder etwas angezogen, der Song geht fast flüssig in "Reka" über. Hier macht sich wieder die Tatsache bemerkbar, dass wir es mit einer zusammenhängenden Handlung zu tun haben. "Der Abschied" zieht nun ganz andere Seiten auf, hier dominieren eindeutig ruhige, melancholische Pianotöne und ein überzeugend gefühlvolles, anspruchsvolles Gitarrensolo. hack, eine Ballade vor dem Herrn! Von hier an wird das Album düsterer, paganlastiger und etwas treibender. Nach "Alewars Schmiede" und "Witirichs Recken" landete mit "Stadt aus Asche" ein echter Epic-Melodic-Knüppelhammer auf dem Silberling. Hier kommen vermehrt Chöre zum Einsatz, das Gitarrensolo haut einem die Ohren weg, genau so muss das sein! Zum Schluss darf auf keinem Pagan-Album der "Epilog" fehlen, hier wird der Sound wieder langsamer und etwas moderner, um den Hörer langsam aus der Zeit der Goten aufwachen zu lassen.

Fazit:
Hier waren definitiv keine Anfänger am Werk. "Gotensaga" ist eine geniale Scheibe mit kleinen Schwächen. Gerade die Orchester und Lead-Gitarren sind der Hammer, umso mehr ist es schade, dass gerade diese oft etwas zu stark in den Hintergrund geraten. Die Aufnahmequalität entspricht trotzdem den höchsten Standards, das Songwriting ist abwechslungsreich, durchdacht und professionell.

Ein Klasse Debut, dass Maßstäbe setzt und trotzdem noch Luft lässt um mit dem Nachfolger einen drauf zu setzen.


Julian für Lady-Metal.com

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