Nicole trifft Mosfet

Mosfet, Refused Records, Lady_Metal

Nicole: Welcome to Lady-Metal Interviews. Heute bei mir zu Gast: Mosfet. Bei mir in der Runde sitzen: Patrick, Flo, Marc und Phil

Nicole: Mosfet bedeutet laut Google: Metal-Oxid-Halbleiter-Feldeffekttransistor. Wie kommt man auf so einen Namen und welche Bedeutung hat er?

Patrick: Ja, wir sind zu fünft in der Band und vier davon kommen eigentlich aus der Elektrotechnik. Und nach einer „Dampfgeschichte“ haben wir uns auf den Namen Mosfet geeinigt. Ja, und das ziehen wir bis heute durch. Brachialst!

Nicole: Einem niederländischen Webzine „Lords of Metal“ habt ihr erzählt, das nächste Album kommt Sommer 2011. Wie weit seid ihr damit schon?

Patrick: Also, es wird noch ein bisschen länger dauern. Wir hoffen, es wird im Winter raus kommen, aber im Sommer leider nicht. Wir sind  bei der Pre-Production, aber man kann schon so viel sagen: Es wird fett!

Nicole: Gibt es schon einen Albumtitel?

Mosfet, Refused Records, Lady_Metal

Patrick: Noch nicht. Wir haben ein paar Titel, aber wir sind uns noch nicht einig geworden.

Nicole: Darf man erfahren, welche zur Auswahl stehen?

Alle: Nein… lachen

Nicole: Wie gemein… Welches Thema oder welche Story verfolgt ihr in dem kommenden Album?

Phil: Es wird um fucking Rock’n’Roll gehen. Es wird um… wie soll ich sagen, unsere Vorlieben, unsere Ängste, unsere Träume, unsere Wünsche, unsere Bedürfnisse, unsere Befürchtungen, einfach alles, alles was man irgendwie los haben will, werden wir in dem Album wiedergeben.

Nicole: Das heißt, mit eurer Musik verarbeitet ihr auch sehr viel.

Phil: Alles was wir sind.

Nicole: Was wollt ihr in dem aktuellen Video zu „Sickness of Memory“ ausdrücken, die Flucht vor ihr?

Phil: Der Song „Sickness of Memory“ ist weder einem von uns gewidmet, noch irgendeiner realen Tatsache entsprungen. Es ist mehr eine Fantasie. Eine Fantasie, die tief in uns schlummert. Eine Fantasie, die tief in jedem von allen Zuhörern schlummert. Es ist einfach das wiedergegeben, dem man im realen Leben eigentlich versucht aus dem Weg zu gehen.

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Nicole: Um welche Fantasie handelt es sich?

Phil: Das beschreibt der Text von „Sickness of Memory“ eigentlich sehr gut. Sie ist eine sehr krankhafte Fantasie, ein Zwang, ein Krampf, eine Vision oder eine, wie soll ich sagen, ein Drang, den man ausführen muss. Den soll man halt beiseite legen. Ok. Das möchte ich widerrufen… alle lachen. Was sagt „Sickness of Memory“ aus? Der kranke Gedanke, der tief in uns schlummert. „Sickness of Memory“ verkörpert den Gedanken, der tief in uns schlummert, wenn man den in einem Video multimedial darstellt.

Nicole: Ok, danke. Was hat euch bei dem Track „Dawn“, der als Einleitung zu „Aurora“ gedacht ist inspiriert, und wie kommt ihr auf den Regen?

Marc: Keine Ahnung. Regen … keine Ahnung… alle lachen

Flo: Wir wollten es eigentlich so düster wie möglich machen, das Ganze mit dem Regen untermalen und dann richtig loszufahren. Um mehr ist es nicht gegangen. Nicht mehr und nicht weniger. Einfach nur ein melodisches Intro schreiben mit ein bisschen Düsterheit.

Marc: Der Regen verkörpert eigentlich die Ortschaft, das Gebiet, diesen Sumpf der Gedanken, in dem man sich aufhält. Wo man sagt: ok, jetzt stellt man das Album unter den Titel „Sickness of Memory“, und so folgt „Aurora“ nach „Dawn“ genau in diesem Klischee.

Nicole: Früher ward ihr mal eine Cover Band habe ich gelesen. Fiel es euch schwer, euch umzustellen und eigene Songs zu schreiben?

Flo: Da muss ich mal was sagen, als Schlagzeuger… Das Ganze hat so angefangen: Wir haben Covers gespielt, rockige Covers. Dann sind die Covers ein bisschen metallischer geworden und rockiger. Irgendwann haben wir dann einmal gesagt, ok, wir schreiben selber mal ein paar Songs. Die waren dann noch metallischer und rockiger und irgendwann sind sie dann immer brutaler und schneller geworden. Dieses Ziel verfolgen wir jetzt weiter, mit ein bisschen einer Rotzhaftigkeit dabei.

