JULFEST 2015

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Das 2. Mal eröffneten wir mit dem Julfest am 03. Januar 2015, im oberösterreichischen Oberndorf bei Schwanenstadt, die Festivalsaison.
Dem Motto entsprechend war das Billing im Black/Pagan Metal angesiedelt.
Ein ausverkauftes Festival bestätigte der Austrian Metal Elite, dass sie alles richtig gemacht haben!

Running Order und Galerielinks:

Opens internal link in current windowLichtblick 16:30 – 17:15

Opens internal link in current windowNebelfront 17:30 - 18:15

Opens internal link in current windowFirtan 18:30 - 19:15

Opens internal link in current windowHeathen Foray 19:30 - 20:30

Opens internal link in current windowVargrimm 20:45 – 21:45

Opens internal link in current windowBifröst 22:00 - 23:00

Opens internal link in current windowEllende 23:15 - 0:15

Für euch waren mit den Kameras Lady_Metal und Rainer im verschneiten Oberösterreich. Flo schildert seine Eindrücke im nachstehenden Bericht.

FESTIVALBERICHT

Julfest 2015
03. Januar 2015 - Oberndorf bei Schwanenstadt (Austria)

Schwarzmetallisch geht's ins neue Jahr

Bei milden winterlichen Temperaturen fand am Samstag, den 03. Januar, das nunmehr zweite Julfest der Austrian Metal Elite, einem gemeinnützigen Verein bestehend aus jungen aktiven Metallern, in Oberndorf bei Schwanenstadt im dortigen Bürger-Veranstaltungssaal statt. Mit einem Lineup von sieben Bands aus dem Black Metal Genre haben die Organisatoren einen runden Zeitplan geschmiedet, in dem jeder Besucher voll auf seine Kosten kommen konnte. Apropos Kosten: Die Veranstaltung war mit 200 von 200 vorhandenen Karten restlos ausverkauft, womit ein interessanter Abend garantiert war. Zudem stand auch dem leiblichen Wohl nichts im Wege, denn humane Preise für Getränke und Essen und eine breite Palette an sowohl alkoholischen als auch anti-alkoholischen Getränken war vorhanden. Einziges Manko für Österreicher dürfte wohl das Rauchverbot im Veranstaltungsgebäude gewesen sein. Die aus Bayern angereisten Gäste dürften das schon gewohnt sein. Ein Bier geordert, dann kann es auch schon losgehen.

Den musikalischen Auftakt machte LICHTBLICK, eine noch recht unbekannte Band aus Ried (im Innkreis), die sich dem Depressive/Ambient Black Metal verschrieben hat. Trotz der noch gar nicht so langen Zeit seit ihrer Gründung Anfang 2014 haben die vier Herren scheinbar produktiv geprobt und konnten deshalb das bereits vorhandene Publikum überzeugen. Mit einem richtig beißenden Gitarrensound und überwiegend langsamen und einfachen Schlagzeug-Rhythmen zelebrierte die Band interessante Songs, deren Klang durch die Abmischung aber erst im Laufe ihres Sets voluminöser wurde. LICHTBLICK stellte damit einen würdigen Opener dar, deren Songs man sich guten Gewissens zu Gemüte führen konnte.

Nach der Umbaupause ging es mit NEBELFRONT weiter. Obwohl aus Österreichs Hauptstadt Wien stammend, gibt es die Band nur sehr selten zu sehen. Beim Julfest musste man also diese Gelegenheit nutzen. Die Besetzung wird für Live-Zwecke aufgestockt, denn eigentlich besteht die Band nur aus drei Personen, darunter eine Gast-Sängerin. An Kreativität kann man diese Truppe nicht übertreffen. Wo typisches Schwarzmetall-Geschrei mit Klargesang gewürzt wird, verliert die Interpretation oft an Qualität. Nicht so bei NEBELFRONT. Hier trifft man auf viel Herzblut und draus folgen innovative Songs mit klarer Struktur, eingängigen Melodien und erdrückender Stimmung. Das Live-Schlagzeug bedient bei der Band um S.O. an Gitarre/Backing Vocals und für den Hauptgesang verantwortlichen Feanor Omega (Sakrileg) seit 2011 der junge Schlagwerk-Student Lukas, den wir heute Abend auch noch bei der Band Bifröst sehen werden, welche zu späterer Stunde den Part des Co-Headliners übernehmen werden.

Die Bühne enterten als nächstes FIRTAN aus Baden-Württemberg (Deutschland). Nachdem sich bei ihrer ersten Tour zwischen Weihnachten und Silvester (mit Bifröst, Gernotshagen und Imperium Dekadenz) ein Mitglied mit einer kräftigen Erkältung ansteckte, konnte die Band heute leider nur zu dritt (ohne zweite Gitarre) auftreten, was aber offensichtlich kein Problem darstellte. Der Sound war eingestellt und so konnte es auch schon losgehen. Mit ordentlich Power brachten die drei Jungs das Publikum erstmals in Stimmung. Die Matten kreisten zu überwiegend schnellem Black Metal mit leichten Pagan Einflüssen und orchestralen Samples, die als klangliche Unterstützung für eine epische Beigabe sorgten. FIRTAN gibt es seit 2010. In dieser Zeit bis heute haben sie eine EP "Wogen der Trauer" und ihr erstes Full-Length-Album "Niedergang" produziert. Auf der Bühne fühlten sich Phillip, Oliver und Martin relativ schnell wohl. Verdiente Applause bestätigten dies. Momentan kann man sich auf der Homepage der Band einen 5 Songs starken Sampler downloaden, der ausgewählte Stücke ihrer beiden oben genannten Veröffentlichungen beinhaltet. Wer die Band noch nicht kennt, sollte sich dieses Angebot nicht entgehen lassen: Beziehbar ist die Musik über
Opens external link in new windowhttp://firtan.com/media/

