SPRING TERROR - Fotoreport

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Das Kulturtheater Gugg in Braunau am Inn/AT wurde zum Schlachtfeld des SPRING TERROR am Karsamstag! 

Billing:
Cemetery Dust
Chemical Cancer
Norikum
Counterweight
Ultrawurscht

Für die Fotos sorgten: Nicole, Rainer und Lady_Metal.

Flo stürzte sich mit Kugelschreiber und Schreibblock ins Gefecht!

CEMETERY DUST

NORIKUM

CHEMICAL CANCER

COUNTERWEIGHT

ULTRAWURSCHT

Bericht

Spring Terror 2012 - Ultrawurscht + Counterweight + Chemical Cancer + Norikum + Cemetery Dust
07.04.2012 - Kulturzentrum Gugg in Braunau am Inn (Österreich)

Metal gucken im „Gugg“

Da muss man sich ja fast schon fragen: Wie kann das sein?
Ja was denn überhaupt? - Dass es sage und schreibe 20 Jahre dauerte, bis der Metal endlich das „Gugg“ in Braunau enterte, Mensch!
Da suchten sich CEMETERY DUST und CHEMICAL CANCER einen stilvollen und gemütlichen Austragungsort für ihr Frühlings-Event namens „Spring Terror“ aus, um dort eine fette Extreme Metal Party zu feiern. Als weitere Bands kamen NORIKUM und COUNTERWEIGHT, sowie als Headliner die allseits bekannte, Nein (!) nicht Grind-Core sondern, Wurscht-Core-Band ULTRAWURSCHT in die österreichische Grenzstadt.

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Den Opening Slot dazu übernahmen gleich die fünf Herren von CEMETERY DUST, mit denen sich zum Teil bekannte Gesichter auf der Bühne tummeln. Als da wären Patrick, der Sänger von CHEMICAL CANCER, und Steini, der Bassist von ULTRAWURSCHT, hier jedoch an der Gitarre. Dazu kommt noch, dass die Braunauer Thrash/Death Fraktion einen Besetzungswechsel am Bass hatte. Der neue Dickdarm-Zupfer heißt  Bene und hat auf dem Spring Terror heute seinen ersten Gig mit CEMETERY DUST und verhält sich wohl deshalb noch etwas brav auf dem hinteren Teil der Bühne. Der Neuigkeiten über die Band sei es aber immer noch nicht genug: Die metalhörende Gemeinde im Gugg darf heute einige Songs hören, die auf dem kommenden Album „Anatomy Of War“ sein werden, welches die Band noch dieses Jahr veröffentlichen will. So erklingen die Songs im bandtypisch vertrackten Stil und überzeugen durch ihre Tempo- sowie Solo-Vielfalt, wobei stets der Aspekt der musikalischen wie auch gesanglichen Hochwertigkeit mitverfolgbar bleibt. Nicht schlecht konnte zudem auch die Anzahl der bereits anwesenden Metalheads bezeichnet werden, welche sich die Band zu Gemüte führten. Es sei dabei nicht zu vergessen, dass mit Patrick ein wahrer Entertainer auf der Bühne steht, der nicht nur sein gesangliches sondern auch das rhetorische Handwerk zu verstehen weiß. Man darf auf jeden Fall gespannt auf das neue Album sein.

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Hat man das geniale Startpaket von gerade eben erstmal überwunden, geht es nach einer kurzen Umbauphase gleich in die nächste Runde, mit NORIKUM. Die Grazer Jungs wirken sichtlich modern und lassen das Gugg mächtig erbeben. Gekonnt, mit einer Mischung aus Melodic Death und Thrash Metal. Alle Instrumentalisten einschließlich Sänger Paul legen sich mächtig ins Zeug, um den nun schon recht zahlreich anwesenden Metalheads im Saal eine weitere Ladung Extreme Metal um die Ohren zu hauen, immer den Groove in Reichweite haltend. Schlagzeugtechnisch geht man durchwegs sehr komplex vor und setzt mit technisch ausgereiften Rhythmen hohe Maßstäbe, was sich zu einer sehr interessanten Eigenschaft von NORIKUM herauskristallisiert, denn dadurch belichtet die Band eine ganz neue Facette des Begriffs Midtempo. Man darf aber trotzdem nicht vermuten, dass dies die Regel bei ihnen sei, denn es werden zudem gleichermaßen schnelle wie auch langsamere Passagen und Breaks präsentiert. Das hat Stil!

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CHEMICAL CANCER, ein sehr wichtiger Bestandteil des ganzen Abends, stürmen die Bühne und geben fast schon traditionell Vollgas, heute einmal wieder in ihrer Heimat. Die Band gewinnt stetig an Bekanntheit, Erfahrung und Routine, nicht zuletzt weil sie oft auch selber Gigs oder ganze Veranstaltungen auf die Beine stellen. So wie heute, denn ohne die langen Planungen und der damit verbundenen Opferung von vielen Stunden der Freizeit wäre dieses heutige Spring Terror Konzert wohl nicht in dieser Form zustande gekommen.
So werfen wir auch noch ein Auge und Ohr auf die Musik: Und da muss man sagen haben die fünf Jünger über ein halbes Jahr hinweg noch einmal mächtig an Livequalität und Bühnenshow zugelegt, mit Verweis auf die Bildergalerie. Es herrscht nicht nur auf der Bühne sondern auch vor der Bühne viel Bewegungsfreude und Stimmung, was in der Tat den vielen Fans, die sich im Laufe der Zeit überzeugen ließen, zu verdanken ist. Grund dafür ist eindeutig der Stil von CHEMICAL CANCER, denn in ihrer Mischung aus Death und Thrash Metal verbinden sie zum einen schnelle Rhythmen und zum anderen ausgefeilte Riffs, beiderseits mit Power als elementare Eigenschaft und Erkennungsmerkmal. Gesanglich muss man noch erwähnen, dass Patrick den Auftritt mit seiner Band CEMETERY DUST zu Beginn wohl als Einstimmübung nicht nur für die Leute sondern auch für sich selbst nutzte, denn es konnten keine Einbußen, im Gegenteil - noch mehr Druck, verzeichnet werden. Dass die Braunauer Lokalmatadoren auch noch ein paar neue Songs präsentieren sei hier natürlich noch als Zuckerl zu bezeichnen und beweist, dass sie stets nach vorne blicken, um für ihre Fans, Freunde und Zuhörer immer wieder neues Material bereit halten wollen, getreu dem Motto: Nur nicht abreißen lassen! - Und das ist auch völlig richtig. Macht’s weiter so, Jungs!

