Thrudvangar - Tiwaz

Thrudvangar

Band: Thrudvangar

Album: Tiwaz

Label: Massacre Records

Releasedate: 26.07.2013

Genre: Pagan/Viking Metal

Rezensent: Olli

Tracklist:
01. Tiwaz
02. Sonnenwende
03. Der letzte Weg
04. Frei
05. Des Kriegers Los
06. Brüder
07. Heimat
08. Schicksal
09. Abschied

Lineup:

Kanne - Gitarre
Christian - Gitarre
Gunther - Bass
Torsten - Drums
Matze – Vocals

Besten Dank an Massacre Records für die Bereitstellung des Albums.

Beurteilung

Thrudvangar haben inzwischen auch schon 15 Jahre auf dem Buckel und gehen mit ihrem 5. Album namens Tiwaz an den Start. Die Band ist seit Jahren eine solide Größe in der deutschen Paganszene. Solide vor allem in Hinblick auf ihre Trendresistenz; Thrudvangar ziehen ihr Ding durch, egal was gerade angesagt ist. Eine Veränderung gibt es trotzdem zu vermelden, das Keyboard wurde ersatzlos gestrichen und so geht man nun zu fünft zu Werke.

Als Einleitung gibt es ein paar Takte Akkustikgitarre, bevor es richtig los geht. Die Double Bass zieht durch, mit stampfendem Rhythmus und einem Gitarrensound, der nach den 90ern klingt, geht es schwarz angehaucht zur Sache, ich meine selbst ein wenig Dissection als Einfluss herauszuhören. Der knurrige Gesang, für mich schon immer ein Markenzeichen bei Thrudvangar, rundet den Opener „Tiwaz“ ab. Schmissige Nummer, die zu gefallen weiß. „Sonnenwende“ eröffnet thrashig und geht in eine Uptemponummer über, die an alte Amon Amarth erinnert. Alles nix neues oder gar progressives, aber ein gewisser Hörspaß ist nicht zu leugnen. „Der letzte Weg“ wirkt dagegen ziemlich doomig, was man so vielleicht nicht von den Jungs erwartet hätte. Aber es wirkt auch nicht deplatziert oder konstruiert, sondern kommt ziemlich cool, vor allem die gesprochene Passage am Anfang des Songs sorgt für Atmosphäre. Danach kommt mit „Frei“ quasi der Partyhit der Platte. Einfache Struktur, Mitgröhlrefrain und das Gefühl von alten Amon Amarth schwingt weiter mit. Kann man auf jeden Fall super die Matte zu kreisen lassen, wenn man eine hat. Auch die restlichen Songs schlagen mehr oder weniger in dieselbe Kerbe, gehen mit ordentlich Power nach vorne. Die cleane Gesangseinlage in „Heimat“ ist sicher nicht jedermanns Sache, fügt sich für meinen Geschmack aber gut in das Gesamtbild ein und erinnert mich für einen kurzen Moment sogar an Nagelfar. Auch zum „Abschied“ liefern Thrudvangar keine große Überraschung mehr ab, allerdings klingt die Akkustikgitarre zu Beginn und Ende des Songs wie eine Variation der Akkustikläufe in „Tiwaz“, was einen bei Repeatfunktion schon mal verpennen lässt, daß die Platte gerade neu anfängt. Geplant oder nicht, ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen.

Fazit: Tiwaz klingt ganz klar nach Thrudvangar, aber doch anders als die Vorgänger. Zum einen ist dies natürlich durch das fehlende Keyboard bedingt, zum anderen geht man etwas variabler ans Werk. Das kommt dem Gesamteindruck des Albums zugute, es wird nicht langweilig, auch wenn es eigentlich immer in dieselbe Kerbe haut. Die stolzgeschwellte Brust wird hier zur Schau getragen, Thrudvangar haben nach wie vor keinen Bock auf Partypagan, sondern ballern kompromisslos auf die Zwölf. Die Produktion mag nicht besonders modern klingen, unterstreicht aber in jedem Fall das Feeling. Klar, das Rad wird hier nicht neu erfunden, aber Thrudvangar liefern eine coole Scheibe für all diejenigen ab, die ihren Pagan am liebsten mit einem fetten Schuss Black Metal genießen. Auch Fans alter Amon Amarth sollten hier ein Ohr riskieren.

 

Olli für Lady-Metal.com

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