SICK MIDSUMMER 2012

lady-metal.com

Running Order:

15:00 – 15:35 Opens internal link in current windowNAIL THROUGH ALISS

15:50 – 16:25 Opens internal link in current windowLOCUS NEMINIS

16:40 – 17:20 Opens internal link in current windowATHIRIA

17:35 – 18:15 Opens internal link in current windowKARG

18:30 – 19:15 Opens internal link in current windowMASKBREAKER

19:30 – 20:15 Opens internal link in current windowRAUHNACHT

20:30 – 21:15 Opens internal link in current windowNIGHTFOREST

21:30 – 22:20 Opens internal link in current windowREAP

22:40 – 23:40 Opens internal link in current windowFORGOTTEN TOMB

00:00 – 00:50 Opens internal link in current windowGARDEN OF GRIEF

Opens internal link in current windowImpressions

Mittendrin für euch waren Lady_Metal und Rainer mit den Kameras.

Die Berichterstattung übernahm Flo!

Bericht

Sick Midsummer Festival 2012
28. Juli 2012 – Tierzuchthalle Regau (Österreich)

Gut, Besser, Sick Midsummer

Ja, diese Steigerung ist gewollt und auch völlig zu Recht. Auch das nun dritte Sick Midsummer Festival kann sich wieder zu den Highlights der oberösterreichischen Metalszene zählen. Die Veranstalter, die Band SVARTA sowie ihr eingespieltes und engagiertes Team, haben sich ein ganzes Jahr lang ins Zeug gelegt, um das 2012er-Festival nicht nur über das Letztjährige zu setzen, sondern auch zu einem Kult-Event zu machen. Kult aus dem Grund, da sich das Lineup heuer ausschließlich aus Death und Black Metal Bands zusammensetzte und weil es sich beim Sick Midsummer um ein organisatorisches Vorzeige-Festival handelt.

Den Opener-Slot übernehmen NAIL THROUGH ALISS. Mit ihrem Core-beliehenen Death Metal, der durch seine druckvolle Art ordentlich Staub aufwirbelte, sorgte die Band zu Beginn gleich für die richtige Einstimmung auf einen extrem-metallischen Tag. Überanstrengt wirkte dabei jedoch der Sänger. Ob dies der Grund dafür war, dass der Auftritt nach bereits 20 Minuten unvorhergesehen beendet wurde, bleibt wohl offen. Nichtsdestotrotz war immerhin diese Zeit ein mächtiges Gewitter in der Regauer Tierzuchthalle.

So konnte sich die nächste Band, LOCUS NEMINIS, beim Umbau Zeit lassen und infolgedessen gut vorbereiten. Die 2008 gegründete Band spielt symphonischen Black Metal, der vor Schnelligkeit nur so strotzt. Dabei verstärkt ein Keyboard mit synthetischen Sounds die epischen Riffs noch besser, ist jedoch als tragendes Soundgewand nicht im Vordergrund. Als starke Stütze für den Sänger stellt sich der Bassist heraus, indem er es sich nicht nehmen lässt, kräftige Screams durch das Mikrophon zu jagen. Aus ihrem selbst-produzierten und -veröffentlichten Album „Weltenwanderung“ haben sie eine schöne Auswahl zusammengestellt, die sie heute in Regau präsentieren: gekonnt, virtuos, schnell und extrem.

Und wir machen wieder einen kleinen Sprung. Es heißt wieder Death Metal, mit ATHIRIA, einer verdammt starken Truppe. Seit Sommer 2011 werken die fünf Welser erst, aber auf dieses gute Jahr betrachtet, kann sich ihre Musik mehr als sehen lassen. Trotz überwiegender Brutalität dürfen auch leichte Melodien und Tempovariationen Anteil genießen. Stets als gute Basis von donnerndem Schlagzeug und groovigen Basslinien geführt, hinterlässt die Gesamtheit einen überragenden Eindruck über ATHIRIA. Ein Fehler wäre es gewesen, wenn man sich diesen Auftritt nicht gegeben hätte. Als Death Metaller sollte man sich diese Band auf jeden Fall speichern und parat halten, denn dieses geballte Potential ist wirklich zu allem fähig.

KARG betreten die Bühne und erfüllen das Publikum wiederum mit schwarzer Ware. Episch, melancholisch, melodisch und zudem von starker Machart. Die Band, welche sich abseits der Liveauftritte einzig auf V. Wahntraum’s Kompositions-Talent beschränkt, tritt heute als fünfköpfige Formation auf, um das gesamte Klangspektrum ihrer Musik zum Ausdruck zu bringen. Die musikalisch perfekte Interpretierung der Songs und ihrer jeweiligen Stimmung lässt erahnen, dass es sich bei den vier Session-Musikern um eine ausgewählte Truppe handelt, die ihr Fach verstehen zu weiß. Eine perfekte Kombination also, um den Black Metal von KARG an ein keinesfalls karges Publikum zu bringen, denn mittlerweile füllen sich die Reihen vor der Bühne kontinuierlich.

Und es findet ein weiterer Wechsel im Genre statt. MASKBREAKER sind an der Reihe und geben dazu standesgemäß auch gleich Vollgas. Mit ihrem soliden Death Metal gehören sie schon zu den erfahrenen Jungs und sind deshalb mittlerweile auch ein fester Bestandteil der österreichischen Todesblei-Szene. Gerade dies beweist auch ihre erkennbare Routine hier beim Sick Midsummer Festival, sowie den Spaß, den sie auf der Bühne haben, wenn sie vor heimischem Publikum spielen dürfen. Die 2007 gegründete Band spielt seit Sommer 2010 nur mehr zu viert, nachdem sich die Suche nach einem zweiten Gitarristen als erfolglos herausstellte. Da dachten sich die Herren wohl „Egal, es geht auch so!“ und man muss sagen, genau so ist es auch. Groove braucht nicht unbedingt von zwei Gitarren kommen, wenn man einen ebenso fähigen Bass hat. MASKBREAKER in Topform, so soll es sein.

