STORMEN FRA NORD TOUR 2011

Lady-Metal.com

Angantyr | BlackShore | Myrd | Molok | Klamm | Vehemenz

am 12.10.2011 in Würzburg/Posthalle

Wenn die Tage wieder kürzer werden und sich die Dunkelheit der Nacht frostig-frisch über die Lande legt, ist es eindeutig wieder Zeit für heimelige Clubkonzerte. Doch der frische Oktoberwind bringt vor allem in acht Städten herbstliche Kühle, denn von Anfang bis Mitte Oktober war die „STORMEN FRA NORD"-Tour unterwegs und hat einen schwarz-blutigen Schleier hinter sich hergezogen.

Tanja und Alex waren für euch mitten im Geschehen.

 

VEHEMENZ

KLAMM

MOLOK

MYRD

BLACKSHORE

und hier der Konzertbericht

STORMEN FRA NORD – Tour 2011

Angantyr | BlackShore | Myrd | Molok | Klamm | Vehemenz

am 12.10.2011 in Würzburg/Posthalle

Wenn die Tage wieder kürzer werden und sich die Dunkelheit der Nacht frostig-frisch über die Lande legt, ist es eindeutig wieder Zeit für heimelige Clubkonzerte. Doch der frische Oktoberwind bringt vor allem in acht Städten herbstliche Kühle, denn von Anfang bis Mitte Oktober war die „STORMEN FRA NORD"-Tour unterwegs und hat einen schwarz-blutigen Schleier hinter sich hergezogen.

Doch bereits vor Antritt der Tour schwebte eine dunkler Dämon über dieser, denn die Band SOLEIL GRIS (mit Ex-Helfahrt-Kopf Max Marquardt) musste die Tour auf Grund eines geschrotteten Autos kurzfristig absagen. Aber als ob dies nicht schon genug wäre, wurde auch  noch der BLACKSHORE-Bassist In Vitro nach einem Arbeitsunfall ins künstliche Koma versetzt – einen Tag vor dem Eröffnungskonzert in Hamburg. Seine Bandmitglieder zogen die Sache aber durch, wenn wohl auch mit einem äußerst bitteren Beigeschmack. Respekt! Dafür waren bei uns in Würzburg dann neben dem dänischen Headliner ANGANTYR, den Landeskollegen von MYRD und den deutschen BLACKSHORE nun auch MOLOK aus dänischen Landen mit von der Partie. Zudem noch die beiden lokalen Bands KLAMM und VEHEMENZ. Doch zu den einzelnen Bands gleich mehr.

Am Einlass klappte alles reibungslos und somit waren wir auch pünktlich zum eigentlichen Beginn um 19 Uhr in der Halle. Allerdings mit uns leider nicht sehr viel weitere Menschen, denn wo man hinsah nur Leere oder aber Schlüsselbänder mit Kärtchen dran. Hmmm.... Nun ja, kann ja noch werden, immerhin ist es Mittwoch und viele Leute arbeiten eben doch noch. Wir drückten uns noch etwas am Merch herum, bis dann etwas Gewimmel auf der Bühne den Beginn des Konzertes in nächster Zeit ankündigte.

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Den Anfang machten an diesem Abend die Hammelburger von VEHEMENZ, welche wir bereits auf dem End Of Life-Festival in diesem Jahr bestaunen durften. Wem dieser Bandname vielleicht noch nichts sagt und aus dem Frankenlande stammt, dem dürfte aber wenigstens der Name ATOPIE schon einmal über den Weg gelaufen sein. Dort wurde noch mächtig geballert das einem schier die eigenen Nackenwirbel um die Ohren gesaust sind, doch bei VEHEMENZ wurde eine eigenwillige, teilweise recht impulsive und vor allem sehr egozentrische Form des Black Metals dargeboten. Individualismus ist hier sehr ausgeprägt, vor allem wenn der schizophren wirkende Sänger Smorgul die Augen gen Himmel drehte und irgendwie aussah, wie wenn er einer ernst zunehmenden Geisteskrankheit verfallen wäre. Hat auf dem End Of Life-Festival neben den drei Gitarren noch der Bass gefehlt, so wurde er an diesem Abend von Timo Pfeuffer bedient. Leider ist die Band immer noch recht statisch, wirkte immer noch recht unsicher und das, obwohl sich die „Bote`n´ des Nichts“ - VEHEMENZ – wirklich ein solides „Fragment I“ geschaffen haben und ich Zukunft mit Sicherheit die ein oder andere schwarzmetallische Bühne in und um Franken mit Songs wie „Der Traum...im Chaos vereint“ oder auch „Leben gleich Nebel“ bereichern werden.

