The Order - 1986

The Order

Band: The Order

Album: 1986

Label: Massacre Records

Release Date: 27.07.2012

Genre: Hard Rock

Rezensent:
Chris

Tracklist:

01. The Power of Love
02. Long Live Rock'n'Roll
03. Generation White Line
04. Lonely Nights
05. Fire It Up
06. A Kiss Under The Rain
07. Damn Hot Chick
08. Heartbreaking Rebel Blood
09. Why Dreaming Hollywood
10. Stop Lying In The Name Of Love

Lineup:
Gianni Pontillo - Vocals
Bruno Spring - Guitar
Andrej Abplanalp - Bass
Mauro Casciero - Drums

Danke an Massacre Records für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Die Schweiz - ein Land mit der Tradition von Hard-Rock-Größen wie Gotthard oder Krokus. Und nun landet da eine Band auf meinem Arbeitsplatz, die mir bisher nicht bekannt ist, aus dem selben Land stammt und auf den Namen THE ORDER hört. "1986" ist das mittlerweile vierte Studioalbum des Quartetts.

In einem Jahr als Stromgitarren die Hitparaden prägten, Jeansjacken und Nietengürtel der letzte Schrei waren und Hard Rock zum guten Ton in der Disco gehörte - dorthin möchten THE ORDER den Hörer entführen. Eine Zeit, als die Welt noch in Ordnung war. Rauchen durfte man beim Flippern in der Gaststube, Moped fuhr man standesgemäß ohne Helm und Telefonate führte man in der Kabine um die Ecke. Handy und Internet gab es nicht und somit hing man mit Freunden ab, mit denen man praktischerweise noch in einer Rockband spielte. Dies ist ein Lebensgefühl, das THE ORDER zurückbefördern möchten.

Und genau da muss man ihnen zusprechen, denn das kriegen sie ganz gut hin. Thematisch behandelt man die Liebe, schöne Frauen und huldigt dem Rock'n'Roll. Die Vocals von Gianni Pontillo röhren schön aus den Boxen. Hier und da kriegt er auch gesangliche Unterstützung von der Saitenfraktion. Dazu gesellen sich markante Gitarrenriffs, die einen in Röhrenjeans und mit Fönfrise zum Kopfschütteln einladen. Natürlich dürfen die obligatorischen Gitarren-Soli nicht fehlen. Auch die Arbeit an den Drums ist nicht zu verachten und gibt dem Album durch locker-flockige Rhythmen eine gewisse Dynamik. Das Albumcover zeigt eine Dame in Korsage und Strapsen auf einem Bett mit ebenfalls roter Wäsche. Ringsherum liegen Schallplatten, von denen sie auch eine in der Hand hält, und deren Cover verstreut. Im Hintergrund steht ein Plattenspieler und sie trägt Kopfhörer. Außerhalb der Fenster sieht man die Skyline einer Großstadt. Dazu wird das Artwork noch von einigen Blitzen durchzogen. Alles etwas trashig und trifft den Nerv dieser Zeit doch nahezu perfekt. Bandlogo und Albumtitel stehen dem in diesem Kontext in nichts nach.

Fazit: Ja, die Retro-Welle im Psychedelic Rock hält schon einige Zeit an und hat auch einige Perlen hervor gebracht. Nun wagt sich eine Band an den guten, alten Hard Rock der 80er Jahre und besteht diese Prüfung eindeutig mit Bravour. Nichts klingt eingestaubt und trotzdem nach Old School, ohne dabei die moderne Entwicklung oder die Leichtigkeit des Hard Rocks der späten 80er Jahre außer Acht zu lassen. Man wippt mit dem Fuß und nickt mit dem Kopf, ohne dass man sich dagegen wirklich wehren kann. Die Scheibe setzt wahrlich keine großen Ansprüche voraus oder gar weltbewegende Akzente. Aber genau das macht "1986" aus. Sie macht einfach Spass. Solche Alben braucht es auch einmal und ist letztendlich eine Verneigung vor den Heroen der Rockszene der Anfangszeiten und vergangenen Zeiten.

Chris für Lady-Metal.com

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