The Ruins of Beverast - Blood Vaults / The blazing Gospel of Heinrich Kramer

The Ruins of Beverast

Band: The Ruins of Beverast

Album: Blood Vaults / The blazing Gospel of Heinrich Kramer

Label: Van Records

Release Date: 06.08.2013

Genre: Doom Metal / Black Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Apologia
02. Daemon
03. Malefica
04. Ornaments on Malice
05. Spires, the Wailing City
06. A Failed Exorcism    
07. Trial
08. Ordeal
09. Monument

Lineup:
Alexander von Meilenwald – Vocals, all Instruments

Besten Dank an Van Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

THE RUINS OF BEVERAST sind mittlerweile eines der großen deutschen Aushängeschilder, wenn es um die Verschmelzung von Ambient, Doom- und Blackmetal geht. Seit dem Gründungsjahr 2003 veröffentlicht der Komponist Alexander von Meilenwald unregelmäßig Alben mit ebenso obskuren Melodien wie Namen (ich meine hier nicht zuletzt den Regen auf die Verunreinigung). Die vergangenen Releases machten bereits deutlich, dass Genie und Wahnsinn in diesem Projekt nicht nur nahe beisammen liegen, sondern sich in einer wilden Orgie miteinander vereinen. Doch ich spanne euch schon wieder auf die Folter, lest selbst was es mit „Bloot Vaults“ auf sich hat!

Eine düstere Stimme eröffnet das neue Werk des Nordrheinwestfalen und lässt bereits ahnen, dass es sich hierbei nur um die Ruhe vor dem Sturm handelt. Denn dieser setzt gleich mit „Daemon“ ein und hat den gesamten Weltuntergang mit im Gepäck. Blastbeats und aggressiver Keifgesang bereiten den Reitern der Apokalypse den Weg, um alles Leben von diesem Planeten zu tilgen. Ergänzt wird diese Soundkulisse um einen recht vordergründigen Keyboardeinsatz, der hauptsächlich besinnliche Orgelklänge (Maleficia) beiträgt. Allgemein wurde diesmal stark in die Technikkiste gegriffen. So hallt der Gesang stellenweise, als wäre er mitten in dem Kreuzgang eines Kirchengebäudes aufgenommen worden.

Selten werden wieder die Geschwindigkeit und Unbeherrschtheit des Openers erreicht. Die meisten Tracks des Albums bewegen sich wie gewohnt in einem schleppendem Midtempo und ziehen den Hörer eher langsam in die endlose Tiefe. Die Gitarrenarbeit wirkt äußert Detailverliebt und steht eindeutig im Vordergrund des Instrumentals. Trotzdem bleibt für mich eine spürbare Weiterentwicklung seit „Foulest Semen of a sheltered Elite“ aus. Dies hat den Vorteil, dass alte Fans ohne Bedenken zugreifen können. Von einer kreativen Band wie RUINS OF BEVERAST wäre ich allerdings gerne etwas mehr vor den Kopf gestoßen worden.

Lyrisch wird sich diesmal mit dem kirchlichen Treiben während der Inquisition auseinandergesetzt. So dürfen durchaus auch Ministranten oder enthusiastische Freikirchengänger ein Ohr riskieren, wenn sie etwas mehr über Exorzismus oder Hexenverfolgung erfahren möchten. Sicherlich wird dieser historische Exkurs ihr Weltbild um einige neue Aspekte erweitern. Musikalisch wurde diese Thematik jedenfalls absolut authentisch eingefangen. Die dämonischen Vocals und sakralen Chor- oder Orgelklänge (Ornaments on Malice) schaffen Bilder vor dem inneren Auge des Hörers, die dieser sobald nicht mehr vergessen wird.

Fazit: Es war kaum anders zu erwarten, als dass RUINS OF BEVERAST auch mit ihrem neuen Album wieder einen Volltreffer landen. Tiefe Gitarrenriffs treffen orchestrale Keyboardparts und ein komplexes Songwriting. Lediglich der Blackmetal-Anteil verabschiedet sich zunehmend aus den Kompositionen. Ansonsten bleibt weitestgehend alles beim Alten. Wer eine melancholische Stimmung zu genießen weiß und bei einem Glas Rotwein gerne mal an den Grenzen unserer Existenz verzweifelt, findet mit „Blood Vaults“ die passende Hintergrundmusik für die nächsten Abende.

Hardy für Lady-Metal.com

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