Abnormal Thought Patterns - Manipulation Under Anesthesia

lady-metal.com

Band:  Abnormal Thought Patterns

Album: Manipulation Under Anesthesia

Label: Lifeforce Records

Release Date: 17.06.2013

Genre: Instrumental Progressive Metal

Rezensent: Chris

Tracklist:
01. Velocity and Acceleration Movement 5
02. Velocity and Acceleration Movement 6
03. Velocity and Acceleration Movement 7
04. Velocity and Acceleration Movement 8
05. Calculating Patterns
06. Harmonic Oscillators
07. 4 String Lullaby
08. Autumn
09. Manipulation Under Anesthesia
10. Electric Sun 2.0
11. Quintessence

Lineup:
Jasun Tipon - Guitars & Keys
Troy Tipton - Bass
Mike Guy - Drums

Danke an Lifeforce Records für das zur Verfügung stellen des .Albums

Beurteilung

ABNORMAL THOUGHT PATTERNS ist eine Band aus der Bay Area in Kalifornien. Klar denkt man da jetzt unwilkürlich an große Thrash-Metal-Heldentaten. Dem ist hier aber nicht so! Das Trio hat sich durch und durch instrumentalen Progressive Metal verschrieben, der sich aus heftigen Riffs, schneidenden Soli und vertrackten Kompositionen zusammensetzt. "Manipulation Under Anesthesia" wurde von Matt LaPlatn (Sikth, Nonpoint) gemixt und von Alan Douches (Between The Buried and Me, The Dillinger Escape Plan) gemastered.

Man mag ja gut und gerne bei der musikalischen Ausrichtung auf Erfolgshascherei und Trendverfolgung plädieren. Aber dennoch gilt ja bekanntlich: Ohne Beweise gilt die Unschuldgsvermutung. Also reingestürzt ins Album der US-Amerikaner, das mit dem Vierteiler "Velocity and Acceleration Movement" startet und einen zugleich in unbarmherzig-atmosphärische Höhen mit verspielten Brachialattacken treiben lässt. "Calculating Patterns" ist ein beschwingtes Stück mit Anleihen aus Jazz und Blues, bevor "Harmonic Oscillators" Erinnerungen an eine paarungswillige Zeremonie aus Power und Death Metal mit progressiven Beiwohnern ausartet. Neben einem kleinen akustischen Zwischenstück rockt man sich durch herbstliche Thematiken, den Titelsong, die elektrische Sonne der Generation sozialer Plattformen im Internet und beschließt das Album schließlich mit dem Ziehen der Quintessenz.

Fazit: Die US-Amerikaner streifen durch wahnwitzige Landschaften voller Härte, entrückte Planeten im Kosmos des Alltags, melancholische Themenbilder scheidender Jahreszeiten und manipulieren den Hörer selbst im empfindungsfreien Zustand auf einer emotionalen Ebene. Mit einer wahrlich mehr als positiven Produktion im Rücken erschafft das Trio abnormale Gedankenmuster, die einen fernab vom täglichen Wahnsinn in einem Meer aus technischer Versiertheit und leichtfüßigen Raffinessen treiben lassen. Hier ist viel Emotion im Spiel, die eine reine Trendorientierung ausschließt, und für dieses Genre immens wichtig ist, um ihm vitales Pulsieren und ein ehrliches Lebensgefühl einzuhauchen. Wer abgehoben-vertrackte Werke im instrumentalen Metalsektor verehrt und pures Gitarrenfrickel ohne Störungsbilder der gesanglichen Art liebt, der darf jetzt bitte auf die Knie gehen und sich einmal tief verbeugen. Wie schon einst eine metalferne Stuttgarter Kombo richtig erkannte: "Halt dich an deiner Liebe fest". Also lehnt euch zurück und lasst eure Gedanken frivol-freudige Libidotänzchen mit diesem intensiven Werk vollführen. So klingt ein kommender Vorreiter dieser Spielart im Jahr 2013! Chapeau, die Herren!

Chris für Lady-Metal.com