5 Star Grave - Drugstore Hell

5 Star Grave

Band: 5 Star Grave

Album: Drugstore Hell

Label: Massacre Records

Release Date:  25.05.2012

Genre:  Modern Metal / Death Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Terminal Bedroom
02. Death Put A Smile On My Face
03. Love Affair With The Beast
04. Daddy
05. Death Times Eleven
06. No Devil liveD oN
07. Dead Girls Don‘t Say No
08. Boy A
09. If
10. When The Lights Go Out
11. Lemmings

Lineup:
Claudio Ravinale - Vocals
Andrea Minolfi – Bass, Vocals
Thierry Bertone - Guitars
Alessandro Blengino – Guitars
Herve De Zulian – Synth.
Gabriele Lingue - Drums

Besten Dank an Massacre Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Unter dem Titel „Drugstore Hell“ veröffentlichten die Italiener 5 STAR GRAVE vor kurzem ihren zweiten Langspieler. Eines wird bereits während des ersten Durchlaufs der Platte klar: Diesmal will bewusst provoziert werden. Während der erste Output „Corpse Breed Syndrom“ noch  halbwegs ernsthafte Industrial-Pfade ging, wurde das musikalische Konzept dieses neuen Albums auf gewagte Weise geändert.

Hauptsächlich bewegen sich die Songs allerdings nach wie vor im Bereich des Industrial-Deathmetal. Allerdings wird diesesmal auch in die Bereiche des Horrorpunk (Death Times Eleven) und Gothrock (Boy a) vorgedrungen. Häufig erinnert die Stimme des Sängers dabei an WEDNESDAY 13. Eben diese Vocals sorgen in Verbindung mit den Deathmetal- und Elektroelementen dafür, dass ein Großteil der Titel nach einer Mischung aus CHILDREN OF BODOM und den MURDERDOLLS klingt.

Doch anstatt einer facettenreichen Verspieltheit, wie sie von den genannten Bands bekannt ist, trifft man bei dem italienischen Sextett meist auf recht einfache Riffs und Strukturen. Angereichert wird das Ganze schließlich noch mit poppigen Synthesizern, die ein gewisses Disco-Feeling aufkommen lassen. Doch gerade diesen irren Mix scheinen sich 5 STAR GRAVES auf ihre Fahnen geschrieben zu haben. Moderner Deathmetal wird solange mit Radiotönen gemixt, bis er quasi zu einer Persiflage dieser Stilrichtung geworden ist.  Wer auf ähnliche Spaßbands wie SEMARGL oder NEBELMACHT steht, könnte somit auch gefallen an dem Sound von „Drugstore Hell“ finden.

Ein weiteres Problem, welches sich lediglich mit der fehlenden Ernsthaftigkeit der Combo entschuldigen lässt, sind die teilweise äußerst fragwürdigen Texte. Passagen wie „Dead Girls don't say no“ oder „Daddy, I want your Tool“ hinterlassen mich mit einem fragenden Gesichtsausdruck und der Verunsicherung, ob ich mich da nicht womöglich verhört haben könnte.

Was bleibt ist eine Sammlung an Songs, die musikalisch hinter der Grenze vieler Genrekollegen zurückbleibt und der Band somit noch die Möglichkeit offen lässt, sich zu entwickeln.
Zu Gute halten muss man der Gruppe jedoch ihre lustige Idee, mal ein Deathmetal-Album aufzunehmen, welches auch Potential hat, in der heimatsnahen Nobeldisco aufgelegt zu werden.

Fazit: 5 STAR GRAVE setzen weder musikalisch noch textlich Zeichen im Bereich des Extrem-Metals. Wer nach einer ernsthaften Scheibe aus der Deathmetal-Ecke sucht, sollte sich also lieber nach einer entsprechenden Alternative umsehen (Hierfür bieten sich übrigens unsere Review-Listen an). Hat man hingegen Spaß an Bands, die auch mal über sich selbst schmunzeln können, darf sich mit dieser Persiflage natürlich gerne auseinandergesetzt werden.

Hardy für Lady-Metal.com