Thurisaz - Live and acoustic

Thurisaz

Band: Thurisaz

Album:
Live and Acoustic

Label:
Sleaszy Rider Records

Release Date: 24.01.2015

Genre: Melodic Deathmetal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Symbols
02. Interlude I
03. Years Of Silence
04. Finality (Woods Of Ypres cover)
05. Never To Return
06. A Natural Disaster (Anathema cover)
07. Inner Voices
08. Interlude II
09. Broken
10. Fading Dreams
11. My Kantele (Amorphis cover)
12. Past Perfect

Lineup:

Peter Theuwen - Vocals, Guitars
Mattias Theuwen - Vocals, Guitars
Pepijn De Raeymaecker - Drums
Kobe Canniere - Vocals, Keyboard
Nick Meganck - Bass

Besten Dank an Morbid PR zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Soso, THURISAZ aus Belgien versuchen sich nun also auch an einem Unplugged-Album. Scheinbar zeichnet sich hier ein Trend ab, nachdem inzwischen  unterschiedlichste Bands aus dem Metalbereich (als Beispiel seien nur LIFE OF AGONY, KORN und SAXON herausgegriffen) ihre heiß geliebten Elektrogitarren gegen alte Holzklampfen austauschten. Selbst Popmusiker sehen sich seit geraumer Zeit scheinbar in Zugzwang. So haben sogar DIE PRINZEN inzwischen ein Akustikalbum ausgekoppelt, auch wenn sich mir bis heute nicht so ganz erschließen möchte, worin hierbei der Mehrwert für Acapellamusik besteht (Ich habe die Scheibe zwar nie gehört, doch vielleicht standen die sieben Herren damals ja schlicht und ergreifend ohne Mikrofon im Studio?).

THURISAZ und ihre Musik zeichneten sich auf jeden Fall schon seit Bandgründung durch ihr hohes Maß an besinnlichen Melodien aus. Nur äußerst zurückhaltend wurden Growles und harte Gitarrenriffs eingesetzt. Vergleiche zu NOCTE OBDUCTAs Nektar-Zwillingspaar scheinen mir deshalb recht treffend zu sein. Es stellt sich mir nun allerdings die Frage, ob der Schritt zu Akustikversionen der bekannteren Songs wirklich so groß ist, dass er einen eigenen Output in Album- und sogar DVD-Format rechtfertigt. Doch wer wäre ich, wenn ich meckern wollte noch bevor ich das Liedgut wirklich gehört habe? Also, nichts wie rein mit dem Silberling und auf "Play" gedrückt!

Tatsächlich heben sich die meisten Songs leider kaum von ihren ursprünglichen Fassungen ab (besonders auffällig erscheint mir dieser Umstand bei "Years of Silence" spürbar zu sein). Hierbei handelt es sich meiner bescheidenen Meinung nach um den großen Nachteil dieses Langspielers. Warum sollte ein Liebhaber dieser Songs nochmals Geld für etwas ausgeben, dass er beinahe identisch bereits sein Eigen nennen kann? Das ist wirklich schade, da die Stücke an sich schlichtweg genial sind. Schon der Opener "Symbols" stellt meine Nackenhaare auf, wie ein statisch aufgeladener Luftballon. Wer noch nicht alle Alben der sympathischen Belgier besitzt, sollte eine Anschaffung deshalb trotz allem in Erwägung ziehen.

Einen wesentlichen Kaufanreiz gibt es allerdings auch für alteingesessene Fans. Nämlich die drei wunderschönen Coverversionen anderer großer Künstler. Da die Umsetzung dieser Eigeninterpretationen ebenso gelungen ist, wie die Auswahl der Stücke, sind alle Adaptionen zu absoluten Hinhörern geworden. Mein persönlicher Favorit ist jedoch "A natural Disaster" von ANATHEMA. Wäre ich vor dem Hören dieser Coverversion gefragt worden, ich hätte mit Sicherheit behauptet, dieser Song könne nicht in ähnlicher Qualität nachgespielt werden. Nun muss ich allerdings zugeben, dass THURISAZ sogar der Geniestreich gelungen ist, dem Ganzen eine eigene Note zu verleihen. Was bleibt dem Hörer da noch anderes übrig, als seine Augen zu schließen und mit schaudernder Erwartung auf den Weltuntergang zu warten?

Fazit: Zum ersten Mal seit langem bin ich mir nicht sicher, was ich an dieser Stelle resümieren soll. Auf der einen Seite ist der musikalische Inhalt auf dieser Scheibe fesselnd und hochwertig. Darum geht es doch bei einem Album eigentlich, oder? Andererseits bleibt bei mir allerdings auch der fade Beigeschmack, dass sich viele Stücke durch ihr neues Gewand kaum verändert haben. Ich stelle also ganz bewusst die Frage, wäre ein Akustikalbum tatsächlich nötig gewesen? Eine letzte Antwort auf diese Frage muss wohl jeder Hörer selbst für sich finden. Ich wünsche (hoffentlich) viel Spaß dabei!

Hardy für Lady-Metal.com

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