SLAUGHTERING THE GOAT FEST PART II

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Slaughtering The Goat-Fest Part II 2011

Ein Jahr lokaler Metal für die „Ziege“ mit Chemical Cancer, Me Myself And The Audience und Victim of Scourge.

Berichterstatter und Fotograf: Flo

VICTIM OF SCOURGE

CHEMICAL CANCER

ME, MYSELF AND THE AUDIENCE

METALHEADS

Bericht

Slaughtering The Goat-Fest Part II 2011
26.11.2011 – Gasthaus zur Ziege, Simbach am Inn (D)

Ein Jahr lokaler Metal für die „Ziege“

Das bereits zweite Konzert im kleinen Rahmen veranstalteten CHEMICAL CANCER, die wohl sympathischste und brachialste Death-Metal-Core Band aus Braunau, im Simbacher Gasthaus zur Ziege. Dem Namen getreu befinden sich in der Gaststube wirklich drei Ziegenköpfe, die bei Betreten des Lokals ordentlich die Blicke auf sich ziehen. Die Veranstalter haben sich gleich zwei Anlässe einfallen lassen: Einerseits das einjährige Bühnenjubiläum von CHEMICAL CANCER und andererseits die Release-Tour von ME MYSELF AND THE AUDIENCE bezüglich ihres gerade veröffentlichten Albums. Als Opener des Abends wurde die Band VICTIM OF SCOURGE rekrutiert. So stand mit drei soliden Künstlergruppen einem metallischen Abend keine einzige Ziege mehr im Weg.

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VICTIM OF SCOURGE eröffnen die Schlacht-Zeremonie mit ihrer Mixtur aus Death und Black Metal. Im Midtempo-Bereich bieten die vier Jungs eingängige Gitarrenriffs mit technischem Anspruch, verfeinert mit grollenden Basslinien sowie tiefst-möglichem Growling. Die Stimme des Sängers erinnert oftmals an Größen im Cannibal-Corpse-Stil, wobei für einen richtigen Vergleich die pure amerikanische Brachialität fehlt. Diese ist aber bei den vier Österreichern nicht nötig, denn das würde ihre individuelle Art nicht wirklich bestätigen. Und dies ist auch der Grund, warum man sie durchaus ins Herz schließen kann, denn als Opener geben sie mächtig Gas und treiben schon mal die Köpfe der Zuhörer, wenn auch mäßig aber sicher, an. Trotz aller musikalischen Positiva fehlt jedoch noch das Showgefühl, um die Menge auch optisch zu erreichen. Natürlich muss man dazu erwähnen, dass es sich bei VICTIM OF SCOURGE um eine junge Band handelt, deren Ausbaufähigkeit und Professionalität mit der Zeit und mehr Auftritten gesteigert werden kann. Deshalb darf man den Gig in der Ziege auch als sehr gut ansehen und sollte das kleine Manko nicht ins Gewicht fallen lassen. Die Praxis wird das ändern und deswegen gibt es ein appellierendes: Weiter so!!!

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So kommen wir zum eigentlichen Hauptakt des Abends mit CHEMICAL CANCER, denn sie feiern am heutigen Tag ihr einjähriges Bühnenjubiläum. Beachtliche, volle 60 Minuten brettert die Braunauer Institution in gewohnter Manier ihren core-beeinflussten Death Metal mit ordentlich Groove und Energie, aber auch Spaßfaktor. Deshalb fanden sich auch hier die meisten Besucher im Ziegenstall ein. Bier-gedopet legen sie los und sprengen den familiären Rahmen mit sämtlichen Titeln aus ihrem Album. Zu den Besten seien dabei „Martyrium“, „Der Totengräber“ und die Vegetarier-Hymne „Fleisch“ zu zählen. Für die passenden Worte zwischen den Songs zeichnet sich Sänger Patrick verantwortlich und gewinnt deshalb enorme Pluspunkte beim Publikum. Ebenso die Saitenfraktion mit Manuel und Yosh an den Gitarren und Wurmi am Bass wüten mit tiefen Riffs zum mitreißenden Rhythmus ihres jüngsten Bandkollegen Niko am Schlagzeug. Da kann sich die Menge nur willig verhalten und steht deshalb auch für CHEMICAL CANCER’s ersten Circle Pit tatkräftig bereit. Hierzu bot sich die Säule in der Mitte des Saales geradezu optimal an und wurde deshalb gehörig umwirbelt. Relativ schnell war das Set auch leider wieder aus, obwohl man den Jungs bestimmt Stunden zuhören könnte. Da man aber auch dem Headliner noch genügend Zeit geben wollte, muss man zwangsläufig aufhören, wenn es am Schönsten ist. So kann man eigentlich nur hoffen, dass CHEMICAL CANCER ihre Ideen genau so fortführen, denn so stünde dem Aufschwung nichts mehr im Wege.

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Offizieller Headliner der Ziegenschlachtung war die Bad Tölzer Band ME MYSELF AND THE AUDIENCE. Was sich wie ein komischer Name anhört, war auch ein etwas skurriler Musikgeschmack, der sich hiermit bot. Als Symbiose aus Metal und Hardcore bezeichnen sie ihren eigenartigen Stil, dem man jedoch auch noch einige andere Stile aus der Musik allgemein zuordnen könnte. Dazu gesellen sich zum Beispiel Elemente aus Electro und, kaum zu glauben, dem Jazz. Der Gig in der Ziege dürfte für MMATA wohl eher zu den kleinen ihres Live-Lebens zählen, jedoch gab dies umso mehr den Grund, wieder mal ordentlich auf die Pauke zu hauen und somit die CD-Release-Party ihres gerade veröffentlichten Albums „Colourise The Ocean“ in sehr überschaubarem Rahmen zum Besten zu geben. Die Band existiert seit 2005 und hat bis heute über 100 Auftritte zu verzeichnen. Über diese Zeit hinweg sammelten die vier Jungs Erfahrungen und Kontakte zu vielen anderen Bands, von welchen sie profitieren und deshalb auch wissen, wie sie sich auf der Bühne verhalten wollen. Diese Vermittlung ihrer energiegeladenen Musik sowie Performance überträgt sich auf die Zuhörer und erreicht deshalb das erwünschte Mitwirken. Genau das taten sie auch, obwohl sich die Menge zum Schluss hin etwas lichtete und nur noch der harte Kern blieb. Das ist Hardcore!

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Insgesamt waren die Veranstalter um einerseits CHEMICAL CANCER und andererseits dem legendären Ziegen-Sepp, der es sich nicht nehmen lies bei jeder Band mit seiner Telecaster-Gitarre für ein paar Schnappschüsse mitzuwirken, sehr zufrieden. Obwohl sie sich noch mehr Gäste gewünscht hätten, darf man die anwesenden 60 Leute nicht verachten, denn ihnen gilt der Dank für diese Treue und Support-Bereitschaft an die regionalen bzw. lokalen Extrem-Metal-Bands. Der Sound wurde perfekt abgemischt, während der kleine aber großzügig ausgestattete Merchandise-Stand auch seinen Anklang fand. Alles in Allem also eine gelungene Veranstaltung mit Wiedererkennungswert und Fortführungspotential. Warum sollte also CHEMICAL CANCER nicht auch das zweijährige Livejubiläum beim Ziegen-Sepp abhalten? Wir lassen uns auf jeden Fall überraschen!

An dieser Stelle noch ein gewaltiges Danke für den lustigen Abend, den bleibenden Eindrücken und vor allem der gegenseitigen Unterstützung.

Flo für Lady-Metal.com

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