A Forest of Stars - A Shadowplay for Yesterdays

A Forest of Stars

Band: A Forest of Stars

Album: A Shadowplay for Yesterdays

Label: Prophecy Productions

Release Date:
20.07.2012

Genre: Avantgarde Black Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Directionless Resurrectionist
02. Prey Tell of the Church Fate
03. A Prophet for a Pound of Flesh
04. The Blight of God's Acre
05. Man's Laughter
06. The Underside of Eden
07. Gatherer of the Pure
08. Left Behind as Static
09. Corvus Corona (Part 1)
10. Corvus Corona (Part 2)

Lineup:

Mr. Titus Lungbutter - Bass
Mr John "The Resurrectionist" Bishop - Drums, Percussion
Sir Gtx. Grimshaw - Guitars
The Gentleman - Keyboards, Pianoforte, Percussion
Mister Curse - Vocals
"Queen of the Ghosts” Katheryne - Vocals, Violin, Flute
Henry Hyde Bronson - Vocals, Guitar

Besten Dank an Prophecy Productions zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Die Briten von A FOREST OF STARS haben in ihrer Gründungsphase 2007 / 2008 eingeschlagen wie eine Bombe. Psychodelischer Blackmetal war zwar auch zu dieser Zeit nichts neues, allerdings konnte die unkonventionelle Art der unglaublich detailreichen und komplexen Klangbögen einen Großteil der Szene von sich überzeugen. Aus gerade diesem Grund haben die Schwarzmetaller in nur wenigen Jahre eine schon beinahe fanatische Fangemeinde aus dem Boden gestampft. Ob diese mit dem dritten Output „A Shadowplay for Yesterdays“ bekommt, worauf sie zwei Jahre lang sehnsüchtig gewartet hat, soll nun für unsere lieben Leser geklärt werden.

Zu allererst sei erwähnt, dass es sich auch bei diesem neuen Scheibchen wieder um ein Konzeptalbum handelt. Diesmal wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der zwischen tugendhaften Einflüssen und dem Drang nach Selbstzerstörung gefangen ist. Entsprechend düster ist demnach auch der Grundtonus dieses Werks gehalten. Falls möglich würde ich behaupten, handelt es sich bei „A Shadowplay for Yesterdays“ um das melancholischste Werk der Engländer. Um der Zerrissenheit und dem Wahnsinn des Protagonisten Ausdruck zu verleihen, finden sich immer wieder Tempowechsel und plötzliche Änderungen der eingesetzten Instrumente. Spielte eben noch eine langsame und hoffnungsvolle Geigenmelodie im Vordergrund, kann diese im nächsten Moment bereits durch eine brachiale Doublebase-Einlage verdrängt worden sein (Prey Tell of the Church Fate).

Obwohl A FOREST OF STARS ihrem Stil in gewisser Weise treu geblieben sind, haben sich auf der anderen Seite einige Änderungen eingestellt. Meiner Ansicht nach werden sich vermutlich auch die Geister der Fans an dieser neuen Ausrichtung scheiden.
Ließen sich die Tracks der ersten beiden Alben noch alle Zeit der Welt und offenbarten Grundmelodie oder Gesang erst nach mehreren Minuten, wird bei den neuen Stücken nur selten eine solche Zurückhaltung an den Tag gelegt. Durch dieses Vorgehen wirken die Kompositionen wesentlich eingängiger als man es gewohnt ist.

Unabhängig von den Strukturen wird glücklicherweise wieder vielschichtig musiziert wie eh und je. Die Vocals sind an Intensität kaum zu überbieten und werden in die tiefsten Tiefen der Hörer vordringen um selbst die brachliegensten Emotionen wachzurütteln. Die Palette des vorhandenen Instrumentals befindet sich ebenfalls auf dem gewohnt hohen Niveau und hebt dadurch auch diesen dritten Langspieler problemlos von der Konkurrenz ab.

Fazit für Neueinsteiger: A FOREST OF STARS spielen facettenreichen Avantgarde Blackmetal, der sich mit keiner mir bekannten Band vergleichen ließe. Markenzeichen der Truppe sind sowohl anspruchsvolle als auch verspielte Klangbögen, welche die gesamte Aufmerksamkeit des Hörers einfordern. Wer die Truppe bisher noch nicht kennen lernen durfte, sollte „Shadowplay for Yesterdays“ unbedingt nutzen um sich mit diesen besonderen Gentlemen auseinander zu setzen.

Fazit für Fans der Band: Es ist nicht so, dass A FOREST OF STARS mit diesem neuen Output ihre alten Trademarks hinter sich lassen. Jedoch tauchen viele Markenzeichen diesesmal lediglich in einer abgeschwächten Form auf. So werden sich viele Freunde der Gruppe sicherlich über die ungewohnt eingängigen Songstrukturen wundern. Wer gerade an der sperrigen Art und nur schweren Zugänglichkeit der Truppe seinen Spaß hatte, sollte lieber einmal in „A Shadowplay for Yesterdays“ rein hören, bevor es blind angeschafft wird.

Hardy für Lady-Metal.com