1349 - Demonoir

1349

Band: 1349

Album: Demonoir

Label: Indie Recordings

Release Date: 06.10.2011

Genre: Black Metal

Rezensent: Tanja

Tracklist:

01. Tunnel Of Set I
02. Atomic Chapel
03. Tunnel Of Set II
04. When I Was Flesh
05. Tunnel Of Set III
06. Psalm 777
07. Tunnel Of Set IV
08. Pandemonium War Bells
09. Tunnel Of Set V
10. The Devil Of The Desert
11. Tunnel Of Set VI
12. Demonoir
13. Tunnel Of Set VII
14. Rapture (Morbid Angel-Cover)
15. Strike of the Beast (Exodus-Cover)
16. Nerves (Bauhaus-Cover)
17. The Heretic (Possessed-Cover)
18. Pandemonium War Bells (Live)
19. When I Was Flesh (Live)
20. Atomic Chapel (Live)

Lineup:
Ravn - Gesang
Archaon - Gitarre
Seidemann - Bass
Frost - Schlagzeug

 

Danke an Indie Recordings für das zur Verfügung stellen des Albums.

 

Beurteilung

1349 legen ihr Erfolgsalbum „Demonoir" in diesem Herbst ganz aktuell neu auf. Dem regulären Album aus dem vergangenen Jahr wurde einiges an Bonusmaterial hinzugefügt, damit man auch wirklich Value for Money bekommt: sieben Bonussongs (einer davon unreleased), ein 12-seitiges Booklet, ein Poster, ein Plektrum, eine Autogrammkarte sowie ein Patch.

Da zig Reviews zu dem aktuellen Erfolgsalbum „Demonoir“ im Netz zu finden sind, spare ich mir nun eine ausführliche Zerpflückung der bereits veröffentlichten Songs und widme mich lieber den Neuheiten, welche auf dem Re-Release der Scheibe als Box-Set enthalten sind. Warum Indie Recordings bereits ein Jahr nach Erstveröffentlichung bereits damit um die Ecke kommt, ist mir anfänglich erst einmal schleierhaft, aber vielleicht wird sich der Nebel ja noch lichten.

2010 donnerte es schnell, hasserfüllt und kompromisslos durch die Boxen und die Norweger zeigten, dass man sich nach den seltsam anmutenden, progressiven Tönen von „Revelations Of The Black Flame" wirklich wieder nach den alten Wurzeln streckt und man kann nur hoffen, dass sich Väterchen Frost und sein Gefolge auch wirklich wieder auf krass-schwarzmetallischem Kurs befinden. Allerdings darf man bei dem ganzen Geknüppel auch verschnaufen, denn  trotz Fiesheit und Brachialität setzen 1349 auch dieses Mal auf Erholungsphasen. Zwischen den sechs „richtigen“ Songs auf „Demonoir" befinden sich sieben „Tunnel Of Set X"- Interludes und rahmen die Raserei so gekonnt und stimmig ab. Auch wurden skurrile Besonderheiten in einzelne Songs eingeflochten, wie die kuriose Leadgitarre in „Psalm 777“ oder die geraunten Sprechparts in „Atomic Chapel”, um sich so von der schwarzen Einheitsmasse abzuheben – mit Erfolg meines Erachtens! Eine wahrhaft pechschwarze, durchdringende Atmosphäre wurde hier von den Norwegern erschaffen, welche den Hörer völlig in sich einschließt und nur dann freigibt, wenn das Album bis zum Ende durchgelaufen ist.

Für mich haben 1349 mit diesem Schaffenswerk ihr bislang vielschichtigstes Werk herausgebracht, mit der richtigen Note an doomiger Düsterheit, welche die pfeilschnelle Rage gekonnt unterbrechen und mit klassischen Akzenten wie dem Klavier in „The Devil Of The Desert" wird dieses Schaffenswerk zu etwas Besonderem und einem schier unbezwingbaren, hasserfüllten Batzen Dunkelheit. Nun doch ein paar mehr Worte als geplant zu dem Album selbst, nun aber wirklich zu den Neuerungen & Gimmicks.

Songstechnisch hat man sich erst einmal der Thrash/Death-Seite zugewand, denn wie bereits auf der eigentlichen 2-Cd-Version von „Demonoir“ wurden diese Klassiker auch hier wieder in Rennen geschickt. Also wirklich neu ist auch das nicht, somit bleibt nur „The Heretic“ (Possessed), welches man noch nie im 1349-Gewand gehört hat – muss man für meinen Geschmack aber auch nicht. Ob diese Coverversionen nun also massig Käufer anlocken, will ich mal bezweifeln – ich kann aber auch falsch liegen!!!

Kommen wir zu den Live-Bonus-Tracks. Mit „Pandemonium War Bells“, „When I Was Flesh“ und „Atomic Chapel“ bleibt man der aktuellen Veröffentlichung „Demonoir“ treu, allerdings würden die Aufnahmen mit meiner Kamera mindestens genauso gut klingen, wenn nicht sogar etwas besser! Aggression in Vollendung ja, Aufnahme-Standard Garagenendsound! Kaufanreiz – Note 5 für meinen Geschmack!

Als Guddi gibt’s dann noch die oben bereits erwähnten Gaben und ein neues Artwork. Wer also eine Autogrammkarte, ein handnummeriertes „Demonoir“-Plektron, ein Patch und ein 24-seitiges Poster-Booklet zum leben braucht, sollte zuschlagen, ansonsten macht diese Neu-Veröffentlichung für mich persönlich keinen Sinn und ich finde, dieses Box-Set ist wirklich nur eine Errungenschaft für Die-Hard-Fans – und selbst die sollten mindestens dreimal überlegen ob sie diese wirklich brauchen!

Tanja für Lady-Metal.com