Waldschrat - Metropolis wird fallen

Waldschrat

Band: Waldschrat

Album: Metropolis wird fallen

Label: Talheim Records

Release Date: 25. Mai 2017

Genre: Black Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Intro
02. Metropolis
03. Augenblick
04. Verfall des Seins
05. Der Wind hat mir sein Leid geklagt
06. Zur letzten Ruh
07. Fährmanns letzte Überfahrt
08. Des Sturmes Kind

Lineup:
Sarolf Weltenschmerz - Vocals
Areas - Guitar
Augengespött - Guitar
Fimbul - Bass
Jörmungandr - Drums


Vielen Dank an Waldschrat für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Das Label Talheim Records hat einige Black Metal Schmankerl zu bieten. Unter anderem landeten auch die Niederösterreicher von WALDSCHRAT einen Deal, um ihr neues Album "Metropolis wird fallen" wieder darüber zu veröffentlichen. Das jüngste Langeisen wartet mit acht Titeln und gut 47 Minuten Gesamtspielzeit auf. Nachdem ich ein physisches Exemplar auf einem Festival erhalten habe, kann ich das hochwertige Digipack auch in Händen halten und freue mich daran, die CD eigenständig auflegen zu können.

Nach dem bedrückend klingenden Intro in der Geräuschkulisse einer Großstadt geht es mit "Metropolis" gefühlvoll los. Der Song besticht mit durchdachten epikgeladenen Melodien sowie einem großteils im Midtempo gehaltenen Rhythmus. Lediglich zum Schluss hin wird das dortige Thema mit Blastbeats ausgestaltet.
"Augenblick" hält sich etwa im gleichen Tempobereich auf wie sein Vorgänger-Song, wobei anschließend zum "Verfall des Seins" die Geschwindigkeit um eine Portion angehoben wird. Der Cleansound der E-Gitarre bildet hierzu einen guten Kontrast und sorgt dafür, dass Dissonanzen nicht zu bissig klingen.

Im nächsten Titel "Der Wind hat mir sein Leid geklagt" kommt die Epik auf ihr Höchstlevel für dieses Album. Die gefühlvolle Soloarbeit und dazu noch der Kreischgesang von Frontmann Sarolf Weltenschmerz machen Kombination einfach perfekt. Ab der zweiten Hälfte lässt schließlich auch Schlagzeuger Blastphemy seiner Virtuosität an der Highspeed-Schießbude freien Lauf. (Zusatzinformation: Mittlerweile hat den Posten am Schlagzeug Jörmungandr übernommen, der vielleicht einigen auch durch die Band Vital Remains bekannt sein dürfte.) Zum Schluss kommt die Band wieder zum Eingangsthema zurück, um einen runden Abschluss zu kreieren.

Für "Zur letzten Ruh" luden WALDSCHRAT Saruman, den Frontmann der deutschen Pagan Black Metaller Heimdalls Wacht, als Gastsänger ein. Der mehrstimmige Gesang sticht in diesem Song natürlich heraus und fügt ihm dadurch einen ausgewogenen Folk Charakter hinzu.

Die beiden finalen Songs "Fährmanns letzte Überfahrt" und "Des Sturmes Kind" werden wieder im klassischen Black Metal Stil abgehalten. Besonders bei "Des Sturmes Kind" treten noch vermehrt melancholische Momente auf. Im kraftvoll epischen und treibenden Zwischenteil wird der Hörer nochmals zum Kopf wippen aufgefordert, ehe der Schluss das Gegenteil der Intropassage bildet und somit der Song immer ruhiger werdend endet.

Fazit: "Metropolis wird fallen" besticht durch eine sehr abwechslungs- wie auch ideenreiche Produktion, die mit vielen individuellen Elementen gespickt ist. Der Black Metal von WALDSCHRAT wirkt auf dieser Scheibe zum Großteil nicht so aggressiv, wie es deren Live-Auftritte mehr zu vermitteln vermögen. Dies macht das Gesamtbild umso interessanter, weil die musikalischen Feinheiten mehr Aufmerksamkeit vom Hörer bekommen (können).

Flo für Lady-Metal.com