Urgehal - Aeons In Sodom

Lady_Metal

Band: Urgehal

Album: Aeons In Sodom

Label: Season Of Mist

Release Date: 12. Februar 2016

Genre: Black Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Dødsrite
02. The Iron Children
03. Blood of the Legion
04. The Sulphur Black Haze
05. Lord of Horns
06. Norwegian Blood and Crystal Lakes
07. Thy Daemon Incarnate
08. Endetid
09. Psychedelic Evil
10. Woe
[11. Funeral Rites (Sepultura cover)]
[12. Twisted Mass of Burnt Decay (Autopsy cover)]

Lineup:
Trondr Nefas: Guitar Solos
Enzifer: Guitars, Bass
Uruz: Drums

Guest musicians:
Nocturno Culto (DARKTHRONE): Vocals auf Titel 2
M. Shax (ENDEZZMA): Vocals und Lyrics auf Titel 3 und Lyrics auf Titel 5
Byron Braidwood (MONUMENTOMB): Gitarren-Solo auf Titel 3
Hoest (TAAKE): Vocals auf Titel 4
Mannevond (KOLDBRANN): Vocals auf Titel 5, Bass auf Titel 12
Malphas (ENDEZZMA/HAGL): Gitarren-Solos auf Titel 5 and 12
Niklas Kvarforth (SHINING): Vocals auf Titel 6
Sorath Northgrove (BEASTCRAFT/VULTURE LORD): Vocals und Lyrics auf Titel 7
Nattefrost (CARPATHIAN FOREST): Vocals und Lyrics auf Titel 8
Skyggen (TORTORUM): Gitarren-Solo track auf Titel 8
Nag (TSJUDER): Vocals auf Titel 9
Diabolus (VULTURE LORD): Gitarren-Solos auf Titel 9
L.F.F (ANGST SKVADRON/TUSMØRKE/THREE WINTERS): Keyboards auf Titel 10
[Bay Cortez (SADISTIC INTENT): Vocals und Bass auf Titel 11]
[Rick Cortez (SADISTIC INTENT): Gitarren-Solo auf Titel 11]
[R.M (ANGST SKVADRON): Vocals auf Titel 12]

Vielen Dank an Season of Mist für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Ein Name, der sich wie kein anderer in der Black Metal Szene eingebrannt hat. URGEHAL zählen ohne Zweifel zu den Pionieren der aggressiven Schule in diesem Genre. War es doch der bereits im Mai 2012 gerade mal im Alter von 34 Jahren verstorbene Trondr Nefas, der diese Band zu dem gemacht hat, was sie heute ist, nämlich ein Meilenstein in der Geschichte. 22 Jahre nach Gründung und 4 Jahre nach dem Tod des Frontmannes konnte freilich niemand erahnen, dass doch noch das damals in der Produktionsphase hinterlassene siebte Studioalbum dieser Band veröffentlicht wird. Und genau dieses liegt uns nun, mit-zelebriert durch eine erlesene Auswahl von namhaften Gastmusikern, zu Händen bereit. Also rein in die Anlage damit und los geht's!

Gänsehaut-Feeling ab der ersten Sekunde. Das Intro "Dødsrite" lässt Erinnerungen an einen Live-Auftritt hochkommen, einem Erlebnis, welches ich selbst leider nie genießen durfte. Der Schlachtruf von Trondr Nefas kündigt die Band und ihre zerstörerische Kraft mit "(...) We are Urgehal and we are here to fucking destroy you!" an.
Was sich im Folgenden bietet, ist zum großen Teil ein waschechtes Urgehal Album. Es handelt sich in den Gastmusiker-Rollen um Freunde der Band, welche dem Album überwiegend durch Gesang, Text oder Soli auf der Gitarre ihren Stempel verleihen und dadurch ein Zeichen der Ehre Trondr Nefas setzen. Die markantesten Stellen wollen wir Euch natürlich nicht vorenthalten:

Auf das Intro folgt sogleich der Donnerschlag ins Gesicht. Geführt von Nocturno Culto (DARKTHRONE) setzen sich "The Iron Children" in die Panzer und rollen über die verdutzten Zuhörer hinweg. Hier herrschen Black und Thrash Metal, die sich zu einem Headbang-Song vom feinsten kombinieren.

Ebenfalls Hoest, seines Zeichens Frontmann von TAAKE, beteiligte sich. Er zeichnet sich bei "The Sulphur Black Haze" für den Gesang verantwortlich und macht den kürzesten Song des Albums zugleich zum bösesten. Wer Taake und Urgehal kennt, kann sich die Schnittmenge der beiden Bands wohl vorstellen.

Die Band KOLDBRANN schickt ihren Sänger Mannevond ins Rennen für "Lord of Horns", der den von M. Shax (ENDEZZMA) geschriebenen Text zum besten gibt. Ein sehr kontrastreicher Song, der durch seine Rhythmus-Vielfalt besticht. Hier kann man gepflegt die Mähne schwingen, aber passt auf, dass ihr zum Schluss keinen Knoten in den Hals bekommt.

SHINING's Niklas Kvarforth sorgt im nächsten Titel "Norwegian Blood and Crystal Lakes" für Endzeit-Stimmung, so wie man es zu gut von ihm kennt. Wer seine experimentelle Stimme nicht kennt, kann sich mit diesem Song an seine eigene Band herantasten.

Leicht thrash-punkig wird es in "Endetid". Und wer könnte hier für Text und Gesang nicht treffender passen als Nattefrost (CARPATHIAN FOREST), die Kultfigur des True Norwegian Black Metal. Ein geiler Song, mehr muss man dazu nicht sagen.

Ein weiterer sehr bekannter Herr - Nag von TSJUDER - beweist auf "Psychedelic Evil" ebenfalls seine Affinität zu seinen TNBM-Landsleuten Urgehal, hier auch wieder am Mikrophon. Wie der Songtitel bereits erahnen lässt, wird es experimentell und psychedelisch. Aber die Geschichte Urgehal's zeigt, dass auch diese beiden Stilmittel nichts neues sind. In diesem Fall wirken jedoch die vielen Dissonanzen auf die ohnehin schon lange Spielzeit nochmals hinauszögernd.

Fazit: Schauplatz möge eine triste Gruft sein. Man stelle sich alle beteiligten Musiker in voller Montur vor, wie sie beim andächtigen Orgel-Stück "Woe" zum Requiem von Trondr Nefas in Reihe stehen und ihrem Großmeister huldigen. Und selbst wenn man sich nicht gleich in solche Fantasie verrenkt, dieses Outro sorgt für Gänsehaut pur. Vor allem wenn man bedenkt, dass das vorliegende Album "Aeons In Sodom" das höchstwahrscheinlich allerletzte Kapitel von Urgehal ist. Gerade deshalb ist es nämlich auch ein Muss für jedes Black Metal Regal.
R.I.P. Trondr Nefas

Flo für Lady-Metal.com

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