Abinchova - Handgeschrieben

Abinchova

Band: Abinchova

Album:
Handgeschrieben

Label:
Selfreleased

Release Date:
20.10.2012

Genre: Folk Metal / Pagan Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:

01. Praeludium
02. Wegweiser
03. Wandlung

Lineup:

Arnaud – Vocals
Nicolas – Guitars
Dave – Guitars
Robert – Bass
Stef – Drums
Patricia – Keyboards
Nora – Vocals, Violin

Danke an Abinchova für das zur Verfügung stellen der EP

Beurteilung

Es waren einmal sieben Musikanten, die aus dem Land hinter den sieben Bergen auszogen, um die Welt mit ihrer lieblichen Melodei zu verzaubern. Das sagenumwobene Land nennt sich auch Schweiz und ist für seine knuffige Sprache und Bäche aus Schokolade bekannt. Viele Abenteuer musste die Gruppe, auch ABINCHOVA genannt, bestehen um dorthin zu gelangen, wo sie sich heute befindet. Aus der liebevoll gezupften Melodie wurde ein ganzes Album und nun stehen die langhaarigen Märchengestalten in den Startlöchern um in der deutschsprachigen (naja, mehr oder weniger^^) Pagan- bzw Folkmetalszene mitzumischen.

„Handgeschrieben“ ist eine Zwei-Track-Single, die als kleines Bonbon noch ein zusätzliches Intro enthält. Veröffentlicht wird das ganze auf einer handnummerierten Vinyl in weißer Färbung. So viel nur vorweg zur Optik. Schließlich lebt jede gute Mär von ein wenig Bildmalerei. Textlich beschränken sich die beiden Stücke diesmal nicht auf das Erzählen alter Geschichten. Stattdessen wird der Fantasie des Hörers freier Lauf gelassen, um die kurzen Beschreibungen von Landschaften und ausschnitthafter Situationen im Kopf selbst zu ergänzen. Dies hat den Vorteil, dass es unendlich viel verschiedene Möglichkeiten gibt, die Stücke auf sich wirken zu lassen. Was möchte uns eine Textzeile wie „Geist wird Materie“sagen? Ist sie traurig, philosophisch oder einfach nur augenzwinkernd optimistisch? Das darf glücklicherweise jeder für sich selbst entscheiden.

Musikalisch wird sich wieder an bekannten Kollegen orientiert. Die Vocals beschränken sich diesesmal beinahe vollständig auf Keifesang, wie man ihn von alten FINSTERFORST kennt. Musikalisch wird hingegen auf einem wesentlich melodischeren Gleis gefahren. Nicht selten erinnern die fröhlichen Geigenmelodien und rhytmischen Gitarrenklänge an IGNIS FATUU oder STURMPERCHT. Insgesamt liegt hier somit eine durchaus interessante Mischung vor. Leider wirken beide Songs noch etwas zusammengeschustert. Die guten Ideen gehen zum Teil im großen Ganzen verloren. Was bleibt ist also eine souveräne Single mit kleineren Schwächen – Nicht viel mehr, allerdings auch nicht wirklich weniger.

Fazit: ABINCHOVA machen mit ihren komplexen Kompositionen MOZART sicherlich keine große Konkurrenz, allerdings ist das auch gar nicht Ziel ihrer Musik. Offensichtlich sollen die Tracks auf diesem Output Spaß machen und dies wird durchaus erreicht. Man hört den Songs zwar an, dass ABINCHOVA noch warmlaufen, allerdings macht der Sound schon Lust, auf den nächsten Schritt ihrer Entwicklung zu warten. Wer auf härteren Folk oder fröhlichen Pagan steht, darf gerne mal seine Segelohren aufspannen und hören was „Handgeschrieben“ so zu bieten hat. Ich wünsche viel Spaß dabei.

Hardy für Lady-Metal.com