Tristania - Darkest White

lady-metal.com

Band: Tristania

Album: Darkest White

Label: Napalm Records

Release Date: 03.06.2013

Genre: Gothic Metal

Rezensent: Chris

Tracklist:
01. Number
02. Darkest White
03. Himmelfall
04. Requiem
05. Diagnosis
06. Scarling
07. Night on Earth
08. Lavender
09. Cypher
10. Arteries

Lineup:
Mariangela "Mary" Demurtas - Vocals
Kjetil Nordhus - Vocals
Anders Hoyvik Hidle - Guitar
Gyri Losnegaard - Guitar
Ole Vistnes - Bass
Einar Moen - Keyboard
Tarald Lie Jr. - Drums

Danke an Napalm Records für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Die norwegische Band TRISTANIA gibt es seit 1996 und kann somit schon als Urgestein im Bereich des Gothic Metal bezeichnet werden. Ihre Intention war und ist es, harte Kost mit absolutem Feingefühl zu vermischen. Auf dem siebten Studioalbum "Darkest White" wollen sie diese Paarung auf eine neue Stufe, weiter in Richtung Perfektion, heben. Dazu haben sie Produzent Christer André Cederberg (u.a. Anathema) gewinnen können.

Der Promotext verspricht bis ins kleinste Detail ausgeklügelte Strukturen, zauberhafte Melodieführung, jede Menge Atmosphäre, akzentuiertes Riffing und malerische Klangflächen. Ein modernes Soundgewand soll auf Verspieltheit und Einfallsreichtum treffen. Und Frontfrau Mariangela soll in absoluter Höchstform sein. Eine ganze Menge also, die man geboten kriegen soll. Schauen wir mal, ob das dann auch der Wahrheit oder bloßer Marketingstrategie entspricht.

Die Musiker, egal ob Saiten- oder Schlagwerkfraktion, wechseln zwischen hart-krachenden und emotional-atmosphärischen Parts hin und her. Dies ist vor allem dem Wechsel aus brachialen männlichen und den intensiven weiblichen Vocals geschuldet. Das Keyboard ist nie omnipräsent, was ich sehr angenehm finde, aber dennoch unverzichtbar für das Gesamtbild. Beim Titelsong bedient dann ausschließlich Kjetil Nordhus das Mikrofon und wechselt dabei zwischen Growls/Screams und Klargesang hin und her. Gerade letzterer überzeugt immens intensiv beim Stück "Himmelfall". Vielleicht gerade deshalb, weil die Vocals schon ansatzweise an Anathema erinnern. Größtenteils gehört die stimmliche Darbietung aber Sängerin Mary, die gehörschmeichelnd in nicht zu hohe Gefilde abrutscht.

Fazit: Insgesamt kriegt der Hörer ein solides Werk aus dem Bereich des Gothic Metal geboten, das wahrlich keine Mauern der Innovation einreißen wird. Dennoch hat sich die Musikerfraktion in eine gute Richtung entwickelt, genauso wie Frontfrau Mariangela eine gar furiose stimmliche Darbietung vorlegt. Sie ist das emotionale und atmosphärische Highlight von TRISTANIA und sollte spätestens jetzt in der ersten Liga der Metal-Frontfrauen angekommen sein. An einigen Stellen wurden Elemente aus z.B. Progressive oder Doom Metal eingeflochten. Dennoch: So widersprüchlich der Albumtitel auf den ersten Blick erscheint, so zwiegespalten hinterlässt mich "Darkest White" zurück. Fans werden es lieben, für alle anderen ist es ein Album, das man nebenbei gut hören kann. Aber als Sommerrelease ist das dann doch irgendwie ungeeignete Musik. Zu getragen und melancholisch ist der Grundtenor. Wir sehen uns im Herbst wieder, "Darkest White"! Wenn die Blätter fallen und die Tage kürzer werden, dann ist deine Zeit vielleicht gekommen.

Chris für Lady-Metal.com

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