Roland im Interview mit Michael Bohnes, Veranstalter des Castle Rock Festival

Das Castle Rock Open Air Line-up 2015: Joachim Witt, Staubkind, Poisonblack, Beloved Enemy - (musste leider krankheitsbedingt absagen. Näheres auf der Festivalseite), Megaherz (ist als Ersatzband kurzfristig eingesprungen), Heldmaschine, The Other, Aeverium, Vlad In Tears, Aeon Sable, Visions Of Atlantis und Whispers In The Shadow. Seit Bestehen des Festivals haben es Michael Bohnes und sein Team 5 Mal hintereinander in die Top 10 geschafft. Laut Umfrage eines großen Musikmagazins bei seinen Lesern 2014 sogar unter die Top 5 in Deutschland. "Ein Festival von Fans für Fans" eben.

Für Beloved Enemy Fans ein besonderes Highlight. Ski King und Band geben hier ihr angekündigtes Abschlusskonzert. Poisonblack aus Finnland halten an der Tradition des skandinavischen Dark Rock fest. Ebenfalls mit Spannung erwartet, Joachim Witt mit seinem aktuellen Album „Neumond“. Die Berliner Band „Staubkind“ wird den Schlosshof mit düsteren Synthrock-Klängen in Schwingungen zu versetzen wissen. Besucher und Besucherinnen können am 3./4.Juli 2015 im historischen Ambiente des Schlosshofes ein Festival bei fairem Eintritt und gemäßigten Getränke- und Imbisspreisen genießen.

Am 17.06.2015 hatte ich die Gelegenheit mit Michael Bohnes, Veranstalter des "Castle Rock Festivals", über die Historie des Festivals und das Castle Rock 2016 zu reden. Im Kulturbüro traf ich einen völlig entspannten Interviewpartner hinter seinem Schreibtisch an. Das Line-Up steht, der Vorverkauf läuft sehr gut, die Planungen sind weitestgehend abgeschlossen. So blieb ein wenig Zeit für ein paar Fragen, um Euch das Festival ein wenig näher zu bringen, falls es noch jemanden gibt, der es nicht kennt.

Hallo Michael, das CR ist jetzt zum 16. Mal am Start. Musstest Du viel Überzeugungsarbeit leisten, bis die ersten dunklen Klänge im Schlosshof erklingen konnten?

Nein, letztendlich sind die Stadtoberen damals bei der Einführung des kulturellen Sommerprogramms in Mülheim an der Ruhr meiner Auffassung gefolgt, ein Festival mit überregionaler Strahlkraft zu veranstalten. Dass ich das Schloss mit düsterer Rockmusik füllen werde, haben sie zwar nicht erwartet, aber schlussendlich dann den Erfolg gesehen, so dass weitere Überzeugungsarbeit nicht notwendig war.

Man hört und liest durchgängig, dass sich die Bands und die Fans in Mülheim unglaublich wohlfühlen. Das merkt man ja auch innerhalb der Schlossmauern, wie schnell der Funken überspringt. Du konntest sogar auf 2 Tage (2009) expandieren und ein Schwesterfestival etablieren (Burgfolk seit 2004). Wie schaffst Du es bei so freundlichen Eintrittspreisen auch die großen Namen in den Schlosshof zu locken?

Nun ich denke, dass die Fans Anspruch auf ein angemessenes Preis/Leistungsverhältnis haben. Ich kann doch nicht mit der Begrifflichkeit von einem Fan für Fans kokettieren und dann astronomische Eintrittspreise erheben. Das wäre nun wirklich nicht glaubwürdig. Mit den großen Namen gestaltet es sich natürlich schon mal schwierig. Da stoßen wir als relativ kleines Festival schnell an unsere wirtschaftlichen Grenzen. Zum Vorteil gereicht es uns aber, dass einige „große“ Namen bereits in ihren Anfängen bei uns gespielt haben. Wenn solche Bands dann immer noch bei uns spielen wollen, ist das natürlich eine sehr schöne und durchaus bemerkenswerte Geste, die nicht hoch genug geschätzt werden kann.

Dieses Jahr ist Joachim Witt als ein Headliner im Line-Up. Du scheinst es zu mögen, das Publikum zu überraschen. Nach welchen Kriterien stellst Du das Line-Up zusammen?

Es kommt immer auf die zeitliche Verfügbarkeit der Bands sowie auf die wirtschaftliche Machbarkeit an. Allerdings ist das wichtigste Auswahlkriterium, dass mir die Band und Musik gefallen müssen.

Wie bist Du auf die Idee gekommen am Tag vor dem Konzert eine Warm-Up-Party mit der "Schwarzen Flotte" auf der Ruhr zu starten?

Naja, eigentlich ist es ein wenig abgekupfert von dem Metalschiff, das in der Karibik kreuzt. Die Idee, so etwas zu veranstalten, ist eigentlich entstanden als ich mal mit Freunden ein Bier am hiesigen Wasserbahnhof getrunken habe und die Ausflugsschiffe der Weißen Flotte dort vor Anker lagen. Was als einmaliges Event geplant war, hat sich mittlerweile zu einem echten Renner entwickelt.

In Wacken stehen die Einwohner voll hinter dem Festival, wie sieht das in Mülheim aus, wenn ca. 2000 schwarz gekleidete Musikfans durch die Innenstadt pilgern und am Wochenende düstere Klänge durch das Ruhrtal schweben?

Anfangs, nachdem die schwarz gewandeten Menschenmassen unsere Fußgängerzone säumten und Richtung Schloss Broich pilgerten, gab es sicherlich viele skeptische Blicke der Einwohner in unserer Stadt. Nach nunmehr 15 Jahren ist es aber ein vertautes Bild geworden , und die anfängliche Skepsis ist einer allgemeinen Akzeptanz gewichen.

Verrate dem Leser doch einmal, wenn die Stimmung so richtig hochkocht und Du auf der Schlossmauer dem Treiben beiwohnst, was geht dann durch Deinen Kopf?

Ich freue mich immer sehr, wenn die Stimmung ihren Höhepunkt erreicht und ich müsste lügen, wenn mir das keine Glücksmomente beschert. Ich kenne kaum ein schöneres Gefühl eine ganze Menge Menschen zumindest für einen Augenblick glücklich zu machen.

Man sieht Dich ja auch während des Festivals unter den Fans stehen. Hand auf´s Herz, wann gönnst Du Dir das erste Entspannungsbierchen?

Zumeist, wenn die letzte Band auf der Bühne steht. Zumindest kann dann organisatorisch nichts mehr schief laufen und der Augenblick der Entspannung setzt langsam ein.

Wem nach dem Festival noch immer nach Party ist, kann im T.I.C. - Club noch weiter rocken. Im letzten Jahr habe ich mitbekommen, dass die Finnen von Ensiferum dort aufgeschlagen sind. Bands und Fans feiern dort gemeinsam ab. Wird das Angebot gut angenommen?

Nach meinen Informationen wird dieses Angebot gut angenommen. Leider schaffe ich es meistens nicht, an den Aftershowpartys teilzunehmen, weil zum Abschluss eines jeden Konzerttages immer noch umfangreiche Aufräumarbeiten anfallen.

Vielen Dank für das Interview, viel Glück für das Festival und bestes Wetter für´s CR16.

Ich habe zu danken, wünsche allen Festivalbesuchern viel Spaß und gute Unterhaltung. Möge der Wettergott mit uns sein.

Impressionen Castle Rock 2015

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