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Mit COUNTERWEIGHT erfährt das „Gugg“ zum einen den Co-Headliner des Abends und zum anderen eine weitere Truppe, die für Groove steht. Stiltechnisch bewegen wir uns nun nicht mehr ganz so im Extrembereich, sondern wagen uns in Core-Gefilde. Demnach ordnet die Band ihre Musik in den Großraum Hard- bzw. Metalcore ein. Nichtsdestotrotz gehen die fünf Jungs mit einer Einstellung vor, welche den Instrumenten druckvolle Klänge entlockt und so für eine breite Soundwand sorgen.
In diesem Frühjahr, also genau passend, wollen die Klagenfurter ihre erste Scheibe veröffentlichen, die den Namen „Crisis“ trägt. Gerade deshalb war das die Chance für sie, um bereits jetzt den Metalheads einige Songs daraus vorzustellen. Da sich die Zeit bis zum Headliner nun mehr und mehr verkürzt, ist auch ein Anstieg der vorhandenen Metalheads im Zuschauerraum zu verzeichnen. Ganz zu Gunsten der Band COUNTERWEIGHT, denn diese schafft es hiermit locker, die Leute noch einmal kräftig anzuheizen und auf Hochtouren zu bringen.

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Nun kommen wir aber zum Headliner: ULTRAWURSCHT. Bereits über alle Berge und Täler bekannt ist diese Band mittlerweile, zumal man sie ja auf vielen Festivals und Konzerten in der weiten Umgebung sehen konnte. Grund für ihren Sonderstatus in der Metalszene ist neben ihrem Namen auch ihr Stil, den, und so will es der heilige Blunzifer, man als Wurscht-Core bezeichnen muss. Sprich also Grindcore mit Texten, die den Non-Plus-Ultra-Stellenwert der Wurst und die Nichtigkeit des Käses thematisieren. Wer damit noch nicht einmal in Berührung gekommen ist, sollte sich zunächst auf die beiden Fotostrecken stürzen und dazu umgehend ein Livekonzert der Band aufsuchen.
Unter dem heutigen Motto „Mit Tausend Gas“ des legendären Sick Wurschtbua II, besser bekannt als Hanson, werken die fünf Herren mit kontinuierlicher Brutalität und Ausdauer eine Reihe von Songs runter, die so manchen Moshpit auslösten und dem Namen des Spring Terror alle Ehre machten. „Keine Gnade“ dachten sich also ULTRAWURSCHT wohl, als sie die brave Menge vor sich sahen, und schickten auch gleich ihren Blunzifer auf die Bühne, der mit einer riesigen Wasserpistole einmal gehörig Wodka-Bull in die Menge schoss. Das erste mal, wo man wörtlich nehmen darf: Da blieb kein Auge trocken.
Wie immer ist es eine amüsante Angelegenheit, die Prediger der Wurscht live zu erleben und sich von einem musikalischen Brotzeitbrett aus Hartholz prügeln zu lassen. Da geht man gern hin und da beteiligt man sich auch gern. Ein großes Lob auch für die neue Bühnenshow, nicht zuletzt für die unzähligen Konfetti und Schaumstoffbällchen. Wer da keine Erinnerung mit nach Hause trägt, war nicht im Geschehen.

Kommen wir also zum Fazit.
Und da gibt es wahrlich keine einzigen negativen Kritikpunkte. Das war ein hammer Abend, der rundum stimmte. Mit dem „Gugg“ hatte das Veranstalterteam eine absolut stilgerechte Location ausgewählt, welche neben einer großen Bühne auch einen schönen Zuschauerraum bot. Nicht zuletzt weil der hintere Teil davon in lange Stufen aufgebaut war und somit massenhaft Sitzplätze zur Verfügung standen. Da war also für jeden was dabei. Baulich getrennt davon wurde die Eingangshalle für den Ausschank und die Merchandise-Stände genutzt. Somit konnte das Publikum zwischen Bühnenbereich und Standbereich bequem und lediglich durch eine Tür getrennt hin und her wechseln, um so auch mal die freundschaftlichen Pflichten in aller Ruhe und ohne laute Hintergrundmusik bei einem kühlen Getränk oder zwei zu genießen.
Trinkfreude braucht man nicht groß zu erwähnen, diese ist ja bekanntlich bei Metallern immer und sehr ausgeprägt vorhanden. So konnten also die gut über 200 Anwesenden für einen gelungenen und stimmungsvollen Abend mit vielen Höhepunkten sorgen.

Das Team von Lady_Metal bedankt sich recht herzlich für die Gastfreundschaft, den genialen Abend und die super Stimmung.
Flo für Lady-Metal.com

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