Totengeflüster - Vom Seelensterben

Totengeflüster

Band: Totengeflüster

Album: Vom Seelensterben

Label: Self Released

Release Date: 01.02.2013

Genre: Symphonic Black Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Die Prophezeiung
02. Ein Traumgespinst
03. Ein Monolog im Mondschein
04. Gefrorene Tränen
05. Vom Seelensterben
06. Der Pakt
07. Blutsegen – Die strömende Erkenntnis
08. Ein neuer Pfad
09. Im Tau der toten Morgensonne
10. Ein Monolog im Mondschein (Orchestral Version)

Lineup:
Totleben – Guitars / Bass
Narbengrund – Vocals
Schattendorn – Drums

Besten Dank an Metal Message zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Fasching ist zwar glücklicherweise vorbei, doch die geschminkten Herren von TOTENGEFLÜSTER treiben scheinbar schon seit 2007 ihr Unwesen. Ursprünglich als Einmannprojekt gestartet, entwickelte sich die Band nach und nach zum Dreigespann. Ich persönlich habe heute meinen ersten Kontakt mit der Gruppe und bin als Liebhaber der süddeutschen Blackmetalszene sehr gespannt, was mich erwartet.

Totleben ist Kopf des Flaggschiffs und hat laut Pressetext eine geheime Leidenschaft, nämlich klassische Musik. Dementsprechend wird das Album, wen wundert's, mit ruhigen Pianoklängen eröffnet. Im Anschluss löst sich „Ein Traumgespinst” von allem, was das klimperige Intro erwarten ließ und zieht wie ein pechschwarzer Ascheregen über Wiese und Feld. Die grenzwertige Produktion macht sich bereits während den ersten Tönen bemerkbar und ich bin wirklich nicht in der Lage zu beurteilen, ob es sich hierbei um Absicht oder mangelndes Equipment handelt. Unabhängig von der Ursache für diesen Sound, muss man als Hörer mit einem dauerhaft dumpfen Rauschen leben, wie es noch auf alten CARPATHIAN FOREST Rehearsals zu hören war. Der einzige Unterschied: Bei den Norwegern war es Kult!

Sieht man über den holprigen Kellersound hinweg, bleibt eine Ansammlung wirklich hörenswerter Blackmetal-Songs. Ein omnipräsentes Keyboard gibt häufig spielerisch den Ton vor und wird von Doublebase und verzerrten Gitarren hinterlegt. Am ehesten erinnert mich der Stil an Bands wie SCHATTENREICH, THRENODIA oder EISREGEN zu Zeiten ihrer „Am Ende des Weges“ Demo. Ab der Mitte des Albums wagt man sich sogar gelegentlich in rockigere Gefilde vor. Songs wie „Der Pakt“ erinnern mich deswegen schon fast an die Kollegen von DARK SOUL. Doch nicht nur dieser eine Song wütet blutrünstig vor sich hin. Das Album gewinnt insgesamt gegen Ende an Energie und hinterlässt auf seinem Pfad nur Schutt und Asche.

Fazit: TOTENGEFLÜSTER haben es geschafft mit „Vom Seelensterben“ ein solides Blackmetal-Album aufzunehmen. Das Keyboard schafft eine romantische Grabesstimmung wie zwei fummelnde Zombies auf dem Friedhof aus „Night of the living Dead“! Gitarre und Schagzeug spielen hingegen den für dieses Gerne typischen Stil und schaffen somit einen spannenden Kontrast. Verbesserungswünsche gehen klar in Richtung Produktion. In Zeiten, zu denen zum Teil bereits kleine DSBM-Bands Wert auf ihren Sound legen, lässt sich eine dumpfe Abmischung in meinen Augen nicht mehr mit Blackmetal rechtfertigen.

Hardy für Lady-Metal.com

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