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Marc: Da haben wir eigentlich den Gedanken gehegt, dass wir gesagt haben, einen so argen Metal, so einen wirklichen argen Metal, wollen wir noch nicht machen. Aber wir sind dann irgendwann zu dem Punkt gekommen, wo wir gesagt haben, dass was wir im Moment machen, reicht uns nicht. Wir wollen mehr. Wir haben Blut geleckt und jetzt wollen wir mehr.

Nicole: Wie kommen die Texte und die Musik bei euch zustande? Wer hat den kreativen Kopf bei euch? Wer inspiriert euch?

Patrick: Also, das songwriting ist bei uns eher aufwändiger. Also die Grundkonzepte von den Songs her schreiben der Marc und der Alex, die Gitarristen. Im Laufe von diesem Prozess, wo wir den Song im Grunde lernen, schreiben wir den dann so um, dass er uns allen fünf gefällt. Am Ende ist der Phil dann dafür zuständig, dass er den passenden und auch einen akzeptablen Text dazu erfindet und schreibt.

Phil: Selbstverständlich wird der Text zuerst an die ganze Band rausgeschickt. Es wird darüber gesprochen und darüber diskutiert. Dann sagen wir: was wollen wir haben? In welches Konzept setzen wir diesen oder jenen Song? Dann erst wird der Text im Detail ausgearbeitet.  

Nicole: Um was musstet ihr bis jetzt als Band gemeinsam am härtesten kämpfen?

Patrick: Naja, am härtesten kämpfen, glaube ich, da spreche ich für alle österreichischen Metal Bands, muss man um Auftritte. Es ist in Österreich und als österreichische Band extremst schwer, Auftritte zu bekommen. Wir tun uns mittlerweile ein bisschen leichter, weil wir durch die „Sickness of Memory“ einen Aufschwung erfahren haben. Aber es ist im Nachhinein immer noch schwer, vor allem ins Ausland zu kommen. Noch schwerer ist es größere Auftritte spielen zu dürfen, etc...

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Nicole: Ich habe da auch von einem Pfarrheim gelesen… alle lachen. Kann man das auch einen Kampf nennen?

Patrick: Ok. Also, wir haben damals, wie wir die CD-Release-Party von „Sickness of Memory“ am 29.05.2009 organisiert haben, in Kooperation mit Replica, einer befreundeten Band von uns, auch ein Tour Package aus Skandinavien eingeladen, Torture Killer, Facebreaker und Demonical. Bei uns hat es sich halt immer ergeben, dass Metal Konzerte im Pfarrsaal stattfinden. Das war ortsbedingt, also bei uns im Ort war das der einzige Veranstaltungsort, wo man sich hat frei bewegen dürfen. Frei unter Anführungszeichen! Wie wir dann im nach hinein gemerkt haben. Dann haben sich leider vier Wochen vor der Veranstaltung diverse Organisationen, die extremst gläubig sind, was den katholischen Glauben angeht, und eine Organisation die sich Pro-Life nennt, die ein bisschen rechts angehaucht ist gemeldet, wie das möglich ist, dass so Gewalt verherrlichende und satanistische Bands wie die Drei aus Skandinavien in einem Pfarrsaal in Marchtrenk (AT) spielen und so ist das dann leider ins Rollen gekommen, dass diese drei Bands nicht einmal in Marchtrenk einreisen haben dürfen.

Flo: Das Ganze ist auch über den Pfarrer gegangen und über den Stuttgarter Bischof. Der Stuttgarter Bischof war derjenige, der in Marchtrenk angerufen und gesagt hat, wie ist das möglich, dass derartige Bands in einem Pfarrsaal spielen, das kann nicht sein? Danach hat sich die katholische Nachrichtenbewegung kath.net eingeschaltet und es haben sich einige Leute zur Demo angemeldet, dass wenn das Konzert wirklich stattfinden sollte, werden sie demonstrieren und haben eigentlich mit Gewalt gedroht. Sie haben wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass sie uns gemeinsam die CD-Release-Party verkacken. Aber wir haben das Beste daraus gemacht. Man muss auch dazu sagen, dass was den Stein ins Rollen gebracht hat, war irgendeine Merchandise Bude aus Deutschland. Die hat auf einer der Myspace Seiten von den drei Bands eine Werbung gepostet mit verkehrten Kreuzen etc.. Deshalb hat es gleich geheißen, aha, da kommen Bands, die identifizieren sich mit dem Satan. Das war ein Grund, warum sie das dann verhindert haben.

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Nicole: Also habt ihr schon einiges mitgemacht, kann man so sagen.

Alle: Ja!

Nicole: Was war denn das gemeinsam erlebte, aufregendste Erlebnis, dass ihr als Band zusammen gemeistert habt?

