METAL HAMMER AWARDS 2015

Bereits zum siebten Mal wurden am Samstag die METAL HAMMER AWARDS vergeben. Thorsten Zahn, Herausgeber und Chefredakteur METAL HAMMER, hatte die Szene in die Berliner Kulturbrauerei geladen und versprach: „Hier trifft sich das Who-is-Who der Branche. Gemeinsam mit Fans und internationalen Metal-Legenden rocken wir den Metal-Gipfel."

Unbestreitbar las sich die Gästeliste erlesen. Musiker von SLAYER, NIGHTWISH, RAMMSTEIN und weiteren Top-Bands wollten sich die die härteste Preisverleihung des Jahres nicht entgehen lassen und hatten ihr Kommen angekündigt. Kein Wunder also, dass der SCHWARZE TEPPICH schon 30 Minuten vor dem eigentlichen Beginn dicht umlagert war. Handy, Tablets, Digi-Cams wurden bereit gemacht; es wurde gedrängelt und sich in Position gebracht, nur um vielleicht doch das eine oder andere brauchbare Foto mit nach Hause zu nehmen. Wo sonst – außer auf den ganz großen Festivals – hatte man schon die Gelegenheit ein solches Starensemble hautnah zu erleben. Und die V.I.P.’s enttäuschten ihre Fans nicht. Alle waren sie gekommen.

Christoph Schneider (RAMMSTEIN)

Tom Araya und Kerry King von SLAYER (die mit ihrem aktuellen Album „Repentless“ das erste Mal in ihrer über 30jährigen Bandgeschichte in den deutschen Charts bis auf Platz EINS kletterten), Jukka Nevalainen und Troy Donockley von den Symphonic-Metal-Giganten NIGHTWISH, Christoph Schneider von RAMMSTEIN. Greg Mackintosh und Nick Holmes von PARADISE LOST waren ebenso vor Ort wie Mille Petrozza von KREATOR, André Olbrich von BLIND GUARDIAN oder Alexander Wesselsky von EISBRECHER. Und auch ein Koch gab sich die Ehre. Metalkoch Stefan Marquard. Die Liste der Gäste ließe sich hier beliebig lang fortsetzen, würde wohl aber dann doch den Rahmen sprengen.

MillePetrozza (KREATOR)

So dauerte es dann auch über eine Stunde, bis sich endlich die Pforten zum Kesselhaus öffneten und die eigentliche Award-Verleihung beginnen konnte. Drückende Hitze empfing die Besucher im Kesselhaus und man musste kein Prophet sein um zu orakeln, dass der Abend nicht nur das reine Vergnügen werden würde. Erst recht nicht, wenn man in einer dunklen Halle, ca. 100 Meter von der Bühne entfernt, versucht Fotos zu machen. So mag man mir die Qualität meiner Schnappschüsse nachsehen, zumindest habe ich es versucht.

Durch den Abend führten Liv Kristine und Ehemann Alex Krull, die mit ihren Bands LEAVES EYES und ATROCITY seit Jahrzehnten zum Inventar der Szene gehören. Unterstützt wurden sie dabei von Kate Kaputto. Und da eine reine Award-Verleihung auch in der härtesten Szene zu einer ziemlich langweiligen Angelegenheit werden würde, gab es zwischen den einzelnen Preisen vier fette Live-Acts. DELAIN, INSOMNIUM, SOLIWORK und WITHIN TEMPTATION rockten den Saal. In zehn Kategorien wurden die Sieger gekürt.

Kate Kaputto, Alex Krull, Liv Kristine (v.l.n.r.)

Best German Band

POWERWOLF

Best International Band

SLAYER

Best Live Band

HEAVEN SHALL BURN

Best Album

PARADISE LOST
(The Plague Within)

Best Debut

BEYOND THE BLACK
(Songs Of Love And Death)

Metal Anthem

NIGHTWISH
(Shudder Before The Beautiful)

Up & Coming

BATTLE BEAST

Legend

CHUCK SCHULDINER
(Death)

† 13.12.2001

God Of Riffs

ANDRÉ OLBRICH
(Blind Guardian)

Maximum Metal

HAMMERFALL

 

Auf der Bühne konnten DELAIN von Anfang an überzeugen, auch wenn es zwischen drin mal ein kleines technisches Problem gab. Die holländische Symphonic-Metal Band ließ keine Wünsche offen und brachte die ansonsten doch recht träge (Zuschauer)-Masse wenigstens etwas in Bewegung. Was dann auch der wohl einzige Kritikpunkt (sieht man mal von dem fehlenden Fotograben ab) des Abends war. Gleichwohl perfekt organisiert hatte man zu weilen das Gefühl, eher auf einer Beerdigung denn auf eine METAL AWARD Verleihung zu sein. An evtl. Wartezeiten kann es nun wirklich nicht gelegen haben, denn die gab es so gut wie nicht. Und als Alexander Wesselsky vergeblich versuchte die Massen wenigstens etwas zu motivieren wurde es ob des Schweigens der Zuhörer fast schon peinlich.

 

INSOMNIUM machten da weiter, wo DELAIN aufgehörte hatte und konnten zumindest mich überzeugen. Ich hatte die Band bis dato noch nicht live gehört und war positiv überrascht.

 

Mit SOLIWOK als dritten Act gab es denn Metal pur und die Schweden schafften das schier Unmögliche. Es entstand doch tatsächlich so etwas Ähnliches wie ein Circle Pit im Kesselhaus, der von der zahlreich erschienen älteren Generation mit Abstand und offensichtlichen Misstrauen beäugt wurde.

 

Zurück nach Holland und zum Symphonic-Metal ging es im Headliner-Act des Abends. Keine geringeren als WITHIN TEMPTATION gaben sich die Ehre. Leider konnte ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass Sharon den Adel das eine oder andere Mal mit Stimmproblemen zu kämpfen hatte. Das dies nicht weiter ins Gewicht fiel, hatte sie zuallererst ihrer Band zu verdanken, die mit so viel Druck spielte, dass sie jedes noch so kleine Manko gekonnt überspielte. Ein würdiger und gelungener Abschluss der AWARD-Verleihung, die gegen 01:30 Uhr ihr Ende fand. Dank des ständigen Wechsels zwischen Preisverleihung und Live-Acts wurde es auch nach über fünf Stunden nicht langweilig, auch wenn die Physis meines alternden Körpers schon arg strapaziert wurde.

 

Freuen wir uns also auf die nächste METAL HAMMER AWARDS 2016 mit einem hoffentlich etwas lebendigerem Publikum.

(HINWEIS: Die unten stehenden Galerien werden noch vervollständigt)
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Der Schwarze Teppich

Award-Verleihung

Delain

Insomnium

Soliwork

Within Temptation

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