Tsjuder - Antiliv

Lady_Metal

Band: Tsjuder

Album: Antiliv

Label: Season Of Mist

Release Date: 18. September 2015

Genre: Black Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Kaos
02. Krater
03. Norge
04. Djevelens Mesterverk
05. Demonic Supremacy
06. Slumber With The Worm
07. Ved Ferdens Ende
08. Antiliv

Lineup:
Nag - Vocals, Bass
Draugluin - Guitars
Anti-Christian - Drums

Vielen Dank an Season Of Mist für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Hier ist es endlich!!! Das lang ersehnte neue Album der norwegischen Black Metal Institution TSJUDER. Nach ihrer Wiedervereinigung im Jahre 2009 brachten die drei Herren nach zwei arbeitsreichen Jahren das Come-Back-Album "Legion Helvete" heraus, welches wie eine Bombe in der Black Metal Szene einschlug. Jetzt und 22 Jahre nach ihrer Gründung liefern sie wieder nach. Das neue Eisen trägt den Namen "Antiliv" und ist als normale Fassung mit acht Titeln, sowie als Digibox mit nicht 1, nicht 2, nicht 3, nicht 4, sondern 5 (in Worten: fünf) Bonus-Tracks erhältlich. Wenn das mal kein Argument ist! Wir haben heute und hier die normale Version vorliegen.

Es sind die pfeilschnellen Blastbeats und Mörder-Fills von Anti-Christian. Es ist der hämmernde Oldschool-Bass-Panzer von Nag. Und natürlich nicht zu vergessen die eine fette Gitarre von Draugluin, die wie eine ganze Batterie an Gitarren klingt. Die unverwechselbaren True Norwegian Black Metaller TSJUDER geben auch im Jahr 2015 einmal mehr Vollstoff. "Kaos" macht als erster Song diesen Beschreibungen alle Ehre, denn um den heißen Brei hat diese Band noch nie gespielt. Stattdessen hat man das Gefühl, dass gerade das neue Album den enormen Tatendrang der Herren widerspiegelt.  
Bereits in "Kaos" und "Krater", dem Über-Sieben-Minuten-Bomber, erkennbar, erweitert die Band ihr Spektrum um mehrere Stilmittel. Während es inhaltlich teils kriegerisch wird, werden die Akkord-Riffs mit mächtigen Melodien befeuert, um Kontraste zu schaffen. Dabei behalten die drei Norweger jedoch immer ihre gewohnte Brachialität und bleiben ihrer Linie treu, besonders wenn man den Gesang betrachtet: das ist Nag, wie man ihn live und auch auf den Alben bisher kennt.

Der Titel "Djevelens Mesterverk" lässt es bereits erahnen. Es geht wieder ordentlich zur Sache, hier bleibt kein Corpsepaint trocken. Und dabei sind es nur wenige Parts, zu denen man mal gemütlich headbangen kann. Was nicht heißen soll, dass es in der restlichen Zeit nicht möglich wäre, jedoch ist dabei eine sehr gut trainierte Nackenmuskulatur gefragt. Nichts für schwache Gemüter. Kein Wunder auch, wenn einem die drei Herren der Finsternis im weiteren Verlauf mit "Demonic Supremacy" mitten ins Gesicht treten.

TSJUDER halten mit den folgenden Songs "Slumber With The Worm" und "Ved Ferdens Ende" das Tempo-Niveau stets weit angehoben. Hin und wieder mischt sich die Double-Bass, ein thrashiger Rhythmus oder ein getragener Teil hinzu. In letzterem Song wird es sogar leicht orientalisch, denn Draugluin versteht es, seine Gitarre nicht nur mit Power-Chords zu quälen, sondern auch das ein oder andere episch-mächtige Solo zu shreddern. Den längsten Song liefert die Band zum Finale mit dem Titeltrack zum Album. Dabei rufen sie noch einmal alle erwähnten Attribute auf den Plan und vereinigen diese in einem anfänglichen Midtempo-Klassiker, der sich Schritt für Schritt selbst zum Höhepunkt befördert, ehe das auf Blastbeat gebettete Hauptthema einen krönenden Abschluss beschert.

Fazit: Keine Frage, hier zaubern TSJUDER ein weiteres Meisterwerk auf das Parkett, wie man es zugegebenermaßen nicht erwartet hätte. Viele Bands entwickeln ihre Sound-Produktion weiter, um sich der modernen Zeit anzupassen. Darauf können die drei Norweger getrost pfeifen. Sie konzentrieren sich mehr auf die Ausstrahlung ihrer Musik und entwickeln sich in dieser Richtung weiter, während der Sound kraftvoll und der alten Schule angelehnt bleibt. Lange Rede, kurzer Sinn: Kaufen! "Antiliv" sollte in keiner Black Metal Sammlung fehlen!

Flo für Lady-Metal.com

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