Abstrusa Unde - Introspection

Abstrusa Unde

Band: Abstrusa Unde

Album: Introspection

Label: Apathia Records

Release Date: 19.11.2012

Genre: Avantgarde Black Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Introspection
02. Hamsa Lonri
03. Al Aklorodan
04. Carrousel
05. The Gutter
06. Hastra Na
07. Lost For Life
08. Suune Kvalta

Lineup:
Thibault Schwartz - Drums, Vocals
Renaud Fauconnier - Guitars
Alexis Fartek - Bass
Matthieu Marchand - Keyboard
Augustin Bernard-Roudeix - Vocals
Aurelien Demaison - Vocals
Perrine G. - Vocals
Diane Hazael-Massieux - Violin

Besten Dank an Apathia Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Kunstvoll gespielte Klavier- und Orgelklänge fügen sich an ein Gewand aus düsteren Gitarrensounds und einer zarten Violine. Nein lieber Leser, ich schreibe hier nich über eine moderne Neuinszenierung von Beethovens neunter Symphonie, sondern über das Erstlingswerk der französichen Blackmetalband ABSTRUSA UNDE. Seit fünf Jahren arbeiten die Musiker unter diesem Namen zusammen und veröffentlichen ihre schwarzmetallischen Kleinode nun auf dem Debüt "Introspection".

Der Stil der Gruppe entpuppt sich schnell als durchaus eigenständig, weshalb es einiger kleiner Erklärungen bedarf. Das Fundament der Songs stellt die typisch düstere Spielart des Blackmetals dar, wie sie von URFAUST und ARCTURUS schon seit Jahren praktiziert wird. Besonders wird die Musik allerdings durch verschiedene Elemente, welche der Suppe ihren einzigartigen Geschmack verleihen. Titel wie "Al Aklorodan" haben offensichtlich nicht nur genügend Pfeffer und Salz, sondern scheinen zudem noch eine ganz eigene Geheimzutat zu besitzen. Die sanft jazzige Spielart des Pianos und der Violine stehen nach dieser Rezeptur in einem starken Kontrast zu der Doublebase und den ruppigen Gitarren. Ähnlich paradox stehen sich auch das verzerrte Männergeschrei und die liebliche Frauenstimme gegenüber.

Doch nicht nur die Kombination aus unterschiedlichsten Instrumenten macht dieses Album interessant. Manche Songs können zudem mit einer wunderbar verspielten Grundmelodie aufwarten. Gerade "Carrusel" erschafft mit seiner filmreifen Epik regelrechte Steam-Punk-Welten vor meinem inneren Auge. Oliver Twist trifft sich in einem neuzeitlichen London mit Batman, um zusammen eine Line durchzuziehen und den Geschmack hinterher mit einer Afri-Cola runterzuspülen. Zugegebenermaßen stammen diese Bilder nur aus meinem reizüberfluteten Gehirn, ich bin mir allerdings sicher, dass sich jedem Hörer ähnlich bizzare Bilder auf die Netzhaut brennen, wenn er den verqueren Sound dieser Newcomer hört.

Die einzige Kritik, welche ich an diesem Album leider anbringen muss, sind die teilweise viel zu aufdringlichen Synthesizer. Ich kann nur hoffen, die spannenden Klangbögen und vielseitigen Arrangements der einzelnen Titel angemessen hervorgehoben zu haben. Doch immer wieder tauchen Stellen auf, in denen die feine Anordnung der einzelnen Töne durch schreckliche Keyboard-Klänge aus dem Gleichgewicht gebracht wird (Z.B. bei "Hastra Na" oder "Suune Kvalta"). Diese Einlagen sind für meinen Geschmack manchmal zu viel des Guten und wären für eine düstere Grundstimmung überhaupt nicht nötig gewsen.

Fazit: Mit "Introspection" haben ABSTRUSA UNDE ein Album geschaffen, welches nicht einfach in die bestehende Musiklandschaft einzureihen ist. Ein Vergleich zu anderen Bands schein schier unmöglich, weshalb ich mich nun aus dem Fenster lehnen möchte und behaupte, die Band klingt fast ein wenig wie DIABLO SWING ORCHESTRA, die versuchen in einem klapprigen Polo Musik zu machen, während dieser mit knapp hundertneunzig Stundenkilometern über die Autobahn Richtung Hölle rast. Hin und wieder hätte sich der Keyboarder der Truppe zwar ruhig etwas zurück nehmen dürfen, ansonsten hat dieses Album bei mir allerdings einen verstörend guten Eindruck hinterlassen. Ein Probehören ist somit mehr als empfohlen.

Hardy für Lady-Metal.com