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Durch den Nieselregen vor der Türe, fühlte sich alles um einen herum so KLAMM an – und genau dies ist der Bandname der Band, welche nun folgte. KLAMM stammen aus Würzburg, existieren seit 2008 (damals erschien die Demo „Frostfluss“), haben sich dem folkig angehauchten Black Metal verschrieben und singen ausschließlich auf Deutsch. Obwohl die Jungs aus meiner Heimatstadt stammen, stellen sie ein für mich unbeschriebenes Blatt dar, auch wenn die Songs wie „Frostfluss“ oder auch „Fernweh“, welche alle sehr eigensinnig, aussagekräftig und elementar sind, genau in meine musikalische Richtung fließen. Man hat nicht das Gefühl diese doch recht langen Kompositionen schon zigfach gehört zu haben und immer wieder tauchten vor dem geistigen Auge fremde, obskure neue Welten auf. Schnell befanden wir uns auf einer fremdartigen Reise, geprägt von Musik und Vorstellungskraft. Diese brauchte man allerdings auch, denn die Interaktion mit dem, leider immer noch sehr spärlichen, Publikum fiel sehr spärlich aus. Alle Bandmitglieder schienen in ihrer eigenen Dimension gefangen zu sein, jeder agierte für sich, doch ein zusammen war kaum wahrnehmbar. Hier sollte man vielleicht noch deutlich dran feilen, denn wenn jeder für sich versunken spielt, fühlt sich das Publikum schnell ausgegrenzt und die Aufmerksamkeit schwindet merklich. Das die Band natürlich im Black Metal beheimatet ist, steht ohne Zweifel, aber trotz allem zeigte man sich doch sehr experimentierfreudig, gleitete oft ab in melodiöse Gefilde und genau das ist etwas was ich sehr liebe, denn dann wirkt die brachiale Härte noch gehaltvoller und man wird in einen pathetischen Strudel voller schwarzen Leides gesogen! Ende 2011 soll das erste Album erscheinen und ich bin wahrlich sehr gespannt, wie dieses ausfallen wird.

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Das folgende Quartett MOLOK aus Dänemark sprang für die ausgefallen SOLEIL GRIS ein. Allerdings muss ich sagen, dass diese recht skurrile Kreuzung zwischen Fukushima-Schutzanzug und Venediger-Karneval erst mal recht befremdlich wirkte. Auch der wie auf Speed dargebotene, progressive Black Metal schlug nicht so ganz in unsere musikalische Vorlieben-Kerbe. Der Sänger wirkte wie auf eben genannter Droge, schmiss sich wild gestikulierend auf den Boden, die beiden anderen wirkten stellenweise gar wie Monolithen und der Schlagwerker hantierte zwar fachlich gut, aber auch irgendwie verrückt. Nicht unsere Welt und somit ging's lieber noch mal ab zum Merch und dort wurden wir auch etwas Geld los...