Dunkle Wolken breiten sich wieder aus in der Tierzuchthalle Regau. Mit RAUHNACHT findet man eine weitere Black Metal Band auf der Bühne vor. Alpine Black Metal nennt die Band ihre Musik aufgrund der lyrischen Themen, die sich durchwegs um die Wälder, Berge und Mythen der Alpen drehen. Aufgrund dessen findet die Band wohl auch so viel Zuspruch im Publikum, was nicht zuletzt der Stimmgewalt des Sängers und den Riffs zu verdanken ist. Letztere sind oft auf Melodien aufgebaut, die einen leichten Folk- bzw. Pagan-Einschlag hören lassen.

Mit NIGHTFOREST geht es nun auch schon Richtung Finale des Festivals. Die Black Metal Band zieht dazu auch wieder ordentlich das Tempo an. Blastbeats bilden den rhythmischen Hauptanteil und werden im Rest vom dumpfen Grollen der Double-Bass erfüllt. Dazu gesellen sich durchwegs epische Riffs. Freunde von schnellem Black Metal und Corpsepaint dürfte diese Band auf jeden Fall auf den Plan rufen.

Den ersten Co-Headliner übernehmen REAP. Die Death Metaller und eingefleischten Ankündiger des Chaos aus Linz bringen also noch eine geballte Ladung Tod über die hungrige Menge. Tiefe Töne erklingen in Regau, die mit den panzerartigen Double-Bass-Attacken ein derart dreschendes Kommando ergeben, dass die Halle bebt. Ganz zu Gunsten der Metalheads, denn einerseits bildet das todesmetallische Inferno in der Mitte von vier Black Metal Bands als gute Abwechslung und trägt zudem bei, dass auch die Freunde des Groove voll auf ihre Kosten kommen.

Als Headliner kommen nun FORGOTTEN TOMB auf die Bühne. Diese Band stellt den würdigen Ersatz für eine ursprünglich eingeplante Band aus USA/Kolumbien dar. Da dies jedoch nicht möglich war, konnten die Veranstalter noch frühzeitig reagieren und die Italiener für das Sick Midsummer Festival gewinnen.
FORGOTTEN TOMB spielen Dark Metal, gepaart mit Elementen aus dem Black und Doom Metal. Diese Symbiose findet überwiegend im Midtempo-Bereich statt und nimmt sich dazu die einfache und ebenso geniale Rock-Riff-Strategie zu Eigen. Eine einzige druckvolle Schallmauer breitet sich von der Bühne aus und hat das Potential, alle in ihren Bann zu ziehen und mitzureißen.

Den letzten Slot und somit den zweiten Co-Headliner bilden GARDEN OF GRIEF. Die österreichische Band, welche eigentlich das Ein-Mann-Projekt von Boronian Sturmfels ist, kann man live als dreiköpfige Formation erleben. Das Drumset übernimmt hierbei ein Computer und wird von zwei festen Gast-Gitarristen und eben Boronian selbst am Bass sowie Mikrophon umrandet. Als Live-Triumvirat kann die Band mehr als überzeugen, jedoch hat sich aus zeitlichen Gründen das Publikum schon etwas gelichtet. Neben dem wohl bekanntesten Song „Black Metal Einheitsfront“ gehört auch traditionell ein Coversong der Band Satanic Warmaster zu ihrem Repertoire, mit dem das Sick Midsummer auch in das Finale gelenkt wird und einen erfolgreichen Abschluss verzeichnen kann.


Fazit: Und da werden wir kein Blatt vor den Mund nehmen: Das Sick Midsummer stellt eines der besten Festivals des Jahres 2012 dar. „Unser Ziel ist es, den Besuchern das beste Angebot aus günstigen Eintritts- und Getränkepreisen sowie lokalen und bekannteren Bands zu bieten.“ Dieses Zitat befindet sich auf der Homepage der Veranstaltung und kann als klare Ansage gedeutet werden, was für das Sick Midsummer seitens der Veranstalter das Wichtigste ist. Und man darf guten Gewissens sagen: Ziel erfüllt.
Neben einem hochkarätigen Band-Billing von Underground bis Bekannt stimmte auch das Rahmenprogramm von vorne bis hinten. Im Aussenbereich befanden sich vielerlei Möglichkeiten für die Metalheads, sich an Verpflegungsständen zu stärken oder mit Merchandise-Artikeln einzudecken. Dazu gab es auch einen netten Pavillon, in dem es neben metallischen Klängen auch eine große Auswahl an alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken gab sowie Sitzgelegenheiten.
In der Eventhalle selbst wurde eine riesige Bar aufgebaut, an der man sich ebenfalls bestens mit Getränken umsorgen lassen konnte und natürlich vor der Bühne die Bands auf sich wirken lassen konnte. Auch wenn ein kleines Gewitter den Nachmittag etwas abkühlen lies und die Leute dadurch mehr oder weniger gezwungen waren, sich unter Dach zu begeben, war das Sick Midsummer Festival 2012 ein sehr gelungenes, gemütliches, familiäres und preiswertes Festival mit vielen Highlights.
Wir sind gespannt, was sich die Veranstalter für das Jahr 2013 einfallen lassen.

Flo für Lady-Metal.com


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