69 Chambers - Torque

69 CHambers

Band: 69 Chambers

Album: Torque

Label: Massacre Records

Release Date:  27.04.2012

Genre:  Alternative Rock

Rezensent:
Hardy

Tracklist:
01. Cause and Effect
02. Bring on the Flood
03. Naughty Naughty Naughty
04. Anhedonia
05. Burn Some Gasoline
06. The Peep Hole
07. Ring a Bell
08. Closure
09. And Then There Was Silence
10. Temple Down
11. Your Fool
12. The Doom of Her Power
13. Grace
14. Elegy

Lineup:
Nina Vetterli-Treml – Vocals, Bass
Diego Rapacchietti – Drums
Tommy Vetterli

Besten Dank an Massacre Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Tommy Vetterli dürfte vielen Kuttenträgern noch als Gitarrist der beiden Metalgrößen CORONER und KREATOR ein fester Begriff sein. Nun verlässt er seine bewährten Trashmetal-Pfade und schlägt zusammen mit seiner Frau völlig neue Wege ein. 69 CHAMBERS ist schon seit über zehn Jahren ein gemeinsames Projekt der beiden Eheleute Vetterli und legt mit dem Album „Torque“ den mittlerweile zweiten Output vor.

Die Songs der Platte bewegen sich allesamt im Bereich des poppigen Alternative-Rock. Hierbei präsentieren sich 69 CHAMBERS äußerst vielseitig und strecken ihre Fühler auch in Bereiche anderer Stilrichtungen aus. Es finden sich immer wieder verschiedene Aspekte aus Bereichen des Jazz (The Peep Hole, Temple Down), Blues (Naughty Naughty Naughty), Metal (Anhedonia, And Then There Was Silence) oder sogar klassischer Musik (Elegy).

Für die meisten Metaller dürfte diese Scheibe trotz ihrer vielen Facetten deutlich zu soft sein. Viele Songs erinnern durch den starken Einsatz von Synthesizer (Burn Some Gasoline, Ring a Bell) und die hippe Stimme von Nina eher an die Hits von BELL BOOK AND CANDLE als an moderne Rockkracher. Es werden zwar immer wieder dezente Growls in die Lieder integriert, allerdings wirken diese Versuche für mich eher ein wenig holprig, da sich die meist eher ruhige Musik hierfür gar nicht anzubieten scheint.

Wer sich trotz des hohen Britpop-Potentials für den aktuellen Output des Gitarrengottes Vetterli interessiert, sollte vielleicht eher in die gitarrenlastigen Rocksongs wie „Cause and Effect“ reinhören. Meiner Meinung nach liegen in diesem Bereich die Stärken der Band. Leider finden sich solche Lichtblicke auf diesem Silberling viel zu selten um den Hörer wirklich zu fesseln. Es handelt sich wirklich um alles andere als ein schlechtes Album, nur liegt die Zielgruppe mit Sicherheit nicht im Bereich der Metal-Szene.

Fazit: 69 CHAMBERS liefern ein Detailverliebtes Werk ab, das für Fans neuer GUANO APES oder ruhiger Titeln von BABES IN TOYLAND durchaus interessant sein könnte. Also genau das richtige, um eine Frau nach der Disco noch zu einem „Kaffee“ mit auf die Bude zu locken.
Trotz selten eingesetzter Growls stößt das Album allerdings nur selten in den Metal-Bereich vor, weshalb ich jeden Trasher warnen möchte, der auf die musikalische Entwicklung von Herrn Vetterli gespannt ist. Harte Klänge sucht man hier leider vergebens, weshalb ich den Besuchern dieser Website eher andere Combos mit female Voices ans Herz legen würde.

Hardy für Lady-Metal.com