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Gerade standen die Herren von MYRD noch am Merch, waren sie nun auch verschwunden - allerdings nur hinter die Bühne, um sich für die Show ordentlich in Schale zu schmeißen! Reichlich mit Kunstblut versehen läuteten sie dann ihren Auftritt mit „Skyggerigets Væsner“ und „De Dødes Sang“ ein. Was für eine Wohltat für unsere geschundenen Ohren. Um Sänger V wehten die zerfledderten Bandagen, das Blut tropfte von Haar und Haut, seine wilde Gestik lies keinen Zweifel an seiner selbstmordreifen Seelenverfassung und auch seine psychopathischen Fratzen jagten einem einen Schauer über den Rücken. Wenn man dann noch den Gitarristen zu seiner Linken betrachtete, welcher sich über seine verstümmelte Hand scheinbar eine Ladung extra Blut geschüttet hatte, ist das dänische Horror- Kabinett des suizidalen Black Metals komplett. Alle Songs der Dännen brechen roh, brachial, theatralisch, spannungsgeladen und endgeil aus den Boxen und verströmen eine unbeschreiblich schlächterne Atmosphäre. Der Wunsch von Sänger V., dass das Publikum keinen Spaß hat und leidet, dürfte sich  an diesem Abend erfüllt haben. Uns haben Songs wie „Skelleteret“, „Voldtaget På Dødslejet“ oder auch die abschließenden „Sjæleflugt“ und „Eutanasi“ (welcher von einem mir unbekannten, völlig durchgedrehten Rastaman mit Becher im Haar vorgetragen wurde) durchaus die Klinge durchs Fleisch gezogen – auch wenn diese Selbstverstümmelung an diesem Abend Gott sei Dank nicht praktiziert wurde!

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Hierauf haben wir uns neben dem Headliner mit am meisten gefreut – die originalen BLACKSHORE aus Deutschland. Die Black´n Roller aus Lübeck haben es trotz des Schicksalsschlags von Bassist InVitro geschafft, ab den ersten Takten von „Kaiserschnitt Replikant“ (dem Opener des neuen Albums „Legion“) das hiesige Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Thrashig und trotzdem unglaublich melodiös stampften sich die Lübecker durch ihr temporeiches Set, ließen die Posthallen fast zu Staub zerfallen und auch die Bassisten-Notlage wurde geschickt überspielt. Man wechselte sich einfach ab (Kollegen von Myrd etc) und vor allem Legion selbst schlug mächtig geschickt in die Saiten. So bekamen Songs wie „Stalinorgel Terrorbeast „, „Empire Of Ashes”, „Bitchgrinding Metal” oder auch „Black Metal Untermensch“ einen ganz neuen Charakter.
Wer es dann bis zum Schluss geschafft hatte vor der Bühne und mit Puste in den Lungen zu verweilen (gut, waren ja leider immer noch nicht viele Musikanhänger vor Ort), wurde dann noch mit der Hymne „Are You Ready For German Ärger” belohnt. BLACKSHORE sind einfach nur der Hit und ich muss sagen, live noch zehnfach besser als auf Scheibe. Temporeich, rockig-thrashig und trotzdem mit der richtigen Breitseite Rauheit versehen prügelte man sich durch die Spielzeit und konnte die zumeist starren Franken begeistern. Es bleibt nur zu hoffen, dass InVitro bald wieder auf die Füße kommt und zusammen mit seinen Kumpanen der Bühnen der Szene zu rocken!

Headliner dieses absolut fetten Bandzugs sind die dänischen ANGANTYR – welche leider ohne uns spielen mussten. Durch die Verspätung und die nun sehr fortgeschrittene Stunden, mussten wir leider den Babysitter ins Bett verabschieden und verpassten somit unser persönliches Highlight! Aber leider passt niemand der unter der Woche um 4 Uhr aufstehen muss bis 2-3Uhr aufs Kind auf! Augenzeugenberichten zu Folge war es aber wie immer ein mehr als arschtighter Auftritt, welchen Ynleborgaz und seine Mannen auf das fränkische Parkett gelegt haben. Aber das könnt ihr euch anhand der Setlist sicher selbst zusammenreimen.

Setlist Angantyr:
Danermordet
Sølverpilens kald
Nattens kræfter
Endeløs
Ni lange nætter
Slettes skal mindet
Svig
Stormen fra nord
Den store krig
Hadets sorte flamme

Tanja & Alex für Lady-Metal.com

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