Heathen Foray

Die nächsten beiden Bands sorgten auf dem Julfest für ein eher pagan-lastigeres Intermezzo. Sehr melodisch gingen dabei HEATHEN FORAY aus Graz vor, bei denen sich beide Gitarristen ein Solo nach dem anderen lieferten. Hinzu kam, dass Sänger Robert aktiv mit dem Publikum interagierte und wiederum deshalb ordentliche Headbang-Sessions entstanden. Die Stimmung kochte, das konnte man auch den schweißüberströmten Bandleuten ansehen. Hervorragend! Auch die Herren von VARGRIMM, der heutigen zweiten Band aus Deutschland bzw. genauer gesagt aus Berlin, kamen bei den Leuten gut an. Mit ihrem Mix aus Pagan und Black Metal konnten auch sie eine überzeugende Show abliefern. In der Szene gewinnt die Truppe um Sänger Kai zunehmend an Bekanntheit, denn besonders im Jahr 2015 konnten sie sich Live-Slots z.B. auf dem Barther Metal Open Air und auf den Frostfeuernächten im Februar nahe Berlin sichern.

Vargrimm

Mit BIFRÖST trat nach der nächsten Umbaupause eine weitere Band aus Österreich auf die Bühne. Schlicht als Metal bezeichnet die fünfköpfige Truppe um Kreativ-Kopf und Gitarrist Matthias S. (auch bekannt von Harakiri for the Sky) ihren Stil, wobei man hier noch ein kleines "Heiden-" als Anfangswort ergänzen könnte. Eine mächtige Soundwand fegt durch den Julfest-Saal und hat genau eine einzige gewollte Wirkung: Das Publikum in Wallung bringen! Die Haare fliegen in großen Kreisen und wilden Bewegungen, nicht nur vor sondern auch auf der Bühne. Diese Band versteht es, eine Horde Metaller in ihren Bann zu ziehen. Und das für das komplette 60-minütige Set. Respekt!
Wer sich noch an Nebelfront erinnern konnte, erkennt den fähigen Mann am Schlagzeug wieder. Zu dessen Spiel gesellen sich feurige Riffs, während das ständig wechselnde Schnee-Regen-Wetter des heutigen Samstag-Abend den Großteil des Publikums in den Innenbereich navigieren ließ. Verdient, denn als Co-Headliner heizten die fünf Herren, allen voran Sänger Ragnar (auch musikalisch und gesanglich aktiv bei Selbstentleibung), die Gemüter standesgemäß auf den in Kürze folgenden Headliner des heurigen Julfests an. Wem BIFRÖST entgangen ist, selbst schuld.

ELLENDE fungierte schließlich als Headliner. Und auch damit landete die Austrian Metal Elite eine Punktlandung vom Feinsten. Atmosphärischer Black Metal in seiner vollendeten Form, wie man ihn so nur zum Beispiel von Wolves In The Throne Room (USA) kennt. Aber hier handelt es sich um ein österreichisches Einmann-Projekt aus Graz, welches -2011 gegründet- nach Veröffentlichung der ersten EP "Rückzug in die Innerlichkeit" durch Gastmusiker zu einer Live-Besetzung formiert wurde. Musik und Text stammen zu 100 Prozent aus der Hand von Lukas, der auf der Bühne -geschmückt mit einer Art Kettenhemd aus Tierknochen- den Part des Frontmannes am Gesang übernimmt. Einen weiteren optischen Akzent bilden lediglich schwarze Striche und Flecken auf den Gesichtern und Armen der Band. Es muss ja nicht immer Corpse-Paint sein.
Die Musik von ELLENDE lässt sich wahrlich als Kunst bezeichnen, denn neben der gewohnten Instrumentalisierung (Gitarren, Bass und Schlagzeug) finden auch klassische Streichinstrumente (Cello, Viola, Violine) ihren Platz in dieser eingängigen Melancholie. Überwiegend langsam und im mittleren Rhythmus und Tempo angesiedelt erklingen die erdrückenden Melodien in Kombination mit spürbaren Bassläufen und typischem Depressive-Gesang zu einer unendlichen Geschichte, welcher man sich als Zuhörer hingeben darf. Nach jedem Song erklingt ein kurzes und sympathisches "Danke", womit Lukas dem zu späterer Stunde zwar etwas lichter gewordenen, aber dennoch standhaften und interessierten Publikum Respekt zollte, worauf kräftiger Applaus erwidert wurde.


Fazit:
Alles in Allem war das zweite Julfest ein absolut gelungener Auftakt in das Jahr 2015. Das Klangerlebnis aller Bands war breit gefächert und qualitativ sehr hochwertig, sodass man sowohl als Black Metaller als auch als Pagan Metaller immer wieder den für sich richtigen Sound finden konnte. Zum Schluss darf man noch anfügen, dass das Julfest auch aus Sicht der Veranstalter, der Austrian Metal Elite, ein voller Erfolg war. Die Chef-Etage ließ bereits zwei Tage nach dem Festival verlauten, dass man sich schon in den Planungen für das nächste Jahr befinde und sich interessierte Bands gerne bewerben dürfen.
An dieser Stelle dürfen wir von Lady-Metal.com nochmals ein herzliches Dankeschön loswerden: für die Einladung und den schönen Abend. Auf dass das nächste Event gleichermaßen erfolgreich werden möge.

Flo für Lady-Metal.com

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