Marc: Die CD…

Patrick: Ja schon „Sickness of Memory“ eigentlich.

Phil: Wir wollten unsere erste CD aufnehmen und rausbringen. Das war eigentlich das, was am meisten Zeit gekostet hat, auch am spannendsten war, weil doch ziemlich viel an Trara und Nebensachen zu erledigen waren.

Flo: Es hat uns insofern zusammen geschweißt, weil wir im Vorfeld bevor wir im Studio waren, irrsinnig viel Zeit miteinander verbracht haben. Wir haben ewig an jedem Detail rumgefeilt, was uns interessiert hat, was uns wichtig war. So haben wir ein wirklich cooles Album zustande gebracht. Alles das hat sich von der Vorproduktion bis hin zum Studio über die Designs hinaus bis zum wirklich fertigen Produkt einige Monate hingezogen. Das war eigentlich das aufregendste Erlebnis.

Nicole: Martin Zeller von Refused Records hat euch dabei schätze ich mal, tatkräftig unterstützt?

Phil: Hat er auch… Bei Martin waren wir dann im Studio. Wir haben damals im Oktober, das war ungefähr sechs Monate bevor wir ins Studio gegangen sind, einen Auftritt gespielt, den der Martin gemischt hat. Wir haben damals schon gewusst: Wir wollen eine CD raus bringen. Er hat uns nach dem Auftritt darauf angesprochen, ob wir Interesse haben das bei ihm zu machen. Er hat uns auch angeboten, sie bei Refused Records und Twilight heraus zu bringen. Dadurch, dass wir Martin schon länger kennen haben wir nicht lange überlegt und haben gleich zugesagt. Wir sind mit dem Resultat sehr zufrieden.

Nicole: Könnt ihr auch sein. Es hört sich super an. Mit welcher bekannten Band oder mit welchem bekannten Musiker würdet ihr gerne mal zusammen oder als Support auftreten?

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Patrick: Also, ich glaube da sind wir einer Meinung, das ist Judas Priest…und Slayer und Amon Amarth. Wer wäre da noch? Da gäbe es einige, z. B. Legion of the Damned, mit denen waren wir schon beim Metalcamp, aber Slayer Support wäre schon cool…

Nicole: Was sind eure nächsten Ziele für 2011?

Marc: Also in erster Linie einmal, dass wir es 2011 wirklich schaffen, dass die CD fertig wird, und wir noch mehr Auftritte spielen als bis jetzt geplant sind. Viele Festivals, ein persönliches Ziel sind 10.000 Leute im Publikum und 2.000 Euro Netto monatlich… alle lachen …pro Mitglied und in bar…

Nicole: Ich höre raus, ihr wollt später einmal von der Musik leben?

Flo: Ja sicher. Einfach nur einen 10 Stunden Job annehmen zwecks Versicherung und so, und nebenbei…

Patrick: Nein, in erster Linie soll es uns Spaß machen. Wir wollen keinen Druck dahinter haben, weil sobald Druck, Pflicht oder Zwang dahinter ist, wird es für jedes einzelne Mitglied anstrengend. Das ist dann, wie soll ich sagen, schwierig zu meistern. Aber es macht uns extrem viel Spaß und so lange es so ist wie es jetzt ist, werden wir auf jeden Fall das Ziel weiter verfolgen… eigentlich wollen wir noch mehr… eigentlich viel mehr…

Nicole: Das vorletzte Wort gehört euch. Was möchtet ihr loswerden und euren Fans sagen oder mitteilen?

Phil: Also, zuerst einmal Danke für die Unterstützung, die wir die letzten zwei, drei Jahre bekommen haben. Wir haben eigentlich nicht gedacht, dass wir so weit kommen. Wir haben uns 2008, 2009 gesagt, machen wir die CD und schauen mal wie weit wir es schaffen. Eigentlich verdanken wir es ja den Fans und unseren Unterstützern, dass wir dort sind wo wir jetzt sind. Wir hoffen, dass sie uns weiter so unterstützen und wir den Weg weiter verfolgen können…einfach nur Danke an die Fans…

Flo: Ich möchte auch noch etwas dazu sagen. Mit dem nächsten Album setzen wir ordentlich einen drauf. Das sage ich euch gleich…

Patrick: Oh yeah… Hell to the mother fucking yeah….

Nicole: Wie ich gesehen und gehört habe, habt ihr auf jeden Fall Potential. Ich wünsche euch für die Zukunft von allem das Beste und bedanke mich für das Interview und wünsche euch viel Spaß beim nächsten Auftritt.

Alle: Danke!!!!

ENDE

Am Schluss gebührt auch wieder unserer fantastischen Schreibkraft Kirsten im Team ein dickes DANKE!

Die restlichen Fotos von diesem Konzert seht ihr HIER

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